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Gieboldehausen Von besinnlich bis lebendig
Die Region Gieboldehausen Von besinnlich bis lebendig
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17:33 30.11.2016
Von Axel Artmann
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Gieboldehausen

Anlass für den Vortrag Borchardts, der viele musikalische Beispiele einspielte, war die Adventsfeier des Landfrauenvereins Gieboldehausen, die rund 110 Mitglieder besuchten. Sie erfuhren zunächst, dass die Urchristen Weihnachten nicht kannten.

Kerzen spielen wichtige Rolle

Erst im neunten Jahrhundert hätten Bischöfe und Papst für West- und Mitteleuropa festgelegt, am 25. Dezember das Weihnachtsfest zu feiern. Dass es ein Lichterfest sei, habe auch damit zu tun, dass die Urchristen aus dem Judentum entstanden seien. Dort werde das Chanukkafest gefeiert, in dem Kerzen eine wichtige Rolle spielen. Das Lied, dass dabei gesungen werde, klinge wie ein Weihnachtslied.

Die älteste kirchliche Musik zu Weihnachten sei das Eingangsgebet für das Hochamt am ersten Weihnachtstag. Das älteste bekannte Weihnachtslied „In dulce jubile“ stamme von dem in Mühlhausen geborenen Komponisten Johannes Eccard. Viele Weihnachtslieder dienten als Grundlage, „um auch große musikalische Formen zu schaffen“. Als Beispiel hörten die Besucherinnen die Kantate „Vom Himmel hoch“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy über das gleichnamige Lied von Martin Luther.

Der Ursprung einiger Lieder habe wenig mit Weihnachten zu tun. Die Melodie von „Oh, du fröhliche“ gehe auf ein sizilianisches Schifferlied zurück. Mit „Go tell it on the mountains“ verdeutlichte Borchardt, dass Weihnachtsmusik nicht nur besinnlich sein muss, sondern auch lebendig sein kann. Die Nationalsozialisten hätten Komponisten den Auftrag gegeben, Lieder zu schreiben, die eingängig seien und geeignet sein sollten, christlichen Weihnachtslieder nach und nach zu verdrängen, ähnliche Versuche habe es auch in der DDR gegeben.