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Gieboldehausen Seniorenwallfahrt in Germershausen
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07:00 26.04.2019
Pfarrer Eberhard Jacob aus Berlingerode zelebriert die Messe bei der Seniorenwallfahrt in Germershausen. Quelle: Rüdiger Franke
Germershausen

„Wir feiern Ostern“, begrüßte der Pfarrer die Teilnehmer in der Wallfahrtskirche. „Wir feiern das Leben.“ Er freue sich auf den Festgottesdienst an diesem besonderen Ort. Jacob ist in der Vergangenheit bereits mehrfach mit Gemeindemitgliedern nach Germershausen gekommen, um den Wallfahrtsort zu besuchen. „Auf den Wallfahrtsort könnt ihr stolz sein“, sagte er. „Hier wird Glauben gelebt.“

Wallfahrtskirchen bleiben“

„Ich lebe nur 25 Kilometer entfernt“, sagte der Zelebrant. Dort sei schon ein anderes Bistum. Aber trotz der Trennung durch die Landes- und Bistumsgrenze gehöre das Eichsfeld zusammen. Er sei mit Freunden quer durch das Eichsfeld gepilgert. „Wir sind in Renshausen gestartet und quer durch zum Hülfensberg gegangen“, berichtete er. Auf der Route sei er auf eine Wallfahrtskirche nach der nächsten getroffen. „Pfarrgrenzen ändern sich“, sagte er, „aber Wallfahrtskirchen bleiben.“ Denn dort sei die Gottesmutter zu finden. Jede Wallfahrtskirche habe ihre eigene Darstellung von ihr.

Die Schmerzensmutter

Es stehe zwar nicht in der Bibel, dass Jesus Maria begegnet sei, aber bereits seit dem Mittelalter habe es immer wieder Überlegungen zu diesem Thema gegeben. Auch auf den Darstellungen des Kreuzweges sei sie immer in seiner Nähe. „In Etzelsbach steht eine Pièta, die Schmerzensmutter“, sagte der Pfarrer. Papst Benedikt XVI. habe bei seinem Besuch intensiv über diese Marienfigur gesprochen. Dessen Vorgänger Johannes Paul II. habe auf seinen Reisen immer auch Marienheiligtümer besucht, habe die Gottesmutter sehr verehrt. „Maria trägt die Hoffnung in ihrem Herzen, dass der Gottessohn leben wird“, erläuterte Jacob. Im Gegensatz zu den Jüngern habe sie immer daran geglaubt.

Pfarrer Eberhard Jacob aus Berlingerode zelebriert die Messe bei der Seniorenwallfahrt in Germershausen. Quelle: Rüdiger Franke

Hoffnung

Viele Menschen würden in die Wallfahrtskirchen kommen und Kerzen anzünden. „Sie sagen damit: Maria schenk uns doch deine Hoffnung“, erklärte der Pfarrer. An Ostern sei das erste, Freude zu haben. „Wir müssen die Freude im Herzen tragen“, sagte er. „Wir klagen manchmal zu viel.“ Der Papst habe gesagt, die Menschen blieben zu oft am Kreuz stehen. „Wir müssen aber weitergehen, denn dahinter kommt die Auferstehung.“ Die Menschen müssten viel mehr das Gute sehen. „Es gibt doch soviel Gutes. Lasst uns davon erzählen.“ Freude stecke an. Lachen stecke an. Deshalb gebe es den Brauch, dass Pfarrer an Ostern einen Witz erzählen, damit die Gemeinde lache.

Reflektieren

Der Brand der Kathedrale Notre Dame in Paris habe Menschen in ganz Europa geschockt, sagte Jacob. In den Kommentaren haben ihn gefreut, dass vom christlichen Abendland gesprochen wurde. Vielleicht trage das Ereignis dazu bei, dass die Menschen über ihren Glauben reflektieren. „Welche Wurzeln haben wir eigentlich?“

Segensort

Die heutige Welt sei schnelllebig, sagte der Pfarrer. Als Gegenpol dazu stand vor dem Altar ein Segenswürfel. „Propst Bernd Galluschke hat ihn gestern abend noch vorbeigebracht“, erzählte Cornelia Kurth-Scharf, Sprecherin des Germershäuser Wallfahrtsteams. Die Würfel seien eine Fortsetzung der Segensbänke, wie sie zum Beispiel am Duderstädter Rathaus stehe. „Man soll sich darauf wohlfühlen“, erläuterte der Propst. Aber man könne auch den QR-Code darauf scannen und sich auf der Homepage segensorte.de umschauen. Dort finde auch einige Segensgedichte. Solche Würfel gebe es zum Beispiel auch im Kindergarten St. Klaus in Duderstadt. „Sie können auch ein eigener kleiner Schutzraum sein, um sich zurückzuziehen.

Frauenwallfahrt

Die nächste Wallfahrt in Germershausen findet am Sonntag, 5. Mai, die Frauenwallfahrt statt. Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger hat seine Teilnahme zugesagt.

Von Rüdiger Franke

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