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Gieboldehausen Schüsse und Verfolgungsjagd in Herzberg und Wollershausen
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17:11 14.07.2019
Schüsse und Verfolgungsjagd in Herzberg und Wollershausen. Quelle: imago stock&people
Gieboldehausen

Spektakulärer Polizeieinsatz in Herzberg und Wollershausen: Die Beamten haben sich in der Nacht zu Sonnabend mit den beiden Insassen eines Opels eine Verfolgungsjagd auf der Bundesstraße 27 geliefert. Am Ende fielen Schüsse.

Eigentlich habe eine Funkstreife der Polizei Herzberg den Wagen aus dem Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt nur für eine allgemeine Verkehrskontrolle anhalten wollen, schildert Polizeisprecherin Jasmin Kaatz am Sonnabend. Doch auf die mehrfach gegebenen Haltezeichen der Beamten hätte der Fahrer des Wagens nicht reagiert und stattdessen versucht, der Streife mit überhöhter Geschwindigkeit zu entkommen. Bei einer ersten Überprüfung über Funk hätten die Beamten festgestellt, dass die angebrachten Kennzeichen gestohlen waren.

Schüsse aus der Dienstwaffe

Die temporeiche Flucht der beiden Männer führte von Herzberg über die B 27 und endete zunächst auf einer Weide in der Nähe der Rhume in Wollershausen, schildert die Polizei weiter. Als die Polizisten aus ihrem Streifenwagen ausgestiegen seien und auf den Opel zugingen, sei der Fahrer mit hoher Geschwindigkeit „vermutlich gezielt“ auf die Beamtin und ihren Kollegen zugefahren. Beide hätten daraufhin Schüsse aus ihren Dienstwaffen abgegeben, das Auto aber nach derzeit vorliegenden Informationen nicht getroffen.

Dann, so Kaatz weiter, habe der Fahrer des Wagens die Flucht unbeirrt fortgesetzt und sei auf eine umzäunte Pferdekoppel abgebogen. Hier habe der Opel einen Weidezaun durchbrochen und sei wenige Meter von der Mühlenrhume entfernt zum Stehen gekommen. Die Insassen flüchteten zu Fuß weiter.

Flüchtiger kauert im Wasser der Rhume

Das Auto fanden die Polizisten kurze Zeit später. Im Innenraum stießen die Ermittler auf diverses mutmaßliches Einbruchswerkzeug, schildert Kaatz.

Den mutmaßlichen, 28 Jahre alten Beifahrer haben die Beamten eine Stunde später am Ufer eines Seitenarmes der Rhume im Wasser kauernd entdeckt und festgenommen. Der zweite Mann war zunächst auf der Flucht. Die Polizei hatte deshalb davor gewarnt, in der Gegend Anhalter mitzunehmen.

Zweiter Flüchtiger in Rollshausen festgenommen

Der zweite mutmaßliche Täter habe sich, wie Polizeisprecherin Kaatz Tageblatt-Informationen bestätigt, mehrere Stunden im Bereich der Bushaltestelle in Rollshausen aufgehalten. Nachdem mehrere entsprechende Hinweise bei der Polizei eingegangen waren, sei der Mann am Sonnabend gegen 17 Uhr an der Bushaltestelle in Rollshausen festgenommen worden. Er habe einen ungepflegten Eindruck gemacht.

Bei der Überprüfung habe sich herausgestellt, dass es sich um einen 30 Jahre alten Mann ebenfalls aus Sachsen-Anhalt handle, so Kaatz weiter. Er habe bei der Festnahme augenscheinlich unter Einfluss von Betäubungsmitteln gestanden, weshalb eine Blutentnahme angeordnet worden sei.

Beide Männer wieder auf freiem Fuß

In der Folge seien an den Wohnanschriften der beiden Festgenommenen Durchsuchungen erfolgt. Dabei hätten sich Hinweise ergeben, wonach die beiden Männer vermutlich mehrere Einbruchsdelikte begangen haben könnten. Kaatz lobte in dem Zusammenhang die „gute Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Sachsen-Anhalt“. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft, die keinen Haftgrund erkannt habe, seien beide Männer noch am Abend wieder freigelassen worden.

Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung

Noch am Sonnabend hatte die Polizei in Duderstadt wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes gegen die Beamtin und ihres Kollegen sowie unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Kennzeichenmissbrauchs, Urkundenfälschung und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz ermittelt. Den Opel hatte die Polizei beschlagnahmt. In die Fahndungsmaßnahmen waren mehrere Streifenwagen der Polizei aus Göttingen, Duderstadt, Herzberg und Northeim eingebunden.

Feuerwehren Gieboldehausen und Rollshausen helfen aus

Mehrere Feuerwehrleute aus Rollshausen und Gieboldehausen waren am Sonnabend im Rahmen der Amtshilfe im Einsatz. Für die Suche nach den Flüchtigen hatte die Polizei die Drohne der Feuerwehr Rollshausen angefordert. Und auch die Gieboldehäuser Feuerwehr half mit ihrem Equipment aus und unterstützte mit einer Wärmebildkamera. Die Suche lief von Wollershausen aus und von der nahe gelegenen Kreisstraße 107 aus im Bereich der Rhumeaue.

Der Artikel wurde aktualisiert (Sonntag, 14. Juli, 17 Uhr)

Von Michael Brakemeier und Britta Eichner-Ramm

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