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Wollbrandshausen Max Jünemann mit Sonderpreis beim Ideenwettbewerb ausgezeichnet
Die Region Gieboldehausen Wollbrandshausen Max Jünemann mit Sonderpreis beim Ideenwettbewerb ausgezeichnet
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13:25 30.03.2019
Begehrter Interviewpartner nach der Preisverleihung in Erfurt: Max Jünemann. Quelle: Thomas Müller
Wollbrandshausen

„Meine Idee ,Caretake’ beschäftigt sich mit zwei global akuten Problemen: dem vorhandenen Müll und der Armut“, erzählt der Preisträger, der dafür während eines Favela-Besuches im brasilianischen Rio de Janeiro sensibilisiert wurde. Dort sei es nicht möglich, den Müll mit Fahrzeugen aus den engen Gassen zu entsorgen. „Caretake hat das Ziel, diesem Problem durch einen einfachen Lösungsansatz entgegenzuwirken.

Es sieht vor, Menschen, die sich bereit erklären einen Sack mit auf den Straßen gesammeltem Müll abzugeben, angemessen zu entlohnen. Das soll in Form von Verpflegung, Kleidung oder Saatgut passieren. Vor Ort sind Automaten an ausgewählten Orten verteilt, die auf Knopfdruck einen Caretake-Müllbeutel herausgeben.

Menschen sollen nun mithilfe dieser Säcke den Müll der Straßen einsammeln und zu einem in der Nähe befindlichen Caretake-Zentrum bringen, dort wird der Müll getrennt und durch Kooperationen später abtransportiert und recycelt“, beschreibt Jünemann seine Idee.

Ideenpapaier und Businessplan in drei Monaten

Drei Monate hat er an dem Projekt gearbeitet, ein Ideenpapier und einen Businessplan erstellt und diesen zusammen mit einer von der Hilkeröder Architektur-Studentin Antonia Hoffmeier entworfenen 3D-Planung Ende vergangenen Jahres bei der Stiftung Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) eingereicht. Unterstützung erhielt er auch von seinen Freunden Marcel Pfeifer und Dominik Voigt. Anfang März folgte die Vorstellung des Projekts vor einer fünfköpfigen Jury.

„Anschließend war ich gar nicht so zufrieden mit meinem Vortrag“, erzählt Jünemann selbstkritisch. Ohne große Erwartungen ist er dann eine Woche später zur Prämierungsveranstaltung nach Erfurt gefahren – und traf dort auf etwa 150 Gäste in „gediegener Abendgarderobe“. „Ich hatte eine Chino und Turnschuhe an, wurde auch ein bisschen komisch angeguckt und war dann total überrascht, als ich als Preisträger auf die Bühne gerufen wurde.“

Jünemann studiert in Jena

Jünemann studiert im dritten Semester Wirtschaftswissenschaften in Jena und hat vorher eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten in Northeim gemacht. Jena hat er sich als Studienort ausgesucht, weil die Stadt eine ähnliche Einwohnerzahl wie Göttingen habe. „Ich wollte weg aus der Region, wollte aber nicht eine Großstadt“, erzählt der Fußballer, der bei Schott Jena in der Thüringen-Liga spielt, aber – mit einem Zweitspielrecht ausgestattet – auch immer mal wieder für seinen Heimatverein FC Höherberg in der Kreisliga Göttingen-Osterode aufläuft, wenn er in Wollbrandshausen seine Eltern und seine beiden Brüder besucht.

Sein prämiertes Projekt soll aber nicht nur graue Theorie bleiben. Im Sommer hat er ein Pilotprojekt im indischen Mumbai geplant. In der 18-Millionen-Metropole will er gemeinsam mit Freunden den Grundstein für „Caretake“ legen, erste Kontakte mit Unternehmen und Hilfsorganisationen vor Ort hat er schon aufgenommen. „Da läuft gerade der E-Mail-Verkehr. Ich kläre ab, wie ich den Müll loswerden kann, wo ich sprachliche Unterstützung bekommen kann und ob es Unterkünfte gibt, die uns gestellt werden können“, berichtet Jünemann.

Klein anfangen

Er und seine Freunde werden klein anfangen: Noch gibt es die im Projekt vorgestellten Automaten nicht, eine Ausgabe der Müllsäcke sowie deren Rücknahme würde an einem selbstgebauten Holzstand erfolgen. Dort sollen dann auch gebrauchte Kleidung und selbstgekochtes Essen ausgegeben werden. „Wir werden Werbevideos drehen, die wir über die sozialen Medien verbreiten“, plant der 22-Jährige, dessen Fernziel es ist, dass die in den Favelas lebenden Menschen mehr Selbstverantwortung übernehmen.

„Die haben dort keinen Bezug zu Müll. Der Begriff ,Caretake’ bedeutet ja auch, auf ein fremdes Haus aufzupassen. Wenn sich das Projekt etabliert hat, soll es nach und nach an die Stadtverwaltungen übergeben werden“, plant Jünemann, der sich gut vorstellen kann, dass sein Projekt auch einmal Bestandteil eines „Work-and-Travel-Programms“ werden könnte.

Von Kathrin Lienig

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