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Gieboldehausen RCC Rüdershausen surft in die fünfte Jahreszeit
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13:42 18.11.2019
Büttenabend des Rüdershäuser Carneval Clubs: Das Thema ist die Neue Deutsche Welle. Quelle: Niklas Richter
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Rüdershausen

In Rüdershausen haben die Narren die Nacht zum Tag gemacht und die fünfte Jahreszeit eingeläutet. Knapp vier Stunden Programm gab es beim Büttenabend des Rüdershäuser Carneval Clubs (RCC) am Sonnabend. Die Tänze, Gesangseinlagen und Büttenreden standen unter dem Motto „Die Halle brennt beim RCC, wir surfen auf der NDW“ – und die Neue Deutsche Welle zog sich nicht nur musikalisch durch den närrischen Abend.

Zu Beginn gab es einen Fahndungsaufruf: „Achtung, Achtung“, rief ein Polizist von der Bühne, während Falcos „Der Kommissar“ aus den Boxen dröhnte. Gesucht wurde die Prinzengarde, der Vorwurf lautete, „ohne gültigen Führerschein auf der Neuen Deutschen Welle zu surfen“. Glücklicherweise konnten alle im Publikum gefunden und dingfest gemacht werden. Zu Markus’ „Ich geb Gas, ich will Spaß“ legten die Festgenommenen unter den strengen Blicken des stoischen Kommissars den ersten Tanz auf der Bühne in der Mehrzweckhalle hin.

Das Publikum ist lauter als Klaus Lage

Und bereits zu diesem frühen Zeitpunkt sangen die 250 Zuschauer begeistert mit, als der Elferrat nur in Badekleidung und mit überdimensionalen Schwimmreifen die Bühne enterte, gab es endgültig kein Halten mehr. Der „Sternenhimmel“ von Hubert Kah wurde schlussendlich mit vielen Leuchtstäben in den Händen der Tänzer, zu denen sich mittlerweile auch die Mini-Garde gesellt hatte, simuliert. Bei „Tausend mal berührt“ war das Publikum dann erstmals lauter als Klaus Lages Stimme aus dem Computer.

„Unser Techniker hat in diesem Jahr alles doppelt und dreifach gesichert, damit der Abend nicht zum Skandal im Sperrbezirk wird“, spielte RCC-Präsidentin Silke Stürmer auf den Büttenabend im Vorjahr an. Damals hatte eine Cyberattacke den Computer mit der Musik lahmgelegt. Mit einem dreifachen „Rü-lau“ wurde schließlich das alte Prinzenpaar, Svenja und Domenik Passow, verabschiedet.

Wer sind die neuen Regenten? Das lesen Sie gleich.

So lief der Büttenabend

Annika I. und Phillip I. sind die neuen Regenten

Die neuen Regenten wurden sogleich verkündet, damit sie sich ihrem „Volk“ vorstellen konnten. Es sind Philipp Müller und Annika Rudolph, die die Narren nun ein Jahr lang als Philipp I. und Annika I. regieren werden. Ratschläge und „Surftipps“ gab es sogleich von ihren Vorgängern: „Der Elferrat hat neue Klamotten, also müsst ihr erstmal im Ort das Geld einsammeln“, sagte Domenik Passow. Dabei meinte er das in diesem Jahr neu gestaltete Vereinslogo, mit dem auch neue Bekleidung einherging.

Büttenabend des Rüdershäuser Carneval Clubs. Das neue Prinzenpaar Annika I. und Phillip I und das alte Prinzenpaar Dominik I. und Svenja I. Quelle: Niklas Richter

Die Narren auf und abseits der Bühne hatten an diesem Abend viel zu lachen. Obwohl die geplante Büttenrede wegen der Erkrankung des Redners abgesagt wurde und der Elvis-Imitator ebenfalls nicht kommen konnte, mussten die Zuschauer, deren Zahl zu später Stunde sicherlich um die 300 war, nicht auf launige Reime verzichten. Ansgar Friedrich, Schriftführer der RCC, hatte sich spontan bereiterklärt, eine Büttenrede zu halten. „Die hatte er noch irgendwo in der Schublade“, meinte Dennis Krol. „Er ist zwar nervös, aber er macht das schon“, so der zweite Vorsitzende.

Leise war es im Saal nur einmal – und das auch nur kurz. Denn Celina Mecke (15) und Marie Fahlbusch (16) sorgten für den Live-Gesang des Abends. Sie gaben „Story of my life“ von „One Direction“ zum Besten. Einen Monat lang hatten die beiden jungen Frauen das Lied eingeübt, um es nun auf großer Bühne mit viel Leidenschaft und Inbrunst zu präsentieren. Das Publikum war begeistert, und alle surften mit Sketchen, Tänzen und dem traditionellen Männerballett bis spät in die Nacht weiter auf der Neuen Deutschen Welle.

Der Rüdershäuser Carneval Club

In zwei Jahren feiert der Rüdershäuser Carneval Club (RCC) sein 50-jähriges Bestehen. Das wird dann noch kräftiger gefeiert, als es die Mitglieder ohnehin schon tun. Jedes Jahr veranstaltet der Verein nicht nur seinen Büttenabend, sondern organisiert zu Fasching die „drei tollen Tage“, an denen im Ort Ausnahmezustand herrscht. Auch das Maifeuer und die Sommerlochparty richten die Rüdershäuser Karnevalisten jährlich aus. Der Altersschnitt der etwa 150 Vereinsmitglieder ist relativ niedrig: „Wir haben kein Problem mit Nachwuchs und Jugendlichen“, sagt der zweite Vorsitzende Dennis Krol. Das liege auch daran, dass der Club auf die Wünsche und Bedürfnisse der jüngeren Generationen eingehe. So wurde in diesem Jahr eine Elferratssitzung nur für die Tanzgarden organisiert. „Da haben wir uns dann die Vorschläge der 50 Mädels angehört“, erläutert Krol. Zudem wurde in diesem Sommer das Vereinslogo erneuert, es liegt nun in digitaler Form vor und wirkt „moderner“, wie Krol sagt.

Von Tobias Christ

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