Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Rhumspringe Bürgermeister Jacobi geht in den Ruhestand
Die Region Gieboldehausen Rhumspringe Bürgermeister Jacobi geht in den Ruhestand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:54 07.02.2019
Fast 20 Jahre lang war Franz Jacobi Bürgermeister von Rhumspringe. Quelle: Niklas Richter
Rhumspringe

In diesen Tagen prägen Abschiede das Leben von Franz Jacobi. Nach 17 Jahren hat der Bürgermeister von Rhumspringe den Vorsitz der Jagdgenossenschaft abgegeben. Dazu kommt demnächst der Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft Rhumequelle und, der wohl größte Schritt: die Beendigung seiner kommunalpolitischen Laufbahn. Am 8. Februar gibt Jacobi (CDU) sein Amt als Bürgermeister und seinen Sitz im Gemeinderat ab.

„Der Anlass steht in meinem Personalausweis, da steht mein Geburtstag drin“, sagt Jacobi und lacht. Viele Bürger hätten vermutet, er sei vielleicht krank oder es hätte Ärger im Rat gegeben – beides stimme nicht. Aber: „Irgendwann muss auch mal Schluss sein, und den Zeitpunkt möchte ich selbst bestimmen.“ Eigentlich habe er schon bei der Kommunalwahl 2016 nicht mehr antreten wollen, das sei ihm aber nur im Bereich der Samtgemeinde, nicht aber im Gemeinderat Rhumspringe gelungen. Dennoch habe er schon damals angekündigt, mit 70 aufzuhören.

Zeit für Familie und Hobbys

Und was kommt nun? Mehr Zeit für die Familie und für das, worauf „man neugierig ist“. Dazu zählt für Jacobi vor allem die Natur. Außerdem kann sich der der 69-Jährige neben Geschichte auch für Flugzeugtechnik begeistern und nutzt EDV-Programme, um Flüge auf der ganzen Welt nachzuverfolgen.

Der politische Wechsel in einer Gemeinde sei immer auch positiv zu sehen. So kämen auch mal andere Richtungen in die Politik und „das ist gut so“, findet Jacobi. Zwei Projekte hätte er trotzdem gerne noch abgeschlossen: den Neubau einer gemeinsamen Kindertagesstätte mit den anderen Gemeinden und das neue Wohngebiet „Südlich der Schule“. „Ich bin trotzdem nicht traurig, denn ich werde die Kollegen in der Verwaltung stundenweise dabei begleiten.“ 45 Jahre im Rat könne man nicht einfach von heute auf morgen wie einen alten Mantel ablegen. „Dafür ist man mit den Menschen in der Gemeinde zu stark verwurzelt“, sagt Jacobi.

Mit 24 Jahren in die Politik gegangen

Überhaupt sagt Jacobi oft „man“, auch wenn er eigentlich über sich selbst spricht. So als ob es ihm leichter fällt, allgemeingültige Aussagen zu treffen, statt sich selbst zum Thema zu machen. Auch die Antwort auf die Frage, was für ein Bürgermeister er gewesen ist, möchte er anderen überlassen.

Jacobi ist gebürtiger Rhumspringer und hat sein ganzes Leben hier verbracht. Bei Ottobock in Duderstadt machte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann und arbeitete später Jahrzehnte als Rendant in der Finanz- und Vermögensverwaltung der katholischen Kirche. Als er 1973 in die Politik ging, war Jacobi 24. Ein wenig habe das auch mit seinem Vater zusammengehangen, der selbst im Rat der Gemeine Rhumspringe aktiv gewesen sei, erzählt er.

Mehr als drei Jahrzehnte im Samtgemeinderat

Zu seiner langen Tätigkeit im Gemeinderat kommen noch zehn Jahre im Kreistag des Landkreises Göttingen und mehr als drei Jahrzehnte im Samtgemeinderat, wo er 20 Jahre lang den Vorsitz der CDU-Fraktion innehatte. Dass er sich politisch so umfangreich einbringen konnte, sei auch seinem damaligen Vorgesetzten zu verdanken gewesen, der sein politisches Engagement „überhaupt nicht als Problem ansah“. Seine Frau Christa und seine Kinder Melanie und Sebastian hätten dagegen schon zeitliche Zugeständnisse machen müssen. Aber: „Meine Familie kennt mich nicht anders.“

Immer wieder betont Jacobi, dass ein Bürgermeister allein nicht viel ausrichten könne. Erst im Zusammenspiel mit den Kollegen in Rat und Verwaltung komme es zu Ergebnissen. In dieser Zeit habe er auch Freundschaften geschlossen, vielmehr aber noch seien es die Personen, mit denen man ein Netzwerk bildet, die diese Zeit prägten. Auch wenn der Begriff „kommunalpolitisches Netzwerk“ manchmal einen negativen Beigeschmack im Sinne von Kungelei habe, müsse es das nicht sein, betont Jacobi. Im Gegenteil, es könne sehr positiv für den Ort sein, wenn bestimmte Dinge auf kurzem Dienstweg ohne viel Bürokratie geklärt werden könnten.

Offizielle Verabschiedung am Freitag

Zwei Tage vor seinem 50. Geburtstag 1999 ist Jacobi Bürgermeister der Gemeinde Rhumspringe geworden, zwölf Tage vor seinem 70. Geburtstag gibt er sein Amt nun ab. Ihm seien immer die Interessen der Menschen im Ort wichtig gewesen, nicht irgendwelche „abgehobenen theoretischen Thesen als Politiker“, sagt er. „Wenn man selbst Ideen hat und diese dann auch noch mitgetragen werden, ist das eine Geschichte, wo Sie sehr zufrieden sein können.“

Franz Jacobi wird in der Gemeinderatssitzung am Freitag, 8. Februar, offiziell verabschiedet. Auf der Tagesordnung stehen zudem die Wahl eines neuen Bürgermeisters sowie die Berufung eines Gemeindedirektors. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Gemeindebüro Rhumspringe, Schulstraße 2.

Von Nora Garben

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein 83 Jahre alter Mann ist am Mittwochmorgen in seinem Wohnhaus an der Straße Goldberg in Rhumspringe von zwei Unbekannten überfallen worden. Der Rentner wurde bei dem Vorfall leicht verletzt.

12.12.2018

In Rhumspringe wird am Sonntag zum achten Mal Heimatfest gefeiert. Geboten wird ein umfangreiches musikalisches und kulinarisches Angebot. Höhepunkt ist die Verkündung der neuen Rhumenixe.

24.08.2018

In Rhumspringe wird am Sonntag zum achten Mal Heimatfest gefeiert. Geboten wird ein umfangreiches musikalisches und kulinarisches Angebot. Höhepunkt ist die Verkündung der neuen Rhumenixe.

24.08.2018