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Gieboldehausen Live-Rollenspiel im Wald bei Rhumspringe
Die Region Gieboldehausen Live-Rollenspiel im Wald bei Rhumspringe
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08:00 23.07.2019
Aufwendige Kostümierungen beim Live-Action-Rollenspiel. Quelle: HK
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Pöhlde / Rhumspringe

Zwischen den Bäumen, tief im Wald, erklingt ein schauriges Heulen. Es kommt näher... Werwölfe springen zwischen den Ästen hervor; zotteliges, dreckiges Fell bedeckt die teilweise menschlichen Körper. Rasend stürzt sich das Rudel auf die Reisenden, die in dem fiktiven Dorf „Andanora“ im „Freien Herzogtum Allerronn“ Schutz gesucht hatten.

Am vergangenen Wochenende befand sich Andanoria irgendwo in den Wäldern zwischen Pöhlde und Rhumspringe. Als Dorf und Schlachtplatz, als Zufluchtsort und Ort der Begegnung verschiedener Völker und Rassen diente das Waldpädagogikzentrum Pöhlde. Hier fand die 15. „Con“ statt, ein Treffen des Osteroder Vereins Allerronn für Live-Action-Roleplay (Larp).

Vampirfürst trifft auf Werwölfe

„Der große Oberbösewicht ist ein Vampir“, erklärt Janina op de Beeck. Als Mitglied des Organisationsteams ist sie mit anderen Vereinsmitgliedern für die Planung solcher Veranstaltungen und für den Ablauf vor Ort zuständig. Der besagte Vampirfürst ist an diesem Wochenende auf der Jagd nach einem Artefakt, mit dessen Hilfe er sich des Anführers des Werwolfrudels entledigen will.

Von dieser Geschichte ahnen die Spieler zu Beginn nichts. Sie geraten unvorbereitet zwischen die Fronten der verfeindeten Rassen. Erst im weiteren Verlauf des Spiels kommen sie den unheimlichen Geschehnissen allmählich auf die Spur. Über das ganze Wochenende verteilen sich kleinere und größere Aufgaben, sogenannte Quests, die es zu meistern gilt. Diese sollen einerseits dafür sorgen, dass zwischen den Ereignissen des Hauptplots keine Langeweile aufkommt. Andererseits kann es auch vorkommen, dass die Spieler dabei entscheidende Hinweise erhalten, die erst später im Spiel wichtig werden.

Spieler und Nicht-Spieler

Neben den Spielern gibt es sogenannte Nicht-Spieler-Charaktere (NSC). Sie spielen Rollen, die jeweils gerade im Handlungsverlauf benötigt werden. Einer von ihnen berichtet, dass er normalerweise als Spieler zu Cons geht. Doch inzwischen würden ihm auch die Einsätze als NSC Freude machen: „Man kann in neue Rollen schlüpfen, Neues ausprobieren“, sagt er. Außerdem könne er so „auch die Spieler mal ärgern“ – etwa bei seinen Angriffen als Werwolf.

Der Wochenendausflug in eine fantastische Welt ist für viele Teilnehmer in Pöhlde nichts Neues mehr. „Ich hab hier meine Meisterprüfung gemacht“, erzählt Börge Pflüger – im „echten Leben“ ist er Lehrer an einem Gymnasium in Lüneburg. In Allerronn kennt man ihn unter anderem Namen: Gwaew-gedo. Übersetzen ließe sich das etwa mit „Windfang“, sagt er.

Die erwähnte Meisterprüfung sei Teil des Regelwerks, nach dem die Larper hier spielen. Je mehr Erfahrung, umso stärker könne ein Charakter werden. Und Gwaew-gedo hat viel Erfahrung: „Ich habe 370 Con-Tage in diesem Charakter“, berichtet Pflüger. Beim Larp müsse man aber immer mit den anderen Spielern zusammenarbeiten. Egal, wie mächtig der einzelne Charakter werde – niemand könne alle Aufgaben alleine lösen.

Nach „Allerronn“ zieht es Pflüger immer wieder; Live-Rollenspiele spielt er seit 2001. Das Besondere für ihn ist die „Lagerfeuerromantik“ auf den Cons. Außerdem könne man „Dinge ausprobieren, die es in der Realität nicht gibt. Wenn wir Dämonen beschwören, dann kommen die auch“, erklärt er gut gelaunt. Und „ein bisschen Action, Angst und Adrenalin“ sei auch toll.

Zwischen Spaß und Realitätsflucht

Etwas Realitätsflucht gehöre auch dazu, wenn man Larp betreibe, meint der Lehrer. Das sieht er jedoch nicht negativ. Sein Hobby sei auch nicht unsinniger, als einen Ball über den Platz zu schlagen. „Wir sind hier sehr multikulti, es sind alle Rassen vorhanden“, hebt auch op de Beeck die Vorzüge der Larp-Con in Pöhlde hervor. Pflüger nennt es „eine eingeschworene Gemeinschaft“.

Im Kampf gegen Vampire und Werwölfe, die sich untereinander bekriegen, behaupten sich die tapferen Recken am Ende, selbst als in Pöhlde in der Nacht zum Montag der gefürchtete Vampirfürst selbst auf der Bildfläche erscheint. Am Montag ging es für alle zurück – in ein normales Leben, durchsetzt von fantastischen Momenten.

Von Felix Gräber

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