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Gieboldehausen Bilshausen plant Jugendraum
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12:00 26.06.2019
Der Anfang ist gemacht: Zehn Jugendliche haben ihr Interesse an einem Jugendraum in der früheren Feuerwehrgarage signalisiert.
Der Anfang ist gemacht: Zehn Jugendliche haben ihr Interesse an einem Jugendraum in der früheren Feuerwehrgarage signalisiert. Quelle: Eichner-Ramm
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Bilshausen

Nachdem die Feuerwehr Bilshausen ihren Neubau bezogen hat, stehen die Garagen am Standort Sandweg 1 leer. Unter anderem könnte dort ein Jugendraum eingerichtet werden. Bevor die Gemeinde dafür aber investiert, wollte sie mit einem Jugendforum zunächst das Interesse der jungen Bilshäuser erkunden.

Gedankenaustausch genutzt

Zehn Jugendliche nutzten am frühen Dienstagabend die Chance, ihr Interesse an einem Jugendraum in den früheren Feuerwehrräumen zu bekunden. Außerdem haben sie bei einem lockeren Gedankenaustausch schon gleich einige Wünsche und Anregungen notiert, die ihnen wichtig sind. Und zur Freude von Hans-Dieter Seliger, Jugendpfleger der Samtgemeinde Gieboldehausen, sowie von Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis (CDU) und der anwesenden Gemeinderatsmitglieder, erklärten sich auch fast alle bereit, für den künftigen Jugendraum Verantwortung zu übernehmen.

Mittlerin zwischen Jugendlichen und Gemeinde

Als Mittlerin zwischen den Anliegen der Jugendlichen und der Gemeinde hat sich Laura-Luisa Stegemann bereiterklärt. Die 24-Jährige hatte während ihres Praktikums bei der Samtgemeinde Gieboldehausen unter den Fittichen des Jugendpflegers das Jugendforum auf den Weg gebracht. Umso erfreuter zeigte auch sie sich, dass am Dienstag trotz des Wetters so viele gekommen waren. Vor allem aber sei gut, betonte sie, „dass die Gemeinde ihnen ein festes Datum zur Umsetzung genannt hat“.

Bis zu den Herbstferien, gaben Seliger und Kreis als Zielmarke aus. Und die Ratsherren Thomas Wüstefeld (UWG), Jens Strüber und Matthias Diederich (beide CDU) sowie Richard Neumann (SPD) versprachen, gleich am kommenden Montag, 1. Juli, während der Ratssitzung die weiteren Schritte auf den Weg zu bringen.

Garage und Garten angeschaut

Zunächst hatten die Jugendlichen am Dienstag Gelegenheit, sich die Örtlichkeiten anzusehen, die als Jugendraum in Frage kommen. Das ist zum einen eine der drei ehemaligen Fahrzeuggaragen samt dahinter liegendem Küchenraum. Darüber hinaus gibt es Toilettenräume, deren Zugang über einen neu geschaffenen Flur erreicht werden soll. Hier soll eine einfache Trennwand eingebaut werden, erklärte Ratsherr Neumann. Darüber hinaus könne auch der hintere Ausgang zum Garten genutzt werden. Dieser soll den Jugendlichen ebenfalls zur Verfügung gestellt werden. Ob das Rolltor mit der Tür am Ende durch eine Mauer mit Tür ersetzt wird, das werde sich zeigen.

Die Vorarbeiten werde die Gemeinde leisten, „den Raum am Ende mit Leben zu füllen, liegt an euch“, sagte Seliger. Er rief die Jugendlichen auf, ihre ersten Ideen und Wünsche auf Kärtchen zu notieren. Dabei zeigte sich, dass die Mädchen und Jungen in der Fahrzeughalle durchaus schon konkrete Vorstellungen haben, wie ihr künftiger Jugendraum aussehen könnte.

Sitzecke, Kühlschrank und WLAN

Sitzgelegenheiten und Sofas sowie weiteres Mobiliar, ein Kühlschrank, andere Lampen und Teppiche waren Wünsche zur Einrichtung, eine Tischtennisplatte und einen Kicker für die Freizeitbeschäftigung wurden ebenfalls genannt, dazu sollten anhand der Kärtchen auch WLAN, eine Musikanlage und Steckdosen vorhanden sein. Und es soll natürlich Farbe an die kahlen Wände, um das Ganze gemütlicher zu gestalten.

Der angrenzende Garten wäre für die Jugendlichen auch nutzbar. Quelle: Eichner-Ramm

Auch für den Garten äußerten die Jugendlichen schon erste Ideen. So könnte dort ein Pavillon mit Sitzecke entstehen, dazu eine Möglichkeit, zu Grillen. Vielleicht wären auch kleine Tore oder eine Schaukel am Kirschbaum machbar, so weitere Vorschläge. Und irgendwo sollte es, so ein weiterer Hinweis, auch Fahrradständer geben.

„Chance für alle“

Leandro (14) war zufrieden mit dem Jugendforum. „Es ist gut, dass endlich was für die Jugendlichen in Bilshausen getan wird“, sagte er. Die Möglichkeit, den neuen Jugendraum mitzugestalten, sieht er „für alle als Chance“. Keine Frage, er werde auf jeden Fall weiter am Ball Bleiben und sich engagieren. Das haben auch Daniel (14) und Simon (13) vor. Daniel begrüßte, dass die Gemeinde mit dem Jugendraum für einen Neuanfang bereit sei und den Jugendlichen auch Verantwortung gebe. Marie-Louis Wüstefeld (15) hält es für wichtig, „dass wir einen Ort bekommen, wo wir uns mit anderen Jugendlichen treffen können“.

Konzept von 2017 als Grundlage

Er freue sich einerseits für die künftigen Nutzer des Jugendraums, sagte Leon Heine. Der heute 19-Jährige hatte vor zwei Jahren zusammen mit fünf Mitstreitern ein Jugendraum-Konzept für Bilshausen erarbeitet. Daraus war aus verschiedenen Gründen nichts geworden. Seine Gruppe habe von den jetzigen Überlegungen nichts mehr, „da alle weg sind“, ärgerte sich Heine. Dennoch bot er den jungen Akteuren seine Unterstützung an. Er könnte sich vorstellen, dass der Jugendraum im ehemaligen Feuerwehrhaus am Sandweg in Bilshausen künftig auch Treffpunkt sein könnte für diejenigen, die zurzeit wegen Studium oder Ausbildung nur sporadisch zuhause seien. „Es kommen ja alle irgendwann wieder einmal her“, sagte er.

Von Britta Eichner-Ramm

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