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Gieboldehausen Ministerpräsident informiert sich vor Ort
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18:01 08.05.2019
Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (l.) im Gespräch mit den Auszubildenden der Zimmerei Diedrich, Nico Bock (Mitte) und Jakob Lahr. Quelle: Christina Hinzmann
Rüdershausen/Göttingen

Über den Handwerksbetrieb Diedrich hat sich am Mittwoch Ministerpräsident Weil informiert. Anschließend besuchte er den ASC in Göttingen.

Da habe er noch etwas dazugelernt, stellte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) während seines Besuchs in der Zimmerei Diedrich in Rüdershausen fest. Der Handwerksbetrieb zählt 15 Mitarbeiter und habe sich auf nachhaltiges und wohngesundes Bauen mit Holz spezialisiert, gab Inhaber Thilo Diedrich dem Politiker einen kurzen Einblick. Zwei der Beschäftigten sind die Auszubildenden Jakob Lahr und Nico Bock. Mit diesen suchte Weil dann auch das Gespräch und zeigte sich interessiert an den Werdegängen der beiden jungen Männer.

Für Handwerk statt Studium entschieden

Wie kommt man, wenn man in Göttingen studiert hat, zu einer Zimmerer-Ausbildung in Rüdershausen?, wollte Weil von Lahr wissen. Der 26-Jährige sagte, er habe im fünften Semester das Studium der Forstwirtschaft und Waldökologie abgebrochen. Das sei zwar interessant gewesen, aber er habe dort keine berufliche Zukunft für sich gesehen, denn er wolle gerne mit Holz arbeiten. Jetzt ist Lahr im zweiten Lehrjahr bei Thilo Diedrich beschäftigt und lernt unter anderem Häuser aus Holz zu bauen.

Ebenfalls mit Abitur in der Tasche begann Nico Bock bei dem Rüdershäuser Handwerksbetrieb und ersparte sich damit im Gegensatz zu einer Lehre in Thüringen in Niedersachsen ein Ausbildungsjahr. Jetzt sei er im dritten Lehrjahr, sagte der 19-Jährige aus Worbis. Ausbilder Diedrich ist froh, dass er Lahr und Bock an Bord hat, denn es werde immer schwieriger Auszubildende zu finden.

Auszubildende als Botschafter

Auch deshalb sei es wichtig, an den Schulen und bei Berufsinformationsmessen für das Handwerk zu werben – und das nicht nur bei den jungen Leuten selbst, sondern auch bei deren Eltern, betonte Diedrich. Weil kommentierte das mit den Worten: „Man kann im Handwerk richtig dolle Karrieren machen.“ Und Auszubildende wie Lahr und Bock seien „die besten Botschafter für den Beruf“.

70 Prozent der Ausbildungsbewerber seien inzwischen Abiturienten, sagte Kreishandwerksmeister Christian Frölich. Ein Handwerksberuf biete sich vor allem auch für Abbrecher an, deren Zahl parallel zur Zahl der Schüler an den Gymnasien ebenfalls ansteige. Ein weiteres Argument für einen Handwerksberuf sei, dass sich die Ausbildungsvergütung am Tarif orientiere, sagte Diedrich. Bauunternehmer Frölich ergänzte: „Wir reden im Bauhauptgewerbe über gute Stundenlöhne.“

Bürokratie bei öffentlichen Ausschreibungen

Dass viele Betriebe derzeit lieber für Privatleute arbeiteten statt bestimmte Aufträge der öffentlichen Hand anzunehmen, liege unter anderem auch daran, dass der bürokratische Aufwand bei Ausschreibungen enorm sei. Darauf wiesen Frölich und Diedrich den Ministerpräsidenten hin, was dieser eher überrascht zur Kenntnis nahm. Diedrich schilderte aus Erfahrung, dass für einen 3000-Euro-Auftrag erst einmal ein Riesenpacken Papier durchgearbeitet werden müsse.

Beim Rundgang auf dem Firmengelände erfuhr der Ministerpräsident, dass die Zimmerei Diedrich vorwiegend im Radius von 100 Kilometern Umkreis arbeite, durchaus aber auch drei bis viermal im Jahr auch bundesweit Aufträge als Zulieferer tätig sei. Der Holzrahmenbau sei eine gute Möglichkeit, dort, wo Bauflächen rar sind, die Wohnungsnot zu lindern, indem etwa auf Bestandsgebäude ein Staffelgeschoss aufgesetzt werde. Vor allem im Geschosswohnungsbau sei das interessant, so Weil. Das berge viel Potenzial, waren Frölich und Diedrich überzeugt.

Offenes Ohr für Belange des Sports

Die beiden Zimmerer-Auszubildenden äußerten sich im Anschluss an ihr Gespräch mit Ministerpräsident Stephan Weil positiv, „dass er Interesse gezeigt und nachgefragt hat“. Ähnliches ließen auch die Gastgeber beim ASC Göttingen durchklingen, wo Weil ebenfalls am Mittwoch zu Besuch war. Dort zeigten ihm die Verantwortlichen das derzeit laufende Bauprojekt für das ASC-Sportzentrum. Rund drei Millionen Euro koste das Projekt, das vom Land mit 100000 Euro im Rahmen der Sportstättenförderung bezuschusst wird.

Nach zwei weiteren Besichtigungsstationen, darunter der offenen Sporthalle auf dem Zietenareal, sei mit Weil über die Zukunft des Sports und der Vereine gesprochen worden. ASC-Vorsitzender Jörg Schnitzerling freute sich, dass der Ministerpräsident ein offenes Ohr für den Sport habe und daran interessiert sei, dass die Rolle des Sports in der Gesellschaft sich auch weiterentwickle.

Von Britta Eichner-Ramm

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