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Gieboldehausen Zehn Kinder aus Gieboldehausen werden zu „Streuobstkids“
Die Region Gieboldehausen Zehn Kinder aus Gieboldehausen werden zu „Streuobstkids“
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14:48 18.09.2018
Erste Ernteerfolge konnten die Streuobstkids feiern, als sie sich über ihre Kirschen hermachten. Quelle: r
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Obernfeld

Zehn Kinder aus Obernfeld, Rollshausen und Germershausen beteiligten sich am Projekt „Streuobstkids“ in Obernfeld, das die Familienbildungsstätte Duderstadt erstmals angeboten hatte.

„Die Kinder bewirtschafteten von März bis September unter naturpädagogischer Anleitung eine alte Streuobstwiese“, erklärt Naturpädagogin Michaela Nolte den Ansatz. Sie leitete das Angebot der Familienbildungsstätte und wird die Bäume auch über den Winter betreuen.

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Gleich beim ersten Treffen im März hatten die Vor- und Grundschulkinder damit begonnen, aus den Ästen und Zweigen des Winterschnitts an zwei Seiten der Wiese eine Benjeshecke zu bauen, um so Vögeln und anderen Tieren Schutz zu bieten, berichtet Nolte. „Der Folgemonat wurde genutzt, um von der Gemeinde Obernfeld bereitgestellte Nistkästen zusammenzuschrauben und über die Wiese hinaus in der Feldmark an Bäumen aufzuhängen.“

Über die Monate hinweg hätten sich die Kinder damit beschäftigt, das Geschehen auf der Wiese zu beobachten. Welche Obstsorten sind vorhanden? Wie entwickeln sich die Bäume im Verlauf des Jahres? Wann dürfen welche Äste geschnitten werden? Warum? Welche Tiere leben auf der Wiese? Wie können wir den Lebensraum unterstützen? „Mit viel Spaß, Spiel und Bewegung an der frischen Luft sind wir diesen Fragen nachgegangen“, so Nolte. Dabei habe sie darauf geachtet, dass die Kinder zwischen sechs und zehn Jahren alle ihre Sinne einsetzten. „Endlich konnten im Juni dann die ersten Früchte der Arbeit genossen werden“, so Nolte: Bei der Kirschernte seien die Kinder hellauf begeistert gewesen, Obst aus den eigenen Bäumen kosten zu können.

Im Sommer entstand zudem ein großes Insektenhotel, das die Kinder mitplanen und -bauen durften. Es wurden Holzscheiben mit Löchern versehen, Zapfen in Kisten verpackt und Bambusröhrchen gesägt. Das Insektenhotel soll zukünftig weitere „Zimmer“ bekommen und weiter ausgebaut werden.

Abschluss in der Mosterei: Die Kinder erhielten Saft von eigenen Äpfeln. Quelle: r

Den Abschluss des Streuobstjahres für die Gruppe bildete Anfang September die große Apfelernte- und Mostaktion, die sich über mehrere Tage erstreckte. Mit Leitern, Kisten, Eimern und Speckhaken ausgerüstet „plünderten“ die Teilnehmer – und auch helfende Elternhände – die vollhängenden Bäume und sammelten viele Zentner Äpfel, unter anderem der Sorten Ingrid-Marie und Boskoop. „Sehr zur Freude des Bauern, der die Wiese für die Kinder kostenlos zur Verfügung stellt“, sagt Nolte. Verarbeitet wurden die Früchte in der Natursaftkelterei von Heiko Rubbert in Harste, wo die Kinder beim Mosten des Obstes dabeisein konnten – und den ersten Schluck noch vor Ort kosteten. „Das war für die Kinder eine tolle Erfahrung“, berichtet Nolte, die das Projekt im kommenden Jahr fortsetzen möchte. Bis dahin werde sie sich um die Herbst- und Winteraufgaben auf der Wiese kümmern, „als Hobby“, wie die Obstbaumwartin sagt.

Von Nadine Eckermann / r

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