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Gieboldehausen Als die Kita noch Kindergarten hieß
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00:22 17.05.2019
Nach 40 Jahren wird Rollshausens Kindergartenleiterin Bettina Bode in den Ruhestand verabschiedet. Quelle: Rüdiger Franke
Rollshausen

„Ich kenn’ ein Haus, schauen viele Kinder raus, durch bunt bemalte Scheiben ...“, eröffneten Kinder der Kindertagesstätte die Feierstunde mit einem Lied von Rolf Zuckowski. „Ich kenne Dich jetzt seit sieben Jahren“, sagte die zukünftige Kita-Leiterin Eva Ehbrecht. Das sei nur ein kurzer Zeitraum, wenn man auf die 40 Jahre schaue, die Bettina Bode in der Kita verbracht habe. Es sei ihr Name, der immer wieder durch das Haus halle.

Nach 40 Jahren wird Rollshausens Kindergartenleiterin Bettina Bode in den Ruhestand verabschiedet. Quelle: Rüdiger Franke

Ein Bilderbuch hatte die stellvertretende Leiterin Dorothee Wüstefeld mitgebracht: „Freunde“ von Helme Heine. Über Jahre hinweg habe sie das Buch bei den Übernachtungen nach dem Abschiedsfest der Vorschulkinder vorgelesen“, erläuterte sie. Auch bei der Feier in der Rollshäuser Kirche gehe es darum, sich zu verabschieden, aber „keine Angst, ich möchte Dir das Buch jetzt nicht vorlesen“. Vielmehr erinnere es sie an die gemeinsame Zeit im Kindergarten. Und wie die Hauptfiguren Johnny Mauser, Franz von Hahn und der dicke Waldemar festgestellt hätten, dass sie sich gut ergänzen, lasse sich das auch auf das Team im Kindergarten übertragen.

Jeder Zentimeter für die Kinder

Bettina Bode habe alle, egal ob groß oder klein, in ihren verschiedenen Persönlichkeiten ernst genommen und unterstützt, sagte Dorothee Wüstefeld. Ihre Tür sei immer offen gewesen für die „Hunderte an Kindern“, die sie während ihrer langen Zeit als Gruppenerzieherin und Leitung begleitet habe. „Wir alle wissen, dass es nicht immer ganz leicht war, in Ruhe im Büro zu arbeiten, wenn im Ballbad die Bälle flogen, auf dem Flur getobt wurde und noch das Getrampel aus den oberen Räumen zu Dir herunterdröhnte.“ Aber der scheidenden Leiterin sei immer wichtig gewesen, dass trotz der eingeschränkten räumlichen Gegebenheiten, den Kindern jeden freien Zentimeter zum Spiel zu überlassen.

Nach 40 Jahren wird Rollshausens Kindergartenleiterin Bettina Bode in den Ruhestand verabschiedet. Quelle: Rüdiger Franke

Vieles habe sich im Lauf der Zeit verändert, sagte die Stellvertreterin. Von Gendererziehung, Partizipation und phonologischer Bewusstheit sei damals keine Rede gewesen. „Wir kannten keine Brandschutztüren und Elternbriefe wurden per Schreibmaschine auf Matrize geschrieben und dann per Hand durchgeorgelt.“ Die Kinder hätten noch keine Fruchtzwerge, Quetschis und eingeschweißte Croissants mit in die Kita gebracht, „die damals noch Kindergarten hieß“. Auch seien die Kinder meist erst mit vier Jahren gekommen, in der heutigen Zeit blieben sie hingegen vier oder fünf Jahre.

Nach 40 Jahren wird Rollshausens Kindergartenleiterin Bettina Bode in den Ruhestand verabschiedet. Quelle: Rüdiger Franke

Auch Bettina Bode zog in ihrem Rückblick einen Vergleich zu früher. Vor vier Jahrzehnten habe es zwei Gruppen mit 50 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren sowie vier Vollzeitkräfte gegeben. Mittlerweile seien 70 Kinder auf drei Kita- und eine Krippengruppe verteilt. Der Personalschlüssel umfasse 13 Teilzeitkräfte plus drei Reinigungskräfte. Viele ihrer ehemaligen Kindergartenkinder seien jetzt selbst Eltern. Das sei immer ein besonderer Moment gewesen, wenn diese ihre Kinder in St. Margareta angemeldet hätten.

Nach 40 Jahren wird Rollshausens Kindergartenleiterin Bettina Bode in den Ruhestand verabschiedet. Quelle: Rüdiger Franke

Wie ein Pinguin

Propst Bernd Galluschke verglich die Leiterin mit einem Pinguin in einer Geschichte von Eckart von Hirschhausen, in der dieser merkt, welche Fähigkeiten der Pinguin in seinem Element zeigt. „Sie waren wirklich in ihrem Element“, sagte der Propst zum Wirken von Bettina Bode in der katholischen Kindertagesstätte. „Hoffentlich finden Sie das neue Element, um weiter glücklich zu sein.“ Zum Abschluss würdigten die Gemeindebürgermeister aus Rollshausen und Obernfeld, Claus Bode und Karl-Bernd Wüstefeld, das Wirken der scheidenden Leiterin. „Mehr als 40 Jahre hast Du einen ganz wichtigen Part bearbeitet“, sagte Claus Bode, „unsere Kinder.“ Denn ohne Kinder hätten die Gemeinden keine Zukunft.

Von Rüdiger Franke

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