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Gleichen Der „bunte Hund“ von Bremke zieht sich zurück
Die Region Gleichen Der „bunte Hund“ von Bremke zieht sich zurück
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20:24 20.12.2019
Horst Fädrich sagt tschüss, wird die Waldbühne (Foto) und anderen Vereine aber weiter bei Bedarf beraten. Quelle: Niklas Richter
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Bremke

Er ist immer da, wenn er gebraucht wird und wo es klemmt. Er hilft, wenn er kann – und er kann fast immer. Und er ist der Gleichener König der Geldeintreiber, wenn es um Spenden für eine gute Sache geht. Seit Jahrzehnten setzt sich Horst Fädrich ehrenamtlich für sein Dorf Bremke, viele Vereine und andere Menschen ein.

Jetzt zieht sich der 74-Jährige aus gesundheitlichen Gründen offiziell zurück: aus dem Vorstand der Bremker Waldbühne, aus dem Vorstand des Gleichener Heimat- und Kulturvereins Hurkut, als Presseobmann der Gleichener Gemeindefeuerwehr. Auch der Dorfladen-Initiative wird Fädrich wohl nur noch gelegentlich beratend zur Seite stehen, ganz zu schweigen vom Bremker Heimatverein und Schützenverein. Von der aktiven Politik hat er sich schon vor ein paar Jahren verabschiedet.

„Das ist irre“

„Das ist irre“ ist einer der Lieblings-Kommentare von Fädrich, wenn er begeistert ist. Dabei ist dieser fast unauffällige Mann selber gerade zu „irre“ im besten Sinne des Wortes: engagiert zum Wohle der Gemeinschaft und hilfsbereit ohne Blick auf Wochentage und Uhrzeiten. Ohne Fädrich wäre die überregional bekannte Waldbühne mit ihren Märchenaufführungen wahrscheinlich Geschichte. Er hat sie durch manche Tiefen geführt, wenn andere längst abgesprungen waren – zuletzt auch als Vorsitzender. Während der Saison im Sommer hat er fast jedes Wochenende dort oben verbracht und mit dafür gesorgt, dass die Technik funktioniert: „Die Urlaubsplanung ging nicht ohne Blick auf die Waldbühne“, sagt seine Frau Dorothee. Und er hat immer wieder Spenden eingeworben, um die Bühne zu modernisieren und voranzubringen.

Seinen „größten Clou“ hat er dabei gerade erst gemacht: Für neue Wege auf dem Gelände bekommt die Waldbühne 45000 Euro aus dem Fördertopf Leader+, verrät Fädrich. Aber das überrascht nicht wirklich. Er kann andere begeistern und überzeugen, wenn er von etwas überzeugt ist – und er kann unerbittlich drängen.

Das kommt nicht von ungefähr: Nach Handwerkerlehre, acht Jahre Bundeswehr, Umschulung für den Verwaltungdienst und Tätigkeit als Organisationsassistent in der Notaufnahme der Göttinger Uniklinik war Fädrich 33 Jahre vom Gericht bestellter Berufsbetreuer. In dieser Zeit hat er unzähligen Menschen geholfen, die nicht mehr alleine klar kamen – und ist dabei ein Paragrafen-Fuchs geworden. Davon profitieren noch heute „seine“ Vereine und Bremker, wenn sie in Not sind und bei Ämtern nicht weiter kommen.

Ohne Fädrich gebe es auch den Hurkut nicht. Es war seine Idee als Mitbegründer des Gleichener Heimatvereins, einen übergeordneten Verein auf Gemeindeebene zu gründen. Gemeinsam mit dem damaligen Gemeindebürgermeister Jürgen Proch hat er diese Idee umgesetzt. Heute steht der Hurkut für etliche gut ausgeschilderte Wanderwege rund um die Gleichen, für die wiederbelebte Negenbornquelle und für feste Kulturveranstaltungen in der Gemeinde.

„Immer da“ war Fädrich auch für die Feuerwehr: seit seinem 16. Geburtstag als Mitglied und seit vielen Jahre als ihr Presse-Mann. Von unzähligen Einsätzen und Wettkämpfen hat er Fotos gemacht (auch für das Tageblatt). Jetzt hat er mehrere Ordner mit seinen Dokumentationen einschließlich Zeitungsberichten dem Gemeindekommando übergeben. Seinen Posten hat inzwischen Cord Hartung übernommen.

Fädrich ist „bekannt, wie ein bunter Hund“, sagt er selbst. Und das hilft ihm immer wieder. „Angefangen“ hat das Engagement von Fädrich für andere, als ein Hochwasser 1981 halb Bremke überflutete. Innerhalb weniger Tage organisierte Fädrich mit seinen Mitstreitern über eine Spendenaktion 100 000 D-Mark, Waschmaschinen als Ersatz für defekte Geräte, Steine und Beton für Reparaturen. „Diese Hilfebereitschaft damals war irre“, erinnert er sich heute mit feuchten Augen. Fünf Jahre später wurde Fädrich erstmals zum Ortsbürgermeister gewählt.

Von Ulrich Schubert

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