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Gieboldehausen Aber bitte mit Sahne
Die Region Gieboldehausen Aber bitte mit Sahne
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00:17 02.03.2017
Von Axel Artmann
Quelle: MAH
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Wollbrandshausen

Die Mitglieder des zum örtlichen Fastnachtsverein gehörenden Gerichtshofes und der Ärztekommission betraten als Vollstrecker des Brauchs durch eine Seitentür den Saal des Dorfgemeinschaftshauses, durchschritten ihn einmal und gingen dann schnurstracks auf die Bühne. „Es ist wieder soweit, jetzt wird rasiert“, sagte Fabian Nordmann und schwang eine Glocke.

Piepgössel in Wollbrandshausen

In seiner Rolle als Amtsrichter verkündete er den mehr als 100 Zuschauern die Geschichte des Brauchs, las die Verordnungen für die Jungkerle vor und klärte sie über ihre Rechte und Pflichten auf. Anschließend rief er Stefan Koch, Felix Friederici, Oliver Hörnecke, Florian Freckmann, Florian Bader, Rolf Ostermeier, Tom Nordmann und Dennis Kobold auf die Bühne.

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Dort legten ihnen die gestrengen Herren einen Holzkragen an. Die Mitglieder des Gerichtshofes und der Ärztekommission bildeten einen Halbkreis und und wiesen die angehenden Jungkerle lautstark an, in welche Richtung sie den Kopf halten sollten. Nachdem die Kandidaten eingeschäumt waren, befreite sie der Chefarzt von Milch-Flaum und Barthaaren. Zum Abschluss wurden die Absolventen der Prozedur zunächst an ihren Holzkragen hängend und später auf einem Tisch sitzend mehrmals in die Höhe gestemmt.

„Es macht viel Spaß“, sagte der 36-jährige Dennis Kobold und fügte schmunzelnd hinzu: „Ich wohne schon seit über zehn Jahre hier und habe gedacht, ich komme raus aus der Nummer, aber jetzt hat es mich voll erwischt.“ Bereits das zweite Mal ist Tom Nordmann rasiert worden. „Es war genauso schlimm wie vor über zehn Jahren. Man hört nichts, wenn man die Sahne in den Ohren hat“, so der 28-Jährige, der auch schon einmal die Rolle des Amtsrichters verkörpert hat. „Das ist ein komisches Gefühl“, meinte Felix Friederici, der mit 15 Jahren der jüngste Piepgössel war. Als Teilnehmer dabei zu sein, sei etwas ganz anderes als von unten zuzuschauen.