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Gieboldehausen Vom Rallycross-Sieger zum Organisator von Mustangtreffen
Die Region Gieboldehausen Vom Rallycross-Sieger zum Organisator von Mustangtreffen
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10:46 03.08.2019
Wolfgang von Berg mit seinem Ford Mustang aus dem Jahr 1965 Quelle: Rüdiger Franke
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Gieboldehausen

„Ich bin mit Autos aufgewachsen“, erzählt Wolfgang von Berg. Sein Onkel betrieb eine Werkstatt in Gieboldehausen, sein Vater eine Tankstelle. Bereits als Zwölfjähriger ist er auf Privatgelände gefahren. „Ich hab Luft aus den Reifen gelassen, um besser driften zu können.“ Im Prinzip war vorherbestimmt, dass er Automechaniker wurde.

„Mit 16 Jahren kam die härteste Zeit“, erinnert sich der 53-Jährige. Gemeint sind die zwei Jahre, die er warten musste, bis er endlich den Führerschein machen konnte, um auf öffentlichen Straßen zu fahren. Er war in der Lehre, hatte sein erstes Auto bereits betriebsfertig. „Das war ein Ford Taunus.“

Leidenschaft Rennsport

Als von Berg volljährig war, beschränkte er seine Autoleidenschaft nicht nur auf den Straßenverkehr. Er begann mit dem Rennsport. Seine ersten Versuche unternahm er beim Autoslalom, „gleich als ich 18 war“. Sechs Jahre später wechselte er zum Rallycross. Der Gieboldehäuser startete bei den deutschen Meisterschaften mit. „Das war eine schöne Zeit“, erzählt er. „Ich bin von 1989 bis 1993 die Saisons komplett durchgefahren.“ Sein Vorteil in dem kostenintensiven Sport: „Ich konnte viel selber schrauben.“

Größter Erfolg

Seinen größten Erfolg feierte von Berg 1992. Am Ende der Saison hatte der den deutschen Rallycross-Cup, also die deutsche Meisterschaft, gewonnen. Die acht Rennen hat er mit einem Ford Escort RS 2000 bestritten. Im darauf folgenden Jahr nahm der Eichsfelder sogar an vereinzelten Läufen zur Europameisterschaft teil, ging in Buxtehude, Belgien und den Niederlanden an den Start. Mittlerweile fuhr er einen BMW M3, mit dem er am Ende als bester Deutscher auf Rang 17 im Gesamtklassement landete. In dem Jahr wurde ihm noch eine besondere Ehre zuteil: „Ich bin beim Internations-Cup auf dem Nürburgring gestartet.“ Er startete also mit seinem M3 als Teil der Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft im Rallycross.

Wolfgang von Berg beim Rallycross Quelle: r

Spektakuläre Drifts

1993 hörte er mit dem Rennsport auf, doch so ganz konnte er mit dem Kapitel nicht abschließen. „Von 1999 bis 2001 bin ich dann wieder vereinzelte Rennen gefahren“, erzählt er. Und sein Name war nicht in Vergessenheit geraten und verlernt hatte er auch noch nichts. „Das Comeback des Tages feierte Wolfgang von Berg“, hieß beispielsweise in einem Artikel des Hamburger Abendblattes aus dem Mai 2000. „Mit spektakulären Drifts wuchtete er sein ’noch nicht konkurrenzfähiges’ Auto im Finale der Division vier auf Platz vier.“ Das noch nicht konkurrenzfähige Auto war ein Ford Sierra.

Amerikanische Legende

Bis auf das Intermezzo mit dem BMW M3 war Ford immer seine Marke. „Ich war ja schon von der Familie darauf geprägt.“ Und so entstand auch seine Leidenschaft für den Ford Mustang. „Ich schraube gern an alten US-Autos“, sagt er. Als er sich selbst einen anschaffen wollte, entschied er sich für die amerikanische Automobil-Legende. Sein Hardtop stammt aus dem Jahr 1965. Gelb lackiert, mit zwei schwarzen Streifen, die sich von vorn bis hinten über das Fahrzeug ziehen, fällt das Auto auf.

