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Gleichen Container-Lösung für Kita Rittmarshausen
Die Region Gleichen Container-Lösung für Kita Rittmarshausen
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15:00 03.02.2020
Die Gemeinde Gleichen hat in Rittmarshausen auf einem Grundstück in der Nähe der Kita zwei Container aufgestellt, in die in Kürze zwei Krippengruppen einziehen sollen. Quelle: Christina Hinzmann
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Gleichen

Die Gemeinde Gleichen will nach eigenem Bekunden ihr Image als familienfreundliche Gemeinde weiter ausbauen. „So wurden in den letzten Jahren etliche neue Hort- und Krippenplätze geschaffen, die Ganztagsbetreuung ausgebaut und in allen vier Grundschulen die Nachmittagsbetreuung eingeführt“, heißt es auf der Homepage der Gemeinde. Für den Krippenbereich der Kindertagesstätte in Rittmarshausen wird jetzt eine Erweiterung in Form eines Containers realisiert. Maximal 30 Kinder können hier betreut werden, erklärt Bürgermeister Manfred Kuhlmann (SPD) auf Nachfrage.

Auf der Homepage ist auch die Rede von stark rückläufigen Geburtenzahlen. Wie kommt es dann, dass die Anmeldungen für die Krippen zunehmen? „Die Geburtenzahlen in der Gemeinde Gleichen sind nicht rückläufig“, sagt Kuhlmann. Seit Jahren seien sie relativ konstant und im vergangenen Jahr leicht angestiegen. „Die verstärkte Anmeldung von Krippenkindern ist unter anderem auf die Beitragsfreiheit für die über dreijährigen Kindergartenkinder zurückzuführen, daher gibt es eine vermehrte Anmeldung von Krippenkindern“, schlussfolgert der Bürgermeister. Es erfolge eine andere Aufteilung: Aus bisher altersübergreifenden Gruppen würden nun reine Kindergarten- und Krippengruppen gebildet, erläutert er.

Anbau ist ins Auge gefasst

Die Container seien speziell für die Nutzung von Krippengruppen zusammengestellt worden. Anbieter ist eine deutsche Firma. Die Container sind für einen Zeitraum von zwei Jahren gemietet. Und was geschieht dann? „Sollte sich der Bedarf in den nächsten Monaten bestätigen, dann soll ein Anbau an die bisherige Kindertagesstätte erfolgen“, erklärt Kuhlmann, wenn möglich, unter Zuhilfenahme von Fördermitteln.

Raumprobleme mit Hilfe von Containern zu lösen, ist im Kita-Bereich zumindest im Landkreis Göttingen eher ungewöhnlich. Bundesweit nehmen Träger von Schulen oder Kitas diese Alternative durchaus wahr, es gibt inzwischen zahlreiche Container-Anbieter. Unumstritten ist die Modul-Alternative im Schulbereich aber nicht, auch im Kreistag gibt es kritische Stimmen. Als Notlösung ja, als Dauerlösung nein, heißt es. Allerdings gibt es an der Werra-Realschule und an der Drei-Flüsse-Realschule in Hann. Münden zwei eingeschossige, bereits knapp 45 Jahre alte teilsanierte „Unterrichtspavillons“ mit je zwei Unterrichtsräumen, wie Landkreis-Sprecherin Andrea Riedel-Elsner die Container nennt.

Von einer zur anderen Schule

Der vor knapp viereinhalb Jahren an der Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Groß Schneen aufgebaute zweigeschossige Unterrichtspavillon umfasse vier Unterrichtsräume und ist im Jahr 2018 an das Eichsfeld-Gymnasium in Duderstadt (EGD) umgesetzt worden. Zudem gibt es seit knapp zwei Jahren an der IGS Bovenden einen eingeschossigen Unterrichtspavillon mit vier Unterrichtsräumen, der in diesem Jahr um vier weitere Unterrichtsräume aufgestockt werden soll. „An der OBS Hattorf erfolgt die Schaffung ebenfalls von vier weiteren Unterrichtsräumen zum Frühjahr dieses Jahres ebenso in Systembauweise“, so Riedel-Elsner. Weiterhin sei der Kauf von acht Unterrichtsräumen desselben Standards am Standort der KGS Bad Lauterberg für das laufende Jahr vorgesehen.

Kauf zum Restwert in Duderstadt

Der am EGD vorgehaltene Pavillon ist vom Schulträger ursprünglich für die Dauer von annähernd drei Jahren angemietet worden. Infolge des Raumbedarfs in Duderstadt erfolgte ein Kauf zum sogenannten Restwert. Bei dem Bovender Pavillon handelt es sich um eine Mietlösung. Im Fall der OBS Hattorf und der KGS Bad Lauterberg sollen es jeweils Kauflösungen sein.

Bei der Beschaffung werde unter anderem auf eine lichte Raumhöhe von 2,75 Meter, Akustikdecken, außenliegenden Sonnenschutz sowie auf eine Anbindung an die schulische Warmwasserheizung und eine barrierefreie Erreichbarkeit geachtet, zählt die Sprecherin auf.

Bei längerer Nutzung rentiert sich Kauf

Die Kosten der Kaufoptionen bewegen sich je nach Größe (vier oder acht Unterrichtsräume) zwischen 800 000 bis 1,8 Millionen Euro. Darin enthalten sind die Kosten für Fundamente, Strom-, Wärme-, Wasserversorgung und Datentechnik. „Bei einer Nutzungsdauer der Systembauten von mehr als drei Jahren, ist der Kauf in der Regel im Vergleich zur Anmietung die wirtschaftlichere Lösung“, erklärt Riedel-Elsner. Im Fall der IGS Bovenden würden sich die jährlichen Mietkosten auf rund 55 000 Euro belaufen, zuzüglich der „Einmalkosten“ für das Aufstellen und die Medienversorgung.

Riedel-Elsner: „Ein Vorteil gegenüber einer Massivbaulösung ist die kürzere Bauzeit.“ Vom Datum der Beauftragung sei das Aufstellen - je nach Konjunkturlage – innerhalb von neun Monaten möglich. Zudem sei, wie im Fall des EGD, auch ein Umsetzen an einen anderen Standort möglich.

Lichte Raumhöhe 2,75 Meter

Bei der Beschaffung von Unterrichts-Containern für Schulen wird unter anderem auf eine lichte Raumhöhe von 2,75 Meter, Akustikdecken, außenliegenden Sonnenschutz sowie auf eine Anbindung an die schulische Warmwasserheizung und eine barrierefreie Erreichbarkeit geachtet. In den Anschaffungskosten sind die Kosten für Fundamente, Strom-, Wärme-, Wasserversorgung und Datentechnik enthalten, informiert der Landkreis Göttingen.

Die Kinder, die in der Krippe St. Marien in Rittmarshausen betreut werden, kommen ausschließlich aus der Gemeinde Gleichen, allerdings aus mehreren Orten wie Gelliehausen, Benniehausen, Wöllmarshausen, Sattenhausen, Kerstlingerode, Beienrode, Etzenborn und Rittmarshausen. Betrieben wird die Einrichtung vom Evangelischen Kita-Verband.

Auch die Gemeinde Landolfshausen, die zur Samtgemeinde Radolfshausen gehört, setzt auf eine Containerlösung für die Kita im Ort. Der Containeranbau des Kindergartens wurde am 1. Mai 2018 in Betrieb genommen und bietet rund 30 Quadratmeter zusätzlichen Platz.

Von Ulrich Meinhard

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