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Gleichen Projekt für 120 Arbeitslose
Die Region Gleichen Projekt für 120 Arbeitslose
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17:28 23.05.2017
Von Ulrich Schubert
Thomas Oppermann und Landrat Bernhard Reuter beim Projekt "Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt " in der Historischen Spinnerei Gartetal. Quelle: Vetter
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"Wenn Sie es nicht tun würden, würde es keiner machen", versichert Oppermann den beiden Männern, die gerade 80 alte Holzstühle aufarbeiten. Das ist Balsam für die Seele von Tischler Normann Heinemann (39) und Gärtner Olaf Höpfinger (45). Sie haben schwere Zeiten hinter sich, sind seit langem arbeitslos und gelten als schwer vermittelbar.

In der Spinnerei haben sie Arbeit bekommen: 30 Stunden wöchentlich bis Ende 2018. Sie sollen die Kulturwerkstatt des Industrie-Museums sanieren, eine Backsteinmauer einreißen, Wände verputzen und das Dach weiter isolieren. "Die Zusammenarbeit klappt schon jetzt ganz hervorragend, die beiden sind Gold Wert für uns", sagt der Vorsitzende des Trägervereins, Jürgen Haese. Profifirmen könnte der Verein nicht bezahlen - und das ist eine der Voraussetzungen für die Aufnahme in das Programm "Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt".

120 Stellen verfügbar

Die Arbeiten müssen gemeinnützig sein und dürfen keine regulären Arbeitsplätze ersetzen. Fördern wollen Bund und die beteiligten Kommunen damit Langzeitarbeitslose mit besonderen Problemlagen, die seit mindestens vier Jahren Leistungen über SGB II beziehen. 120 solcher Stellen kann der Landkreis über seine kommunale Anstalt öffentlichen Rechts für Beschäftigungsförderung und die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen (GAB) beschäftigen.

"Wir sind auf solche Projekte angewiesen", sagte Göttingens Landrat Bernhard Reuter (SPD). Zugleich appellierte er an Oppermann, die Kommunen bei dieser Aufgabe weiter zu unterstützen. Ein Wunsch, den der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag einen Tag nach Veröffentlichung des SPD-Wahlprogrammes "für mehr Gerechtigkeit" zur nächsten Bundestagswahl gerne aufnahm: "Gerade hier in der Spinnerei sieht man, wie wertvoll solche Angebote und Förderprogramme sind, die auch noch das Notwendige mit dem Nützlichen verbinden." Vor allem aber führe es die Beschäftigten zurück ins Arbeitsleben, "und das stärkt auch ihr Selbstwertgefühl.