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Rhumspringe Sechs neue Windräder östlich von Rhumspringe?
Die Region Gieboldehausen Rhumspringe Sechs neue Windräder östlich von Rhumspringe?
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12:00 30.11.2019
Nahe Rhumspringe befinden sich derzeit Windräder in der Planung. Quelle: dpa
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Rhumspringe

Rhumspringes Bürgermeisterin Barbara Hose wird in der nächsten Sitzung des Gemeinderates über ein geplantes Windkraftprojekt in der Gemarkung Pöhlde informieren. Am Dienstag, 3. Dezember, werden die ersten Planungen im Rhumspringer Feuerwehrhaus vorgestellt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Bau von Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Herzberg befindet sich allerdings noch in einem frühen Stadium.

Konkret geht es um das Gebiet zwischen dem Weinhagen und dem Ankeröder Berg, erläutert die Bürgermeisterin. Es handele sich um eine „rein informative Veranstaltung“ – denn für den konkreten Bau ist die Gemeinde Herzberg zuständig. Jedoch gehören die Bauflächen Rhumspringer und Hilkeröder Einwohnern – und das zu 100 Prozent, wie Projektbetreuer Otto Rink ausführt. Der Tiftlingeröder arbeitet für das Unternehmen UKA. Der 1999 gegründete Energieparkentwickler kümmert sich um den kompletten Ablauf, von Planungs- bis zur Bauphase und Nachbetreuung. Zudem sorgt er für die Beauftragung von Gutachtern und kümmert sich um die Kommunikation mit den zuständigen Behörden. Auf die Besitzer kämen keinerlei Kosten zu. Der Energieparkentwickler übernimmt „sämtliche Rechnungen, die Flächeneigentümer zahlen keinen Cent“, betont Rink. Sie könnten vielmehr mit einer Vergütung rechnen.

Akquise der Flächen zu 80 Prozent abgeschlossen

„Die UKA ist seit geraumer Zeit rund um Rhumspringe aktiv“, erklärt Rink. Derzeit befinde sich das Unternehmen in der Phase der Akquise, Rink ist das Gesicht der UKA vor Ort. Insgesamt sollen „nicht mehr als sechs“ Windräder auf dem Gebiet entstehen. „Ich kümmere mich derzeit um Nutzungsverträge mit den Flächeneigentümern“, berichtet Rink. Zu 80 Prozent sei dies für die Großflächen abgeschlossen, Anfang des nächsten Jahres sollen die Kleinflächeneigentümer folgen: „Da kommt noch viel Fleißarbeit auf uns zu.“

Die Windräder würden nach dem neuesten Stand der Technik errichtet, die Nabenhöhe soll zwischen 136 und 166 Metern liegen, „da kommen dann noch die Flügel hinzu“, berechnet der Experte die voraussichtliche Höhe der rotierenden Konstrukte. Insgesamt könnten die Räder also bis zu 250 Meter in den Himmel ragen. Bis die ersten Baufahrzeuge anrollen, sind aber noch einige Hürden zu nehmen. So müsse die Stadt Herzberg ihren Flächennutzungsplan anpassen, da die gewünschten Baugebiete „nicht dafür ausgelegt“ seien. Das sei aber wohl nur eine Formalie: „Uns wurde eine Kooperationsbereitschaft bereits in Gesprächen signalisiert“, so Rink.

Was ist genau geplant?

„Geplant sind fünf bis sechs Anlagen mit Höhen von knapp unter 250 Metern und Leistungen von je 5,6 Megawatt“, teilt UKA-Pressesprecherin Lisa Fritsche mit. Mit je einer solchen Anlage können 4000 bis 5000 Haushalte mit grünem Strom versorgt werden. „Windparkplanung ist ein Langstreckenlauf“, so Fritsche: Es dauert mehrere Jahre von der Standortanalyse bis zum ersten Drehen der Rotorblätter. Eine Planungsdauer von fünf Jahren und mehr sind bei der Entwicklung eines Windenergieprojektes keine Seltenheit. Die Dauer des Projektes ist auch davon abhängig, wie sich die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern entwickeln oder später, wie viel Zeit die Behörden für die Prüfung der Genehmigungsfähigkeit benötigen. Die Standorte, auf denen die Anlagen konkret geplant werden sollen, stehen noch nicht fest.

Das Projekt Rhumspringe profitiert von den Erfahrungen, die UKA bereits bei der Planung des wenige Kilometer entfernten Windparks Gieboldehausen sammeln konnte. Dort hat das Unternehmen zwischen 2016 und 2019 acht Anlagen erfolgreich in Betrieb genommen.

Genehmigungen bis Ende 2020?

Der grobe Zeitplan sieht vor, dass zu Beginn des Jahres 2020 erste Gutachten über Vögel- und Fledermauspopulationen in den betreffenden Landstrichen erstellt werden, damit der Bauantrag im nächsten Jahr gestellt werden kann. „Unser Ziel ist es, dass wir Ende 2020 mit den Genehmigungen zum Landkreis Göttingen fahren können“, so der Projektbetreuer.

Auch die 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung, die „wohl kommen wird“, könnten problemlos eingehalten werden. Zudem sei die Höhenlage in der Gegend „sehr günstig“. „Die Hauptwindrichtung Süd-Ost ist sehr gut“, beschreibt Rink den „idealen Standort“ der geplanten Windkraftanlagen. Zudem müssten sich die nähesten Anwohner keine Sorgen um Windemissionen machen: „Der Geräuschpegel ist niedrig“, die Windkrafträder würden in den nahegelegenen Orten nicht zu hören sein. Auch die Aussicht der Rhumspringer werde nicht beeinträchtigt – zumindest nicht durch Schattenwurf der Windräder. „Natürlich werden die Anlagen von einigen Häusern der Orte zu sehen sein“, fügt Rink hinzu.

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Von Tobias Christ

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