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Gieboldehausen Spielplatz gehört wieder den Kindern im Ort
Die Region Gieboldehausen Spielplatz gehört wieder den Kindern im Ort
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18:56 21.09.2018
Mit viel Eigeninitiative neu errichtet: Der Spielplatz in Rollshausen. Kletterburg und Schaukel im Vordergrund sind zwei der Attraktionen. Quelle: Markus Hartwig
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Rollshausen

Mit Hilfe von Ehrenamtlichen, örtlichen Vereinen sowie regionalen Unternehmen ist der Spielplatz in der Tillystraße runderneuert und wieder an die Kinder im Ort übergeben worden. „Kommt ganz oft hierher“, forderte die stellvertretende Bürgermeisterin, Carmen Heise, den Nachwuchs auf.

Bereits 1968 ist im Bebauungsplan „Warteberg-Nord“ die Fläche an der Tillystraße als Spielplatz ausgewiesen und 18 Jahre später, 1986, dann durch Kletter- und Schaukelkombination sowie eine Sitzgruppe aus Holz ergänzt worden. Zwischenzeitlich diente die Fläche auch als Bolzplatz. „Hin und wieder kam das eine oder andere Spielgerät dazu, zwei Straßenfeste wurden veranstaltet, um von dem Erlös unsere Wackeltiere zu erwerben und anzubringen“, erinnerte sich Carmen Heise bei der kleinen Feierstunde am Freitag, zu der selbst bei anhaltendem Regen viele Rollshäuser gekommen waren.

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Spielplatz verfällt, Modernisierung gefordert

Auf dem Platz waren Geräte aus Holz installiert. Schön zum Spielen, und auch fürs Auge ein Genuss. Allerdings hinterließen nicht nur die Benutzung, sondern auch die Jahreszeiten ihre Spuren. So wurden Stimmen laut, den Spielplatz zu modernisieren. „Leider“, so Heise rückblickend, „gingen die Wünsche nicht in Erfüllung, die Jahre zogen durchs Land und der Spielplatz wurde sehr unattraktiv.“

Einen Wendepunkt sollte 2016 die Feier zum 875. Geburtstag von Rollshausen bringen. Alle Vereine des Dorfes beteiligten sich, und es wurde schon bei der Planung beschlossen, die jeweiligen Erlöse zur Erneuerung des Spielplatzes einzusetzen. Doch es reichte nicht für eine Komplettsanierung. Die Gemeinde brachte einen Großteil der Finanzen mit ein und Sponsoren stockten den fehlenden Betrag auf. Finanziell war das Projekt nun so gut wie gesichert.

Freiwillige Helfer stemmen das Projekt

„Bei einer Vor-Ort-Besichtigung durch den Gemeinderat kamen junge Väter auf uns zu und boten ihre Mitarbeit bei der Neugestaltung an“, erinnerte sich die stellvertretende Bürgermeisterin. Schließlich habe sich eine Gruppe aus 25 Helfern gebildet, um sich nach Feierabend und an den Wochenenden am Sanierungsprojekt zu beteiligen. Die Organisation zur Umgestaltung des Spielplatzes übernahmen die Ratsmitglieder Markus Schneegans und Steffen Bringmann. Alle ließen sich diesen Sommer von dem Motto leiten: „Wer Zeit hat, kommt zum Helfen.“

„Man muss sich auch in den kleinen Ortschaften um Attraktivität bemühen“, hob Claus Bode hervor. Rollshausens Bürgermeister imponiert, dass sich junge Familien aus dem Ort ins Projekt eingebracht haben. Unter ihnen auch einige, die selbst als Kinder oft auf dem Spielplatz waren. Insgesamt seien von den Beteiligten 60 Tonnen Kies und Sand bewegt und acht Kubikmeter Beton angemischt worden. Es wurde geplant, geschaufelt, die Spielgeräte fest im Boden verankert, gebohrt und geschraubt. Die Wackeltiere bekamen einen neuen Anstrich und Teile des desolaten Zauns wurden beseitigt.

Markus Schneegans (li.) und Steffen Bringmann sind gebürtige Rollshäuser und sagen: „Wir haben eine besondere Verbindung zu dem Gelände.“ Quelle: Markus Hartwig

Markus Schneegans und Steffen Bringmann sind gebürtige Rollshäuser und haben als Kinder das Areal gerne aufgesucht. Mit der gemeinschaftlichen Arbeit am Projekt Spielplatz seien die Bewohner weiter zusammen gewachsen, sagen sie und freuen sich über das vollendete Projekt. „Wir haben eine besondere Verbindung zu dem Gelände.“

Von Markus Hartwig