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Gleichen Ehrenmal: Groß Lengden vollendet Spendenprojekt nach 20 Jahren
Die Region Gleichen Ehrenmal: Groß Lengden vollendet Spendenprojekt nach 20 Jahren
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20:58 19.11.2019
Nach 20 Jahren ist es dem Junggesellenverein gelungen, mit Spenden die Tafeln am Kriegerdenkmal zu sanieren. Darüber freuen sich der Vorsitzende Stephan Neuhaus, sein Vertreter Olaf Eggert und Schriftführer Jens Fette (v.l.). Quelle: Niklas Richter
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Groß Lengden

Es hat ein paar Jahre gedauert, „aber jetzt haben wir das Projekt endlich erfolgreich abschließen können“, sagt Jens Fette vom Groß Lengder Junggesellenverein. Das ist zurückhaltend formuliert: 1999 hatten ein paar Bürger die Idee, das Ehrenmal im Dorf zu sanieren und die verwitterten Namenstafeln zu erneuern. Eine haben sie damals geschafft, dann geriet das Projekt ins Stocken. Jetzt ist es abgeschlossen – nach 20 Jahren. Passend zum Volkstrauertag am vergangenen Wochenende waren zwei ganz neue Tafeln mit den Gefallen der beiden Weltkriege montiert.

Es ist ein Auf und Ab, das diese Geschichte prägt. 1999 hatten Mitglieder des Ortsrates und der damalige Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Lips die Idee, das Ehrenmal zu restaurieren, erinnert sich Fette, heute Schriftführer des Junggesellenvereins. Sie organisierten eine Spendenaktion. 2600 D-Mark brachten Ortsrat und Dorfbewohner selbst auf, die Restsumme für das 6000 D-Mark teure Projekt kamen von der Gemeinde Gleichen und Sparkasse.

Es reichte für die Grundreinigung und Imprägnierung des Ehrenmals und für eine neue Gedenktafel zu Ehren der Gefallen im 1. Weltkrieg von 1914 bis 1918. 31 Namen trägt diese obere Platte. Für eine zweite Tafel mit den neu aufgesetzten Namen für 51 Gefallene und vermisste Groß Lengder im 2. Weltkrieg war kein Geld mehr da. Die Trägerplatte wurde eingelagert und sollte später fertiggestellt werden. „Aber dann geriet das Projekt irgendwie in Vergessenheit“, erzählt Fette.

Neue Spendenaktion der Junggesellen

„Bis sich der Junggesellenverein der Sache annahm“, berichtet der Groß Lengder weiter. Zu seinem 25. Bestehen vor zwei Jahren organisierte der Verein zwei Feste und dann einen Weihnachtsmarkt. Auf Fettes Anregung sollten die Überschüsse daraus „eine neue Spendenaktion für das Ehrenmal in Gang bringen“: 250 Euro Startkapital waren so gesetzt. 2018 wurden weitere Spenden gesammelt. Größere Beträge kamen von der Realgemeinde Groß Lengden (250 Euro), Volksbank Mitte (500 Euro), Deutschen Kriegsgräberstiftung (1000 Euro) und Sparkasse Göttingen (250 Euro).

Der Auftrag für die noch ausstehende Tafel ging an Steinmetz Henning Sölter in Landolfshausen. Das Ergebnis vor ein paar Wochen gefiel allerdings nicht allen. Die Schriftzüge waren nach Angaben Fettes je nach Lichtverhältnis schwer zu lesen, „und sie passten nicht zur oberen Tafel von 1999“. Über die Ursache gibt es unterschiedliche Angaben. Folge: Vereinsvorstand und Firma beschlossen, gleich beide Tafeln zu erneuern.

Das ist jetzt passiert. Beide neuen Tafeln sind montiert – „eine sehr zufriedenstellende Vollendung“, sagt Fette. Anders als zuvor sind die Namen aus dem Material herausgearbeitet, erklärt dazu Steinmetz Sölter. Auf den alten Tafeln waren Buchstaben und Zahlen aus Bronze aufgesetzt – „sie verwitterten schnell“. Durch neue Verfahren seien sie haltbarer und vor allem lesbarer.

Moderne Technik und Handarbeit vereint

Die zwei Zentimeter starken Platten bestehen aus dunklem Granit. Die hellen Schriftzüge sind mit einem Sandtrahler aus der Oberfläche herausgearbeitet. Dabei komme moderne Technik zum Einsatz, erklärt der Steinmmetz. Die Firma habe ihre eigenen Schriften digitalisieren lassen. Mit PC und einem Plotter würden Schablonen mit den geforderten Schriftzügen für ein Objekt erstellt. Anschließend werde eine Kautschukfolie auf den Stein gelegt und anhand der Schablone der passgenaue Schriftzug mit einem scharfen Messer herausgeschnitten. Die Kautschukfolie halte beim Sandstrahlen Stand, die ober Steinschicht in den ausgeschnitten Buchstaben hingegen werde herausgearbeitet. „Abschließend müssen die Buchstaben noch getönt werden, sonst sind sie bei Nässe schwarz und nicht mehr lesbar“, so Sölter.

Von Ulrich Schubert

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