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Gieboldehausen Grundschule Krebeck: Inventar verschenkt
Die Region Gieboldehausen Grundschule Krebeck: Inventar verschenkt
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08:00 09.03.2019
Ramona Rudolph und ihre Töchter Carlotta (l.) und Paulina stöbern an einem der Büchtertische in der ehemaligen Grundschule Krebeck. Quelle: Markus Riese
Krebeck

 Mit dem Ende des Schuljahres 2017/18 ist die Grundschule in Krebeck geschlossen worden. Die dort noch unterrichteten Kinder sind in die Grundschule nach Bilshausen gewechselt. Doch in den Räumlichkeiten an der Krebecker Hauptstraße befand sich zuletzt noch allerlei Inventar – vom Schulbuch bis zum Aktenordner, vom Brettspiel bis zum Puzzle, von der Pinnwand bis zum Wandschrank. Samtgemeindebürgermeister Steffen Ahrenhold (CDU) rief deshalb über das Gemeindeblatt Anwohner aus der Gemeinde Krebeck dazu auf, am 8. März zwischen 15 und 17.30 Uhr in die alte Schule zu kommen, um sich kostenlos beim Restinventar zu bedienen. Wer mochte, konnte im Gegenzug Geld in eine Spendenbox werfen, deren Erlös dem Förderverein der Grundschule Bilshausen zugute kommen soll. 100 Euro kamen in zweieinhalb Stunden zusammen.

Teile des Krebecker Schulinventars waren vorher schon – soweit Bedarf bestand –an die Grundschule Bilshausen und auch an die anderen Grundschulen in der Samtgemeinde Gieboldehausen abgegeben worden. Doch auch dort konnte man nicht alles gebrauchen, was in Krebeck übrig blieb. Also schlossen die für die Schulen zuständigen Samtgemeinde-Mitarbeiterinnen Birgit Grobecker und Elisabeth Gastorf vom Fachbereich Zentrale Dienste am Freitagnachmittag die Türen auf.

Schützenswerte Stücke gesichert

Schnell fanden sich die ersten Besucher ein, und es entstand eine Art Flohmarkt-Atmosphäre in den verschiedenen Räumen des Schulgebäudes. Manch einer kam nur zum Gucken, einer wollte einfach nur mal auf den Dachboden des Gebäudes. Ingrid Rinkleff, die für die Grünen im Krebecker Gemeinderat sitzt, hatte es auf alles abgesehen, was historisch von Bedeutung ist: „Bevor das alles im Container landet, wollen wir einiges davon sichern, um es vielleicht eines Tages in einer Ausstellung zeigen zu können.“ Erst einmal ging es ihr aber um den Erhalt schützenswerter Stücke. So rettete sie beispielsweise einige alte Bücher in deutscher Schrift, bedruckte Teller der Samtgemeinde, zwei Kreuze und eine Reihe historischer Wandkarten vor dem Müll – aber auch recht Kurioses wie einen Musterkoffer „Flachs oder Lein“.

Die Samtgemeinde Gieboldehausen hat Anwohner aus Krebeck eingeladen, Restbestände aus dem Inventar der ehemaligen Grundschule abzuholen. Einige Kuriositäten fanden neue Besitzer.

Kurioses aus vergangenen Jahrzehnten

Kurioses fanden auch andere Besucher beim Stöbern, etwa ein sogenanntes „Deutsches Wetterbrett“ mit 70er-Jahre-Anmutung oder ein altes Faxgerät. Vieles davon blieb zwar in den Kisten und auf den Tischen liegen, aber einiges fand auch Liebhaber. Familie Rudolph etwa war mit einem lachenden und einem weinenden Auge gekommen: „Wir sind hier alle vier zur Schule gegangen“, erzählte Mutter Ramona fast wehmütig, während Ehemann Gerald sich den Wandkarten widmete und die Töchter Carlotta (9) und Paulina (12) einen Büchertisch ins Visier nahmen. „Klar ist das schon merkwürdig, wenn man hier reinkommt und das jetzt hier so sieht“, beschrieb sie ihre Gefühlslage. Ihre ganze Familie sei hier schließlich unterrichtet worden.

Sogar ein VHS-Rekorder ging weg

Von den Klassenzimmern von einst war am Freitag allerdings nicht mehr allzu viel übrig. Lediglich die größeren Möbel stießen praktisch gar nicht auf Interesse – abgesehen von Schülerstühlen und -tischen, die sich zum Beispiel bei Vereinen einer gewissen Beliebtheit erfreuten. Größeres Mobiliar blieb stehen. „Das ist eigentlich schade, denn da sind noch einige schöne Schränke und Regale dabei“, befand Grobecker. Möglicherweise hat die Gemeinde noch Verwendung dafür, wie Gastorf in ihrem Fazit am frühen Abend in Aussicht stellte. Beliebt waren an diesem Nachmittag aber vor allem Spiele, Bücher und andere Lehr- und Lernmittel. Sogar einer von zwei VHS-Videorekordern ging noch weg, der passende Grundig-Röhrenfernseher jedoch nicht – auch wenn ein Junge seinen Vater gern davon überzeugt hätte, ihn für sein Kinderzimmer mitnehmen zu dürfen. Doch dazu kam es nicht.

Von Markus Riese

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