Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Gieboldehausen Tierquälerei in Gieboldehausen: Kater den Schwanz abgerissen
Die Region Gieboldehausen Tierquälerei in Gieboldehausen: Kater den Schwanz abgerissen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
20:25 10.09.2019
Nicole Gerhardys achtjährigem Kater Freddy ist der Schwanz abgerissen worden. Er wird nur noch vom Fell am Körper gehalten. Quelle: Rüdiger Franke
Anzeige
Gieboldehausen

Freddy ist acht Jahre alt. Täglich erkundete er die Region um sein Zuhause. „Er ist viel draußen unterwegs“, erzählt sein Frauchen Nicole Gerhardy über den bislang sehr aktiven Vierbeiner. Kater Freddy strich über die Felder, fing Mäuse. „Wenn ich abends mit dem Hund die letzte Runde machte, hat er uns oft nach Hause begleitet.“ Am Freitag saß er nicht auf dem Feld und wartete auf die beiden.

Schwankende Rückkehr

Am nächsten Morgen brachte Nicole Gerhardy ihrem Kater das Futter nach draußen. Aber von Freddy gab es weiterhin keine Spur. Den ganzen Tag vermisste die Gieboldehäuserin ihr Tier, machte sich in der Umgebung auf die Suche. Doch der Vierbeiner blieb verschwunden. Erst am Abend, gegen 19.30 Uhr, sei er schwankend aus dem Maisfeld gekommen, berichtet sie. „Ich habe gleich gesehen, dass der Schwanz einfach nur herunterhing.“ Der Kater habe sich zu seinem Körbchen begeben und habe sich reingelegt.

Anzeige

Die gelernte Tiermedizinische Fachangestellte, die vor ihrer Selbstständigkeit in einer Tierarztpraxis gearbeitet hatte, merkte sofort, dass mit dem Kater etwas nicht stimmte. Sie fuhr in die Tierklinik nach Osterode, wo Freddy untersucht wurde. Ein Röntgenbild offenbarte, was jemand dem Kater angetan hatte: Der Schwanz war von der Wirbelsäule abgerissen worden. Eine deutliche Lücke war zu sehen. Der Schwanz wird seitdem nur noch vom Fell am Körper gehalten.

Das Röntgenbild zeigt die Lücke zwischen Wirbelsäule und Schwanz. Quelle: Rüdiger Franke

Massives Trauma

„Wir sprechen hier von einem massiven Trauma“, sagt Dr. Thomas Grammel, Seniorchef des Tiergesundheitszentrums Südharz, welcher den Kater am Montag untersuchte. Hinzu komme, dass die restlichen Nerven blank liegen. „Die letzten Stränge versorgen die Blase und den Darm“, erläutert der Tiermediziner. Zurzeit fährt die Gieboldehäuserin mit ihrem Kater jeden Abend in die Tierklinik nach Osterode, wo ihm die Blase entleert wird, denn allein kann das Tier seine Geschäfte nicht verrichten. Dr. Grammel spricht von einer tiefen Querschnittslähmung. „Man kann nur darauf hoffen, dass der Körper sich selbst rehabilitiert.“ Sollten sich aber nach einer Woche noch keine Anzeichen dafür einstellen, wird Gerhardy ihren Kater wohl einschläfern lassen müssen, um ihn zu erlösen. Denn beim externen Entleeren bleibt immer etwas Harn in der Blase, wodurch auch die Infektionsgefahr für das Tier steigt.

Es müsse eine hohe Kraft einwirken, um einen Schwanz abreißen zu können, erklärt Dr. Grammel. So etwas könne zwar auch geschehen, wenn zum Beispiel ein Hund daran reiße. „Doch in diesem Fall war es kein anderes Tier“, so der Tiermediziner. Schon die behandelnde Ärztin am Sonnabend hatte Gerhardy gegenüber diese Möglichkeit ausgeschlossen. Sonst wären auch äußerliche Wunden durch Bisse sichtbar. Doch Freddys Schwanz wies keine sichtbaren Verletzungen auf. Auch sei das Trauma nicht durch eine Quetschung, etwa durch einen darauf fallenden schweren Gegenstand hervorgerufen worden. Dann gebe es mehr Splitterteile und eine viel kleinere Lücke, wie Gerhardy erklärt wurde. So bleibe nur der Verdacht, dass das Tier von einem Menschen misshandelt wurde, sagte die Gieboldehäuserin.

Nicole Gerhardys achtjährigem Kater Freddy ist der Schwanz abgerissen worden. Er wird nur noch vom Fell am Körper gehalten. Das Röntgenbild zeigt die Lücke zwischen Wirbelsäule und Schwanz. Quelle: Rüdiger Franke

Strafanzeige gestellt

„Ich habe gleich am Sonntag eine Strafanzeige bei der Polizei gestellt“, sagt Nicole Gerhardy. Sie hat auch einen Verdacht, wer der Tierquäler sein könne. „Das Maß war voll.“ Es sei „unerträglich, was dieser Kater am lebendigen Leib erleiden musste“. Und selbst wenn Freddys Nerven wieder die Arbeit aufnehmen sollten. „Der Schwanz wird nie wieder anwachsen“, betont der Tierarzt. Der würde dann auf eine Länge gekürzt, dass er noch den Penis und den Anus abdeckt, erläuterte Gerhardy. Doch es könne passieren, dass der Kater ihn als Fremdkörper wahrnehme und versuche, ihn sich selbst abzubeißen. Doch erst einmal hofft die Halterin, dass ihr Kater überhaupt weiterleben kann.

Den Autor erreichen Sie unter r.franke@eichsfelder-tageblatt.de

Nicole Gerhardys achtjährigem Kater Freddy ist der Schwanz abgerissen worden. Er wird nur noch vom Fell am Körper gehalten. Quelle: Rüdiger Franke

Zwölf Katzen verschwunden

Freddy ist nicht die erste Katze von Nicole Gerhardy, die misshandelt wurde. 2010 hatte jemand auf die damals dreijährige Shari geschossen. Die Kugel steckte zwischen den Augen im Kopf des Tieres. Insgesamt hatte die Gieboldehäuserin, die eine Tierpension betreibt, mal zwölf Katzen. „Die stammten wie Freddy aus dem Tierschutz oder wurden mir im Karton vor die Tür gestellt.“ Die Tiere seien in den vergangenen Jahren eine nach der anderen spurlos verschwunden. Sie hofft, dass der Täter ermittelt wird. „Bei Shari konnte ich noch keinen Strafantrag stellen“, erzählt sie. Damals galten Katzen noch als Sachen. „Das Gesetz ist zum Glück geändert worden“, sagt Gerhardy. Mittlerweile gelten Tiere als Mitgeschöpfe.

Von Rüdiger Franke

Gieboldehausen Vorträge von Fahrten durch Schlamm und Minusgrade 400 Teilnehmer bei 23. Motorradreise-Treffen in Gieboldehausen

Zum 23. Mal haben sich Motorrad-Reisende in Gieboldehausen zu einem Erfahrungsaustausch getroffen. Rund 400 Teilnehmer fanden sich beim Motorradreise-Treffen am Niedersachsenhof ein.

09.09.2019

Die Nachbarschaft in Bilshausen bekommt jedes Jahr ordentlich was zu hören, wenn sich Anfang September Hunderte Motorradfahrer mit ihren Bikes im Ort versammeln, um einen satten Erlös für das Elternhaus einzufahren.

07.09.2019

Martina und Manfred Faßhauer sind mit ihrem Kreativ-Shop umgezogen. Am 7. September öffnet das Geschäft am neuen Standort seine Türen.

03.09.2019