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Gieboldehausen Pfarrer Kaminski besprengt einige 100 Autos mit Weihwasser
Die Region Gieboldehausen Pfarrer Kaminski besprengt einige 100 Autos mit Weihwasser
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15:58 29.07.2019
Unterwegs auf dem Höherberg: Pfarrer Matthias Kaminski segnet die Autos. Quelle: Michael Caspar
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Gieboldehausen

Als Schutzpatron der Reisenden verehren Katholiken den heiligen Christophorus, dessen Namenstag der 24. Juli, mancherorts auch der 25. Juli ist. Der Riese, der der Überlieferung nach im fünften Jahrhundert nach Christus im Gebiet der heutigen Türkei lebte, soll einst ein Kind, Jesus, über einen Fluss getragen haben. Christophorus („Christusträger“) zählt zu den vierzehn Nothelfern, denen die Kapelle auf dem Höherberg geweiht ist. Dort versammelten sich wie jedes Jahr am Sonntag Gläubige, diesmal waren es mehr als 400. „Und das mitten in der Ferienzeit“, freute sich Pfarrer Kaminski über den Zuspruch.

Treffen mit Jugendfreunden

Mit dabei war Roland Hörnlein aus Gieboldehausen, der schon als Messdiener regelmäßig auf den Höherberg gepilgert ist. „Während des Sommers bin ich bei jeder der Sonntagabendmessen hier oben“, erzählte er. Er treffe dort Freunde, die er seit seiner Jugend vom Fußball kenne. Sie hätten vor Jahrzehnten zusammen in der Kreisauswahl gespielt.

Natur und Fernblick

„Hier oben komme ich zur Ruhe“, erklärte Mathilde Heine aus Renshausen. Sie genieße die Natur und den Fernblick. Auch treffe sie dort oben immer Verwandte. Am Sonntag war sie mit ihrer Enkelin Julia Sophia auf den gut 240 Meter hohen Berg gekommen, der sich zwischen Wollbrandshausen und Bodensee erhebt. Einen Platz in der Kapelle, die über 250 Sitzplätze verfügt, hatten die beiden nicht mehr gefunden. So saßen sie wie viele andere Gläubige draußen vor der Kirchentür.

Pilger bringen Klappstühle mit

Die meisten der Pilger waren darauf vorbereitet. Sie hatten neben ihrem Gesangbuch, dem Gotteslob, auch einen Klappstuhl mitgebracht. Angenehm warm war es draußen. Eine leichte Brise wehte. Die Vögel zwitscherten in den alten Linden und Eichen. In einigem Abstand drehten sich die Windräder, die in den vergangenen Jahren auf dem Berg errichtet worden sind. Eine Lautsprecheranlage übertrug die Messe.

Besinnung auf die eigene Verantwortung

Bei der Segnung der Fahrzeuge gehe es um die Besinnung auf die eigene Verantwortung, erklärte der Pfarrer den Gläubigen. Sie sollten ihr Bewusstsein für die anderen Verkehrsteilnehmer schärfen und aufmerksam sein. „Der Verkehr weckt Gefühle“, bekannte Kaminski. Von ihnen sollten sich Christen aber nicht fortreißen lassen, sondern Augenmaß wahren. Sie müssten nicht immer auf ihr Recht pochen. Sie könnten auch einmal anderen die Vorfahrt lassen.

Ruth Zehetbauers Autofahrerlied

Kaminski mahnte, die Auswirkungen des Verkehrs auf die Umwelt, die Schöpfung, im Blick zu haben. Er warnte vor Geltungssucht. Das Auto sei vielfach zum Statussymbol geworden. Die Katholiken sollten ihre Menschlichkeit wahren. Im Gebet bat die Gemeinde, dass Gott sie auch in Zukunft heile zu Hause ankommen lasse. Gemeinsam sangen sie das Autofahrerlied, das Ruth Zehetbauer 1980 – fünf Jahre vor ihrem Tod – geschrieben hat.

Nach dem Gottesdienst zog der Pfarrer dann von Auto zu Auto, begleitet von einem Messdiener, der ein Gefäß mit Weihwasser trug. Viele Gemeindemitglieder kannte Kaminski mit Namen, wechselte mit ihnen ein paar Worte, ermutigte und scherzte. Jedes Fahrzeug besprengte er mit Weihwasser, manchmal auch die Gläubigen selbst. Neben einigen 100 Autos gab es auch einige Motorräder und Fahrräder zu segnen. Ein Mann ließ sich Gehhilfen mit Weihwasser besprengen. Ein zweiter Messdiener folgte Kaminski. Er verteilte Christophorus-Plaketten. Wer wollte, konnte dafür etwas Geld spenden. Geduldig warteten die Gläubigen, bis der Pfarrer auch zu ihnen kam.

Von Michael Caspar

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