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Gieboldehausen MGV Concordia Bilshausen singt zugunsten des Elternhauses
Die Region Gieboldehausen MGV Concordia Bilshausen singt zugunsten des Elternhauses
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15:30 02.12.2019
Die Sänger des MGV Concordia, Musiker des örtlichen Spielmannszugs und Solisten gestalten das Weihnachtskonzert am vierten Advent um 19 Uhr in der Kirche „St. Kosmas & Damian“ in Bilshausen. Quelle: Heller
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Bilshausen/Göttingen

Der Männergesangverein von 1862 veranstaltet das Benefiz-Konzert „ununterbrochen zum 28. Mal“, sagt Concordia-Vorsitzender Reinhard Liebenau. „Fast 26 000 Euro Spendengeld sind in diesen Jahren insgesamt zusammengekommen.“ Nach dem Konzert 2018 seien es etwa 1300 Euro gewesen. Der Betrag hänge von der Resonanz ab: Im vergangenen Jahr seien „etwa 280, 300“ Besucher in die Bilshäuser katholische Kirche gekommen. „Von Jahr zu Jahr werden es mehr.“

Das Weihnachtskonzert sei eine angenehme Verpflichtung. „Wenn es irgendwie geht, ist von den aktiven Sängern jeder dabei. Jeder nimmt sich die Zeit, und wir singen immer in voller Besetzung. Alle stehen voll zur Sache“, sagt der 69-Jährige, der dem Verein seit 1987 vorsteht. Er hatte die Idee, das Elternhaus zu unterstützen. Der Vorstand und die aktiven Sänger seien „sofort einverstanden“ gewesen. Da sich das Elternhaus hauptsächlich über Spenden finanziere sei die Haltung einhellig: „Da gab und gibt es keine zwei Meinungen. Das Elternhaus liegt uns allen am Herzen.“

Dagmar Hildebrandt-Linne (Elternhaus): „Wertvolle Unterstützung“

Dagmar Hildebrandt-Linne, Geschäftsführerin der Einrichtung in direkter Nachbarschaft zur Universitätsmedizin Göttingen, betont: „Wir dürfen uns nun schon seit fast 30 Jahren am vierten Adventswochenende über diese wunderbare und wertvolle Unterstützung durch den MGV Concordia freuen. Ebenso hat sich das Konzert zu einem stimmungsvollen Weihnachtshöhepunkt etabliert, herzlichen Dank auch dafür.“ Insbesondere für die Finanzierung der psychosozialen Begleitung sei der Elternverein auf Spenden angewiesen, so Hildebrandt-Linne.

Die Unterstützung gelte überlebenden Patienten und deren Geschwistern – und: „Eine besondere Zuwendung erfahren die Familien, in denen ein Kind gestorben ist. So findet jährlich ein Wochenende für verwaiste Familien, zweimal im Jahr ein Tag für verwaiste Eltern und einmal jährliche ein Wochenende für verwaiste junge erwachsene Geschwister statt.“ Das Elternhaus habe einen Finanzbedarf von etwa 490 000 Euro im Jahr. „Davon werden etwa 30 Prozent durch Krankenkassen, etwa 15 Prozent durch die Stiftung Elternhaus und etwa 55 Prozent über Spenden aus der Region finanziert.“

Otfried Gericke (Elternhaus): „Eindrucksvoll, das Konzert mitzuerleben“

Otfried Gericke, Vorstand des Vereins Elternhaus, war zweimal Besucher in „St. Kosmas & Damian“: „Es ist sehr eindrucksvoll, das Konzert in der Kirche mitzuerleben. Wir sind sehr froh darüber, diese Unterstützergruppe zu haben, die unsere Arbeit seit so vielen Jahren mitträgt.“ Liebenau hält regelmäßig Kontakt zum Elternhaus und ist ab und zu vor Ort: „Mir wird immer wieder gesagt, ich sei ein gern gesehener Gast.“