„Jede Schraube ist neu“

„Die Ersatzteile sind vergleichsweise günstig“, nennt er einen weiteren Grund, warum der Mustang eine gute Wahl ist. Und für die Autos bekomme man auch noch alle Teile. „Es gibt Firmen in Deutschland, bei denen du die Teile kriegst“, sagt er. Einige Teile habe er aber auch in den USA bestellt. Sein Mustang hatte einen Motorschaden, als er ihn kaufte. „Ich habe alles ausgewechselt“, sagt er. „Jede Schraube ist neu.“ Während er in den Motor viel Arbeit investieren musste, sei aber die Karosserie in gutem Zustand gewesen.

Die Mustang- und US-Car-Treffen

2012 überlegte er sich, ein Mustangtreffen in Gieboldehausen auszurichten. „Die reinen Treffen waren alle im Süden oder im Norden. Warum also nicht eines in der Mitte organisieren?“ Er suchte sich einige Mitstreiter und bereits 2013 fand die Premiere statt. Im Zwei-Jahres-Rhythmus folgten Wiederholungen, ab der dritten Auflage erweitert um alle US-Cars. „Da wir kein Verein sind, haben wir uns überlegt, dass wir den Erlös an eine Organisation spenden.“ Die Gruppe habe sich zusammengesetzt und sich für das Elternhaus für das krebskranke Kind in Göttingen entschieden. Wieviel Geld insgesamt übergeben wurden, kann er nicht sagen. „Beim letzten Mal konnten wir 5555 Euro spenden.“ Und auch der Erlös der vierten Auflage am 3. und 4. August ist wieder für das Elternhaus bestimmt.

Mustang- und US-Car-Treffen mit Besucherwertung

Das vierte Mustang- und US-Car-Treffen steigt am 3. und 4. August jeweils um 9 Uhr auf dem Gelände an der Totenhäuser Straße in Gieboldehausen. Rund um die zahlreichen Automobil-Klassiker gibt es ein Rahmenprogramm, zu dem traditionell eine Tombola zählt. Hauptpreise in diesem Jahr sind zwei hochwertige Fahrräder. Zu den Angeboten auf dem Platz zählen ein T-Shirt-Stand und ein Anbieter, der Autosilhouetten aus Edelstahl anfertigt. Die Fahrer der fünf besten Fahrzeuge erhalten Pokale. Gewählt werden sie von den Besuchern, die dafür Karten ausfüllen können. Unter den abstimmenden Besuchern werden drei Preise ausgelost. Ein weiterer Pokal geht an den Fahrer mit der weitesten Anreise.Für Kinder wird eine Hüpfburg aufgebaut. Dazu gibt es eine Malaktion. Als kulinarische Angebote werden Kaffee und Kuchen, Eis sowie Gegrilltes und kühle Getränke angeboten. Der Erlös der Veranstaltung ist für das Elternhaus für das krebskranke Kind in Göttingen bestimmt.

Mustang-Fans engagieren sich für krebskranke Kinder

Satter Motorenklang, blitzender Chrom – im Zwei-Jahres-Rhythmus treffen sich Fahrer von Ford Mustangs und US-Autos in Gieboldehausen. Der Erlös ist seit der ersten Auflage 2013 für das Elternhaus für das krebskranke Kind in Göttingen bestimmt.

