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Gieboldehausen Unwetter in Rhumspringe: So laufen die Aufräumarbeiten
Die Region Gieboldehausen Unwetter in Rhumspringe: So laufen die Aufräumarbeiten
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17:24 28.08.2019
Jacqueline Priebe und Esther Müller beim Aufräumen. Quelle: Böhm
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Rhumspringe

Die Straßen in Rhumspringe sind am Mittwochvormittag alle wieder frei. An vielen Stellen sieht man noch die rotbraunen Ränder der Schlammbrühe, die durch den Ort geflossen ist. In manchen Garageneinfahrten stehen Helfer mit Schläuchen und putzen die letzten Reste weg.

In der Straße Schlehdorn kann von letzten Resten noch nicht die Rede sein. Hier hat sich eine große Schlammlawine ergossen. In der Schneise von den Feldern über dem Holunderweg bis in den Schlehdorn sei das Wasser inklusive Heumahd in den Ort geflossen. Durch dieses Gemenge sei es zu Problemen beim Abpumpen gekommen, so Holger Raabe, Feuerwehr-Pressemann von Gieboldehausen. Fünf Häuser sind stark betroffen, besonders das Eckhaus der Familie Gerloff.

Bernadette Jacobi beim Säubern. Quelle: Böhm

Als der Regen am Dienstagnachmittag begann, habe er noch schnell seinen Wagen in die Garage gebracht. „Da habe ich es schon kommen sehen“ erzählt Friedel Gerloff. Schlamm und Erde ergossen sich über seine Einfahrt, den Garten, flossen in den Keller. Bis zu 150 Zentimeter stand der Dreck im Keller.

Ein Container für all die Dinge, die nicht mehr repariert oder gereinigt werden können, ist am Mittwoch bereits geliefert. Auf dem Rasen stehen jetzt Tiefkühlschränke, ein Ergometer, Berge von Winterkleidung überzogen von einer dicken Schicht Schlamm. „Ich habe jetzt keine Arbeitskleidung mehr“ sagt Gerloff. Er ist zwar Rentner, werkelt aber gern in seiner Werkstatt. Die Geräte sind vorübergehend in einem kleinen Schuppen gelagert. „Ich weiß noch nicht, ob die noch funktionieren“, sagt Gerloff.

Fotos von Lesern und der Feuerwehr zeigen den Wasserstand bei und nach dem Unwetter.

Keine Versicherung

Glück im Unglück sind die vielen Helfer aus der Nachbarschaft, die der Familie zur Hand gehen. Die beiden Töchter sind gekommen, reinigen Schuhe und Tiefkühlschränke. Eine Cousine vom Maria Gerloff spült Eimer, Töpfe und Spielzeug ab. „Wenn so etwas passiert, ist es klar, dass wir helfen“, sagt sie. Im Keller sind die großen Dreckmassen inzwischen abgepumpt beziehungsweise eimerweise rausgetragen. Jetzt wird gewischt, die Wände werden abgebürstet. Rund 20 Nachbarn, Freunde und Verwandte helfen momentan, gestern Abend seien es noch mehr gewesen, erzählt Bernadette Jacobi, Schwester des Hausbesitzers Gerloff.

Verschmutzte Winterkleidung. Quelle: Böhm

Beim Nachbarn waren es 20 Zentimeter Schlammhöhe im Keller, eine Waschmaschine und mehrere alte Sofas muss er wohl wegschmeißen. Den Hausrat werden die Familien von der Versicherung ersetzt bekommen. Das Problem für die Betroffenen sind die Kosten für die Trocknung und die Beseitigung der baulichen Schäden. Denn hier im Schlehdorn sind die wenigsten gegen Hochwasser versichert. „Als wir hier gebaut haben, haben alle gesagt, ihr liegt so hoch, da braucht ihr keine Versicherung gegen Hochwasser“, erzählt Krause.

Schlehdorn schon einmal betroffen

Vor einigen Jahren war der Schlehdorn schon einmal von einer Wasser- und Drecklawine betroffen. Das Rückhaltesystem, das etwas unterhalb von Gerloffs Haus im Falle starker Regenfälle das Wasser auffangen soll, habe das schon damals nicht leisten können. Ortsbürgermeisterin Barbara Hose weiß um die Problematik. Dieser Schacht sei nicht ausgelegt für so ein Unwetter. Als die Gebiete bebaut wurden, habe man gedacht, bei der Hanglage werde es keine Probleme geben. „Wir müssen uns jetzt mit Fachleuten zusammensetzen, das Ganze bewerten“, sagt die Bürgermeisterin. Und es im Rat besprechen, ergänzt sie. Sollten Baumaßnahmen nötig sein, kämen erhebliche Kosten auf die Gemeinde zu. Dann müsse die Gemeinde sehen, ob es für solche Maßnahmen beispielsweise Geld vom Land Niedersachsen gebe.

Für die betroffenen Familien ist eine Spendenaktion angedacht. Darauf hätten sie schon am Dienstagabend viele Bürger angesprochen, erzählt Hose.

Sportgelände und Schießstand auch betroffen

Sonderschichten haben auch die Mitglieder des SV Rhumspringe geschoben. Ihr unmittelbar an der Rhume gelegenes Sportgelände ist ebenfalls betroffen. „Dreiviertel des Platzes sind in Ordnung, nur der Teil, der an der Rhume liegt, ist in Mitleidenschaft gezogen worden – und die davor liegende Laufbahn“, sagt Bernd Mühlhaus, Fachwart Seniorenfußball des SV Rotenberg. Nicht betroffen sei das Sporthaus. Mühlhaus ist sich sicher, dass das von Freitag bis Sonntag geplante Sportwochenende mit zahlreichen Fußballspielen dennoch ausgetragen werden kann. „Den Platz kriegen wir wieder hin, das Drumherum muss warten. Die Laufbahn ist voller Matsch, es wird dauern, bis wir die wieder sauber haben.“

Stark betroffen ist auch der Schießstand in Rhumspringe, berichtet Bürgermeisterin Barbara Hose. Es werde noch eine Weile dauern, bis der Stand wieder benutzt werden könne.

Von Christiane Böhm und Lea Lang

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