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Gieboldehausen Jugendraum sorgt für Wir-Gefühl
Die Region Gieboldehausen Jugendraum sorgt für Wir-Gefühl
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20:36 27.03.2018
Auch Kartenspielen gehört zum Programm der Nutzer des Jugendraums in Renshausen.
Auch Kartenspielen gehört zum Programm der Nutzer des Jugendraums in Renshausen. Quelle: Richter
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Renshausen

„Am Anfang waren wir erst eine kleine Gruppe von fünf, sechs Leuten“, sagt René Berndt. Das habe sich dann gesteigert, „Wir haben andere Jugendliche im Ort angesprochen, die dazugekommen sind“, berichtet der 17-jährige Leiter des Raums. Bei besonderen Anlässen seien in dem Kellerraum im Dorfgemeinschaftshaus bis zu 20 Jugendliche, die teilweise auch aus benachbarten Orten kämen. Treffen gebe es meistens am Freitag und Sonnabend. Klönen, spielen, Filme gucken und tanzen sei dann angesagt. „Ab und zu treffen wir uns auch zum Pokern“, erzählt Berndt, der von einem gewachsenen „Teamgeist“ spricht.

Familiäre Atmosphäre im Jugendraum

Vor Eröffnung des Raums „war hier nicht wirklich viel mit Treffen von Jugendlichen an einem Ort“, berichtet Sophie Jarvis. Jeder habe für sich seine Freizeit gestaltet, lediglich beim Sportfest oder der Kirmes habe es Begegnungen gegeben, nun sei unter den Jugendlichen alles „viel familiärer geworden“, sagt die 15-Jährige. „Ich hatte vorher nur wenig mit den Leuten hier zu tun, ich war mehr außerhalb“, erzählt der 17-jährige Yannick Rosenplänter aus Renshausen. Daher habe er auch erst etwas von dem Jugendraum mitbekommen, „als er schon fertig war“. Seitdem sei er jedes Wochenende in dem Raum. „Man kommt mit den Leuten besser klar“, ist für die 15-jährige Lea Jarvis eine Folge der neuen Begegnungsmöglichkeit.

Aus Nesselröden kommt Emelie Hellmold fast jedes Wochenende in den Jugendraum. „Die Leute sind hier voll nett, es gibt keinen Stress“, nennt sie einen Grund für ihr Kommen.

Deutlich verbessert hätten sich seit Eröffnung des Jugendraums die Kontakte zu den Gleichaltrigen im Nachbarort Krebeck, berichtet Leiter Berndt. „Der Weg ist nicht weit, wenn eine Party ist, dann gehen wir auch mal zu Fuß rüber.“

Jugendliche haben viele Wünsche

Auf der Wunschliste der Nutzer steht eine bessere Beleuchtung ganz oben. „LED-Licht wäre schon cool“, meint Dennis Paul (16) aus Wulften. „Wir überlegen auch, ob wir einen Grill anschaffen, den könnten wir im Schuppen vom Dorfgemeinschaftshaus deponieren“, ergänzt Berndt. Auf dem Parkplatz gebe es „ein bisschen freie Fläche, auf dem wir uns im Sommer hinsetzen und grillen könnten“. Zu den weiteren Wünschen zählten unter anderem ein Blue-ray-Player und eine Spielekonsole, damit diese Geräte nicht aus privatem Besitz mitgebracht werden müssten.

Die Jugendlichen hoffen, dass sie auch weiter mit Spenden unterstützt werden. Von den Geldgaben zur Eröffnung hätten sie unter anderem einen größeren Fernseher gekauft, Teile der Ausstattung seien Sachspenden. „Wir überlegen, ob wir zum einjährigen Bestehen des Raum am 13. Mai etwas Größeres machen, mit dem wir auch Geld reinholen, um etwas anschaffen zu können“, berichtet Sophie Jarvis. Sie wünscht sich „Kleinigkeiten, die den Raum noch wohnlicher machen“.

Mehrere Ideen für neuen Standort

Über den Erfolg des Jugendraums freut sich Mirjam Jarvis, die im Gemeinderat Krebeck die Ansprechpartnerin für Jugendliche ist. Mit der Begegnungsstätte sei eine langjährige Lücke geschlossen worden. Bis vor rund 15 Jahren habe den Jugendlichen das Brunnenhaus als Treffpunkt zur Verfügung gestanden. Dies sei dann aber von der Kirche für eigene Zwecke genutzt worden. Einer vorhergehenden Generation der Jugendlichen habe das Feuerwehrhaus als Anlaufpunkt gedient, da viele von ihnen auch in der Wehr engagiert gewesen seien. Zwischenzeitlich sei ein Anbau an dieses Gebäude der Samtgemeinde Gieboldehausen im Gespräch gewesen, ebenso der Erwerb eines der leerstehenden Häuser im Ort durch die Gemeinde, bis schließlich die Entscheidung für den Kellerraum gefallen sei. Vor dem Umbau hätten dort unter anderem Öltanks und eine Heizung gestanden.

Von Axel Artmann

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