Initiator des Mustang- und US-Car-Treffens ist Wolfgang von Berg. Doch hinter ihm steht ein ganzes Team an Helfern. „Rund 20 Leute sind engagiert bei der Sache“, sagt von Berg. „Das finde ich saugut.“ Die Gemeinschaft sei seit der ersten Auflage 2013 sehr gut. Und es kämen auch immer wieder neue Unterstützer hinzu. „Wir sind aber kein Verein“, betont er. „Es ist schon erstaunlich, was ein zusammengewürfelter Haufen auf die Beine stellen kann.“

Das Helferteam

Das Team bereitet das vierte Mustang- und US-Car-Treffen in Gieboldehausen vor. Quelle: Rüdiger Franke

Wolfgangs Frau Evelyn von Berg kümmert sich zum Beispiel um den Verkauf der Lose für die Tombola und der Getränkegutscheine. Unterstützung erhält sie dabei von Daniela Acker. Die hat eine ganz besondere „Karriere“ mit unterschiedlichen Stationen beim Mustangtreffen hinter sich. „Ich bin in diesem Jahr ganz frisch im Team“, sagt sie. Doch ein Neuling ist sie keinesfalls. „Ich war zuerst als Besucher hier und danach dann als Aussteller.“ Dabei zeigt sie auf einen schwarzen Mustang in der Cabrioversion aus dem Jahr 1967.

Burkhard Acker wird bei der vierten Auflage am 3. und 4. August Getränke ausschenken. Ebenfalls am Getränkestand wird Lisa Hohenschläger aktiv sein. Für sie ist es das zweite Mal, dass sie beim Treffen hilft. Bereits zum vierten Mal engagiert sich der 16-jährige Jonas Heinemann auf dem Gelände an der Totenhäuser Straße. Gemeinsam mit dem 17-jährigen Philipp Adler und dem 15-jährigen Maris Kühn wird er die Ausstellungsautos einweisen und aufschreiben, welche Modelle auf dem Platz sind. Philipp und Maris hatten sich vor zwei Jahren spontan entschlossen zu helfen.

Außer den Helfern an den Ausstellungstagen hat von Berg weitere Unterstützer gefunden. Klaus Rheinländer stelle zum Beispiel seit dem ersten Mal das Gelände kostenlos zur Verfügung. „In diesem Jahr haben wir eine größere Fläche zur Verfügung“, erzählt von Berg. Darüber hinaus gebe es auch noch eine Ausweichfläche, falls der Platz nicht ausreichen sollte. Rheinländer habe auch Werbeplakate sowie T-Shirts für das Helferteam drucken lassen, berichtet der Initiator.

Hochwertige Fahrräder als Hauptpreise

Am Treffen der Helfer nahmen auch Thomas Wessels und Benjamin Adam vom Geschäft Bikepoint teil. Das Gieboldehäuser Fahrradgeschäft sponsert in diesem Jahr erneut zwei Fahrräder für die Tombola. Zu gewinnen gibt es ein Mountainbike von Scott im Wert von 700 Euro und ein E-Mountainbike von Conway im Wert von 2000 Euro. „Das wird vom stärksten Boschmotor angetrieben“, erklärt Wessels. Warum er das Treffen mit den Preisen unterstütze? „Weil es für einen guten Zweck ist.“

Den guten Zweck hat Wolfgang von Berg auch beim vierten Mustang- und US-Car-Treffen nicht aus den Augen verloren. Der Erlös der Veranstaltung ist wieder für das Elternhaus für das krebskranke Kind bestimmt. Von Berg hat die Zeit genutzt, in den vergangenen Monaten wie schon für die ersten drei Treffen zahlreiche Preise für die Tombola zu sammeln. Die Fahrräder sollen allerdings nicht als direkter Gewinn ausgegeben werden. Vielmehr soll es an beiden Tagen am späten Nachmittag wieder eine Extra-Verlosung geben, bei der an jedem Tag eines der Bikes ausgelobt wird. „Welches am Sonnabend und welches am Sonntag verlost wird, geben wir erst an dem jeweiligen Tag bekannt“, baut er Spannung auf. Er hofft auch in diesem Jahr auf viele Besucher, um möglichst viel Geld für die krebskranken Kinder zu sammeln.

Von Rüdiger Franke

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