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Gleichen Bedenken in Gemeinde Gleichen gegen geplanten Funkmast
Die Region Gleichen Bedenken in Gemeinde Gleichen gegen geplanten Funkmast
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08:00 28.07.2019
Claus-Dieter Führmeyer (re.) und Siegwart Kiehl ist der geplante Sendemast ein Dorn im Auge. Sie wollen die Landschaft so erhalten, wie sie ist. Quelle: Meinhard
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Diemarden

Zwischen den Orten Diemarden und Klein Lengden soll ein Funkmast postiert werden. Das Vorhaben stand als Thema in den Ortratssitzungen in Klein Lengden am 20. November 2018 und dann jüngst noch einmal am 26. Juni auf der Tagesordnung. Aber eben nur in Klein Lengden. Der Ort gehört wie auch Diemarden zur Gemeinde Gleichen, Verwaltungssitz ist Reinhausen. Anwohner in Klein Lengden und Diemarden sind wegen der geplanten Mobilfunkanlage besorgt. Sie befürchten einerseits eine Zunahme der elektromagnetischen Strahlung und andererseits eine Verschandelung der Landschaft. In Klein Lengden hat sich ein Arbeitskreis Mobilfunk gegründet, der die Bevölkerung über das Vorhaben aufklären will.

An die Haushalte sind Flugblätter verteilt worden. Dargestellt sind darauf Fotomontagen, die eine Sendeanlage inmitten der Landschaft zeigen: ein wuchtiges Stahlgerüst, das alles überragt. Die Pläne der Deutschen Telekom beunruhigen auch Claus-Dieter Führmeyer. Der einstige Lehrer wohnt in Diemarden. „Wir wussten nichts“, kritisiert er die für ihn ungenügende Weitergabe von Informationen in der Gemeinde Gleichen. Führmeyer geht von einer „enormen“ Zunahme der Strahlung durch die neue Sendeanlage aus. „Damit ist nicht zu scherzen“, hebt der 80-Jährige hervor.

„Wenn es unvermeidbar ist“

Was ihn nicht minder umtreibt, ist seine persönliche Ablehnung eines 40 oder 50 Meter hohen Eisengerüstes in dieser „einmaligen Landschaft“. Führmeyer besitzt ein altes Handy. Das genüge ihm, sagt er, auch mit dem Empfang habe er keine Probleme in Diemarden. Zugleich akzeptiert er die technische Entwicklung als etwas Unaufhaltbares. „Wenn es für die Zukunft Deutschlands unvermeidbar ist, bitte. Dann aber ordentlich.“ Heißt: Die Sendeanlage sollte möglichst auf einem bewaldeten Hügel oder direkt am Waldrand aufgestellt werden.

Die Aktiven vom Arbeitskreis „Mobilfunk Klein Lengden“ sehen es ähnlich. Sie wollen sich konstruktiv an der Suche nach einem geeigneten Standort beteiligen, heißt es in dem erwähnten Flugblatt, auf dem die Namen von Torsten Bock, Dieter Bodenstein und Heribert Döring stehen. Sie laden alle Bürger der betreffenden Orte dazu ein, sich am Suchprozess zu beteiligen.

Infoveranstaltung durch die Telekom

Die harmonische Landschaft in der Gemeinde Gleichen ist bislang weitgehend frei von technischen Anlagen. Quelle: Meinhard

Am 2. Juli hatte die Telekom zu einer Informationsveranstaltung in Klein Lengden eingeladen. Zu den Gästen gehörte der Ortsbürgermeister von Diemarden, Martin Worbes (Grüne). „Am besten ist es, der Standort befindet sich so weit weg von einer Wohnbebauung wie möglich“, schätzt er ein. Andererseits habe er den aktuellen Sachstand so interpretiert, dass überhaupt kein Standort gefunden werden konnte.

Das bestätigt Benedikt Albers, Sprecher der Firma Deutsche Funkturm GmbH, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom. „Anfang 2018 haben wir im Auftrag der Telekom mit der Suche nach einem geeigneten Grundstück für einen Mobilfunkmast in der Nähe von Klein Lengden begonnen“, erläutert er. „Dazu sind wir im ersten Schritt auf die Gemeinde zugegangen und haben in Absprache mehrere mögliche Standorte auf die funktechnische Eignung und die Realisierbarkeit untersucht“, führt er weiter aus. Ein geeigneter Standort hätte bislang aber nicht gefunden werden können. Das umliegende Landschaftsschutzgebiet schränke das Angebot an möglichen Standorten deutlich ein, erklärt Albers.

„Wir halten die Vorgaben ein“

Was nun die Sorge um eine erhöhte Strahlenbelastung betrifft, argumentiert der Unternehmenssprecher: „Die Grenzwerte werden auf der Grundlage von Empfehlungen der nationalen und internationalen Fachgremien festgelegt. Die Aufgabe der Telekom ist es, diese Vorgaben einzuhalten. Und das macht sie. Unsere Stationen halten alle gesetzlichen Bestimmungen ein.“ Die gültigen Grenzwerte würden sicherstellen, dass Mobilfunk, „so wie wir ihn betreiben, eine sichere Technik ist“. Das gelte für alle Technologien - ob LTE oder der neue Standard 5G.

Die Sprecherin der Göttinger Georg-August-Universität, Gabriele Bartolomaeus, macht zum Thema Mobilfunkmasten auf folgende Internetseite aufmerksam: https://www.tuev-sued.de/uploads/images/1134986968750797832842/Mobilfunkstrahlung.pdf

Neue Masten kommen mit 5G

Beim Telefonieren mit einem Handy entsteht aufgrund der Strahlung ein thermischer Effekt. Ursache ist die Energie des hochfrequenten elektromagnetischen Feldes, es beeinflusst das menschliche Gewebe. Inwieweit diese Erwärmung krank machen kann, ist umstritten. Ab einer Erwärmung von 1 Grad Celsius gelten gesundheitliche Folgen als möglich. Die in Deutschland existierenden Grenzwerte orientieren sich an dieser Einschätzung. Die besondere Vorliebe der Deutschen für das Handy spricht einer Angst vor der Strahlung allerdings entgegen. Erstmals wurde im Jahr 2018 mehr mobil telefoniert als im Festnetz. Rund 119 Milliarden abgehende Gesprächsminuten mobil standen noch 107 Milliarden Gesprächsminuten im Festnetz gegenüber, heißt es auf informationszentrum- mobilfunk.de.

In Deutschland stehen mehrere zehntausend Sendeanlagen. Physikalisch gesehen gilt: Je näher ein Mast an einer Wohnbebauung steht, um so geringer muss die Sendeleistung sein, je weiter er entfernt ist, um so höher muss die Leistung sein.

Der neue Mobilfunk-Standard 5G verspricht eine Latenzzeit (Reaktionszeit) von weniger als 1 Millisekunde. Um diese Technik umzusetzen, werden nach Schätzungen sogar hunderttausende Sendemasten nötig sein.

Von Ulrich Meinhard

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