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Gieboldehausen Mandolinengruppe Rüdershausen aufgelöst
Die Region Gieboldehausen Mandolinengruppe Rüdershausen aufgelöst
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08:00 28.02.2019
Erinnern sich an frühere Zeiten (von links): Gerhard Koch, Otto und Johanna Engelhardt sowie Hans-Georg Brehmer, die bis Ende 2018 in der Mandolinengruppe Rüdershausen gespielt haben. Quelle: Eichner-Ramm
Duderstadt

Weil der Nachwuchs fehlt und sie selbst ein Alter erreicht haben, „wo es zwickt und zwackt“, hat sich die Mandolinen- und Gitarrengruppe Rüdershausen aufgelöst. Vier Ehemalige erinnern sich.

Ein bisschen Wehmut schwingt mit, wenn Hans-Georg Brehmer, Gerhard Koch sowie Johanna und Otto Engelhardt darüber sprechen, warum sich die Mandolinen- und Gitarrengruppe Rüdershausen zum Jahresbeginn aufgelöst hat. Immerhin hatten die Musikerinnen und Musiker weit über die Grenzen des Eichsfeldes hinaus einen guten Ruf. Gemeinsame Konzerte etwa mit den befreundeten Gruppen aus Salzgitter-Ringelheim oder Hannover-Linden seien beim Publikum gut angekommen, berichtet Brehmer. „Wir sind dankbar dafür, dass wir vielen Menschen mit unserer Musik Freude bereiten konnten. Zufriedene Zuhörer und ihr Applaus waren stets der schönste Lohn für alle Mühen“, so der 72-jährige Brehmer.

Letzter Auftritt im Dezember

Noch im Dezember 2018 waren die Mandolinen- und Gitarrenspieler bei Auftritten im Seniorenheim in Scharzfeld sowie als Mitwirkende beim Adventskonzert des MGV Cäcilia Rüdershausen im „Eichsfelder Dom“ zu Rüdershausen zu hören. Doch im Gegensatz zu den Anfangsjahren waren es zuletzt immer weniger Mitspieler, sagen Brehmer, Koch und Engelhardt einhellig. In besten Zeiten seien sie fast 25 Männer und Frauen gewesen, die in der Mandolinen- und Gitarrengruppe gespielt hätten, sagt Otto Engelhardt, der langjährige musikalische Leiter der Gruppe. „Zuletzt waren wir nur noch zehn“, bilanziert der 69-jährige Koch mit resignierendem Unterton, „es fehlt an Nachwuchs“.

Otto Engelhardt war seit der Neugründung dabei. Er war es auch, der bei der ersten Übungsstunde zu Jahresbeginn das Ende der Gruppe verkündete. Die Mandolinen- und Gitarrengruppe Rüdershausen habe in den vergangenen Jahren immer mal wieder Neueintritte zu verzeichnen gehabt, sagt der Dirigent, der mehr als 60 Jahre die Gruppe leitete. „Aber so schnell wie sie eingetreten sind, waren sie auch wieder weg.“ Einige seien weggezogen, andere hätten keine Lust mehr gehabt, schildern Engelhardt und Brehmer mögliche Gründe dafür. Die verbliebenen Mitglieder kämen zum Teil von auswärts, ergänzt Brehmer, etwa aus Teistungen oder Herzberg.

Auflösung war abzusehen

Ein Grund für das Ende der Mandolinen- und Gitarrengruppe sei im Zusammenhang sei auch die Altersstruktur. Die jüngste Mitspielerin sei 57 Jahre, die älteste 82. Dass sich die Gruppe nun aufgelöst habe, „war abzusehen“ bedauern Brehmer und Engelhardt und sprechen von einem „schleichenden Prozess“. Dirigent Engelhardt nennt auch gesundheitliche Gründe, die für die Auflösung der Gruppe sprachen. „Die Finger machen nicht mehr so mit“, sagt Engelhardt und spricht von Arthrose. Brehmer: „Wenn man tremolieren will, dann geht es um Schnelligkeit und Fingerfertigkeit.“

Otto Engelhardt hat die Gruppe nicht nur über die Jahre dirigiert, mit ihnen geübt und die Auftritte geleitet. Er zeichnete auch für die Programmgestaltung verantwortlich und habe „nicht immer zur Begeisterung der Mitspieler“ Stücke umgeschrieben, damit sie auf Mandoline, Mandola oder Gitarre gut klingen, berichtet Brehmer. Das Repertoire der Gruppe habe von Klassik bis Schlager, von Volksmusik bis hin zu Opern und von Potpourris bis Ouvertüren gereicht. „Eigentlich war da für jeden Geschmack etwas dabei“, so der Dirigent. Dass das beim Publikum ankomme, „merkt man ja an den Reaktionen und dem Beifall“, so Brehmer. Otto Engelhardt: „Es hat immer Spaß gemacht, wenn die Leute sich gefreut haben.“

Aufnahme einer LP 1974

Zu den Highlights der vergangenen Jahre, so sind sich Johanna und Otto Engelhardt sowie Brehmer und Koch einig, zählten die Auftritte 1980 zusammen mit anderen Eichsfelder Musikgruppen im britischen Stroud, aber auch 1974 die Aufnahme einer LP mit anderen Gruppen. Ferner denken die Musiker auch gerne an die gemeinsamen Konzerte mit dem Mandolinenorchester in Hannover-Linden und mit dem Mandolinenorchester Salzgitter-Ringelheim.

„Ein bisschen traurig“, sei sie schon, gesteht Johanna Engelhardt. „Von Anfang an bis jetzt habe ich das gerne gemacht“, sagt sie. Die 78-Jährige möchte mit ihrem Mann zuhause weiterhin Musik machen. Koch hingegen klingt frustriert, als er verkündet, sein Instrument verkaufen zu wollen.

Von Britta Eichner-Ramm

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