Der MGV hat aktuell 120 Mitglieder im Alter zwischen 28 und 93 Jahren, sagt Liebenau. Aktiv seien 25 Sänger im Alter zwischen 28 und 93 Jahren. Alle Stimmlagen seien gut besetzt, „sodass ein guter Klang entsteht“. Die Stimmlagen seien erster und zweiter Tenor, erster und zweiter Bass. Neben traditionellen und Volks-Liedern („Am Brunnen vor dem Tore“, „Mussi denn“) zählen moderne Stücke zum Repertoire, „damit Sänger alle Generationen eingebunden sind“, so Liebenau – zum Beispiel von Reinhard Mey „Über den Wolken“ und „Diplomatenjagd“ oder Songs von Santiano („Frei wie der Wind“) und Voxxclub.

Der Chor singt Stücke von Händel, Beethoven und Weber

Die Gäste des Konzerts am Sonntag, 22. Dezember, dürfen sich auf Stücke von Georg Friedrich Händel, Ludwig van Beethoven und Carl Maria von Weber freuen. „In den Stücken geht es um Weihnachten, um die Geburt des Herren“, sagt der Vorsitzende. Das genaue Programm stehe noch nicht fest. Fest steht, dass in diesem Jahr erstmals ausschließlich Solisten aus Bilshausen das Konzert mitgestalten: Alexandra Pabst (Sopran), Rico Hillebrecht (Saxofon), Bernd Friedhoff (Trompete), Florian Pabst (Orgel).

Die Sopranistin ist zum vierten Mal in der Kirche dabei. Die 20-Jährige hat „mit neun Jahren entdeckt, dass ich Freude am Gesang habe“. Sie singt bei Hochzeiten und Taufen, „wenn ich angefragt werde“. Pabst sagt zu ihrer Teilnahme am Weihnachtskonzert: „Musik verbindet. Ich spüre die Verbindung mit dem Publikum. Und wir singen für das Elternhaus. An diesem Abend singe ich mit besonderem Elan.“

Traditionell sind die Musiker des TV-Spielmannszug dabei

In guter Konzerttradition spielen die Musiker des Spielmannszugs des TV Deutsche Eiche Bilshausen. Heiko Engelhardt ist musikalischer Leiter der Formation. 25 Musiker (Konzertflöten, Marimba, Schlagzeug, Percussion-Instrumente) spielen sechs Stücke in der Kirche, kündigt der 50-Jährige an: das spanische Weihnachtslied „Feliz Navidad“, „We wish you a Merry Christmas“, „Happy Xmas (War Is Over)“ von John Lennon, „Santa Claus Is Coming to Town“ und den ersten Satz aus der Forrest-Gump-Suite, „You raise me up“, den Titelsong des Films.

Die Chor-Leitung hat erstmals Florian Pabst. Er ist Nachfolger von Sascha Richter. Zum Abschluss singen Chor und Publikum das Weihnachtslied „O du fröhliche“. Nach dem Konzert nehmen zwei Sänger die Spenden der Besucher in kleinen Körben entgegen.

Betreuung und Angebote über den Aufenthalt im Haus hinaus

Während ihre oft lebensbedrohlich erkrankten Kinder in der Kinderklinik behandelt werden, bietet das Göttinger Elternhaus allen Eltern und Geschwisterkindern die Möglichkeit, in der Nähe ihrer Kinder zu wohnen. „Psychosoziale Fachkräfte begleiten die Familien in dieser schweren Zeit“, teilt der Verein mit. Auch wenn die Familien wieder zu Hause wohnen, halten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Elternhauses auf Wunsch Kontakt zu den Familien. Neben Beratungsgesprächen und Hilfen bei der Wiedereingliederung der Kinder in Kindergarten und Schule organisiert das Elternhausteam Aktionen für die Familien: Zum Beispiel hat das Team im Frühjahr eine Familienfreizeit veranstaltet, „die auf große Resonanz stieß“. Im Januar ist für die ehemals an Krebs erkrankten Kinder und Jugendlichen sowie für ihre Geschwister ein Theaterworkshop und in den Sommerferien eine Segelfreizeit geplant.

Von Stefan Kirchhoff

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