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Gieboldehausen Neue Glocke für Gieboldehäuser Kirche
Die Region Gieboldehausen Neue Glocke für Gieboldehäuser Kirche
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11:14 03.02.2017
Pfarrer Matthias Kaminski (l.) mit Kirchenvorsteher Werner Grobecker. Quelle: mic
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Gieboldehausen

An einem Holzgerüst, um das ein türkisfarbenes Tuch geschlungen ist, hängt die 52 Kilogramm schwere Glocke zur Zeit. Ein Relief auf dem Instrument zeigt Papst Benedikt. Sie soll an seinen Besuch im Eichsfeld 2011 erinnern, heißt es in einer Inschrift. „Die Gießerei Bachert aus Karlsruhe hat die Glocke, die einen Durchmesser von 42 Zentimetern hat, hergestellt“, berichtet Pfarrer Matthias Kaminski. Das Unternehmen habe auch die Glocken in Bodensee, einem der Kirchorte seiner Pfarrei gegossen.

Abgestimmt auf die anderen Glocken

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„Gestimmt ist das Instrument auf den Ton c“, weiß Kirchenvorsteher Werner Grobecker. Der Glockensachverständige Andreas Philipp habe sie abgenommen. Der Ton sei mit denen der anderen drei Glocken der Kirche, f, as und b, abgestimmt. „An hohen Festtagen werden alle vier gemeinsam erklingen“, kündigt Pfarrer Kaminski an. Zu Ostern zur Auferstehungsmesse könne das erstmals der Fall sein. Dann feiere Benedikt zudem seinen 90. Geburtstag.

Dachreiter

Bis dahin muss die Glocke allerdings noch hinauf aufs Dach. „Elektrische Kabel sind bereits verlegt“, führt Grobecker aus. Das sei bereits 2009 geschehen, als der Turm erneuert worden sei. Die Eichenbalken des alten Dachreiters seien durchgefault gewesen. „Damals gab es bereits die Idee, eine neue Evangelien-Glocke zu beschaffen“, sagt der Pfarrer. Angesichts der hohen Kosten der vor 14 Jahren begonnenen Kirchensanierung habe er zunächst reserviert reagiert. Doch nun, wo alle Arbeiten erfolgreich abgeschlossen seien, freue er sich gemeinsam mit der Gemeinde auf die Installation des Instruments. Eine Familie aus dem Ort hat die Glocke gestiftet.

Warnung vor Bränden

„Seit 1917 ist der Dachreiter auf unserer Barockkirche leer“, berichtet Kirchenvorsteher Werner Grobecker. Während des Ersten Weltkriegs sei die Glocke aus dem kleinen Turm entfernt und wahrscheinlich eingeschmolzen worden. Sie habe dem Ort zuvor nicht nur zu kirchlichen Zwecken gedient. Die Menschen hätten sie auch zur Warnung vor Bränden und Stürmen oder zum Hinweis auf Auktionen geschlagen. Der helle Ton sei weithin zu hören gewesen. „Die Kirchentür war damals nie abgeschlossen“, berichtet der Kirchenvorsteher. So hätte bei Gefahr jeder schnell hereinkommen und am Seil ziehen können, mit dem sie damals betätigt wurde. Das wisse er von seiner Großmutter.