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Gieboldehausen 45 Piloten bei Flugtagen in Germershausen
Die Region Gieboldehausen 45 Piloten bei Flugtagen in Germershausen
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00:22 20.06.2019
Flugtage des Eichsfelder Modellbau-Clubs in Germershausen. Quelle: Ballhaus
Germershausen

Zufrieden mit dem Verlauf der Flugtage am Wochenende auf dem Fluggelände bei Germershausen zeigte sich der Eichsfelder Modellbau-Club. Immerhin hatten die rund 45 Piloten an beiden Tagen mit „schwierigen Wetterverhältnissen“ zu tun, wie Vorstandsmitglied Mirko Heinrichs zusammenfasst.

Gastpiloten sogar aus Holland

Heinrichs sprach von einem „erfolgreichen Schaufliegen“, das an beiden Tagen „um die 600 Zuschauer“ besucht haben. Zu der Modellflugveranstaltung konnten die Gastgeber des Eichsfelder Modellbau-Clubs (EMC) auf ihrem Fluggelände südlich von Germershausen auch in diesem Jahr wieder zahlreiche befreundete Gastflieger aus Bremen, Hameln, Nordhausen und Uetze begrüßen.

Die weiteste Anreise hatte ein Fliegerkollege aus den Niederlanden, der auch schon in den Vorjahren an den Flugtagen des EMC teilgenommen und auch sonst gerne am Seeburger See campe. Wie einige anderen Teilnehmer hatte er am Wochenende sein Campingmobil neben dem Fluggelände aufgestellt. Die Piloten und ihre Familien machten es sich auf Campingstühlen bequem und hatten das Geschehen auf dem Flugfeld und in der Luft immer im Blick.

Loopings und Sturzflug

Flugtage des Eichsfelder Modellbau-Clubs in Germershausen. Quelle: Ballhaus

Während sich die EMC-Flieger samt ihren Partnern ums Organisatorische und die Verpflegung kümmerten, bestritten vorwiegend die Piloten der befreundeten Vereine das Flugprogramm. Manche waghalsigen Flugmanöver – vom Looping über den Sturzflug bis hin zu weiteren fliegerischen Kunststückchen – brachten unbedarfte Zuschauer zum Staunen und entlockten der Modellflug-Gemeinde mitunter anerkennende Kommentare.

Was spielerisch aussieht, bedürfe jedoch einer großen Portion Erfahrung, versicherte Heinrichs. Wenn beispielsweise der motorisierte Flieger mittels elektrischer Seilwinde das Segelflugmodells mit einer Spannweite von 5,70 Metern erst über das Rasen-Rollfeld zieht, um es dann in der Luft bei passender Gelegenheit auszuklinken, müssten beide Piloten gut aufeinander eingespielt sein. Sehenswert waren außer den Show-Flügen auch die Fluggeräte selbst.

Bilder vom Wochenende

Schaufliegen auf dem Fluggelände bei Germershausen – etwa 600 Besucher sehen eine Vielzahl an Fluggeräten und gekonnte Flugmanöver.

Flugzeuge und Hubschrauber

Der Modellbauer unterscheide dabei Flugmodelle und Hubschrauber, erklärte Heinrichs. „Beides hat seinen Reiz“, wobei sich der Modellflieger meist auf eines von beiden konzentriere. Zehn bis 15 verschiedene Modelle habe jeder Pilot, der an Flugtagen teilnehme, zu Hause. Im Gegensatz zu Klubs wie etwa Condor Göttingen, die an Wettbewerben teilnähmen, betrieben die EMC-Mitglieder Modellflug aus Spaß am Showflug, so das EMC-Vorstandsmitglied weiter. „Im Winter ist Bastelzeit“, sagte er. Da werde an den Flugzeugen gebastelt oder repariert. Ab Frühjahr werde wieder geflogen. Er selbst sei vor etwa 15 Jahren über seinen Vater zum Modellflug gekommen.

Auch die Rentner-Gruppe des Eichsfelder Modellbau-Clubs ist bei den Flugtagen auf dem Fluggelände bei Germershausen dabei. Mit 66 Jahren der jüngste der Runde ist Ottmar Otto (rechts). Quelle: Eichner-Ramm

Deutlich länger dabei ist die Rentner-Gruppe des EMC, wie deren mit 66 Jahren jüngstes Mitglied Ottmar Otto bestätigte. Die langjährige Erfahrung von Männern wie beispielsweise dem 82-jährigen Engelbert Füllgraf sei bei den jüngeren Vereinsmitgliedern immer mal wieder gefragt. Die Fliegerei halte jung, betonten die alten Modellflug-Hasen.

Möglichst nah am Original

Einige Maschinen, die bei den Flugtagen zu sehen waren, waren sogenannte Scale-Modelle, die maßstabsgetreu das Original abbilden. Bei anderen Flugzeugmodellen stand die Motorleistung im Mittelpunkt. Bis zu zehn Kilowatt sei möglich. Und dann gab es noch die Eigenbauten, die entweder aus Holz, Glasfaser oder Styropor gefertigt wurden. Mit zwei nahezu identischen Holzmodellen, in denen etwa 600 Arbeitsstunden stecken, waren Silvio und Enrico Oettler aus Berlingerode in Gerblingerode dabei.

Armin Metzel aus Veckerhagen führt sein Spaßmodell mit Comic-Held Werner und Ingo Igel bei den Flugtagen des Eichsfelder Modellbau-Club auf dem Fluggelände bei Germershausen vor. Quelle: Eichner-Ramm

Während sich die Oettler-Brüder mit ihren Flugzeugmodellen so weit wie möglich ans Original anlehnten, gilt das Fluggerät von Armin Menzel aus Veckerhagen als Spaßmodell. Aus einer Bierlaune heraus habe er vor ein paar Jahren eine Flugscheibe gebaut, auf der die Comic-Figur Werner samt seinem Motorrad und Ingo der Igel montiert sind. „Ja, das fliegt“, entgegnete er auf skeptische Nachfragen. Die rote Scheibe habe mit ihren 3,5 Pferdestärken „deutlich mehr Leistung als ein Mofa“.

Vereins-Porträt des EMC

Der Eichsfelder Modellbau-Club (EMC) wurde 1975 gegründet. Das erste Fluggelände des Vereins befand sich in der Gemarkung Obernfeld am Verbindungsweg Obernfeld/Hübental. Mit der sogenannten Aufstiegsgenehmigung durch das Luftfahrtbundesamt im Jahr 1977 wurde der Modellflugplatz offiziell eingeweiht. Im Herbst 1987 wurde dem Verein das Gelände gekündigt und die Modellflieger fanden zunächst ein Gelände nahe der Tettelwarte, wo der Modellflugplatz allerdings nicht bleiben konnte, da er dort in einem Landschaftsschutzgebiet lag. 1990 kam das Aus und der Verein stand zum zweiten Mal ohne Gelände zum Fliegen da, heißt es in der Chronik des EMC. Schließlich wurde der Verein fündig und kaufte das heutige Gelände in der Gemarkung Germershausen. Das ursprünglich 140 Meter lange und 40 Meter breite Areal dient seit September 1993 als neuer Modellflugplatz des EMC. 2013 wurde das bestehende Fluggelände durch Zukauf angrenzender Flächen erweitert. Heute umfasst das Gelände mehr als 6000 Quadratmeter.

Der Verein zählt derzeit etwa 75 Mitglieder und verzeichne einen Zulauf von Jugendlichen, so Vorstandsmitglied Heinrichs. Das jüngste Mitglied im Verein sei 17 Jahre.

Von Britta Eichner-Ramm

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