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Gleichen Familie Melle eröffnet Besenwirtschaft in Bischhausen
Die Region Gleichen Familie Melle eröffnet Besenwirtschaft in Bischhausen
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15:55 03.05.2019
Besenwirte in Bischhausen: Anke und Daniel Melle freuen sich auf weitere Öffnungstage. Quelle: Brakemeier
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Bischhausen

Der Reisigbesen weist den Weg. „Maibock, Brotzeit, Wurst vom Grill, Kuchen“ preist die Tafel vor dem Hof von Familie Melle in Bischhausen an. Die Tür steht offen und bedeutet: Melles haben ihre Besenwirtschaft am Hirtenbergstor in Bischhausen geöffnet.

Durch den Eingangsraum gelangen die Gäste vorbei an der Theke, wo Charlotte (13) und Juri (15) Getränke und Kuchen verkaufen, in den von drei Seiten von rot, orange und weiß getünchten Fachwerkhäusern umgebenen Innenhof des Bauernhofes. In der Mitte bietet eine Bank rund um eine Linde Platz. Auf dem Hof stehen weitere Tische und Stühle. Viele von ihnen sind schon kurz nach Öffnung der Besenwirtschaft von neugierigen Besuchern besetzt.

Heraus zum 1. Mai! Wir stellen morgen probeweise den Besen raus. Von 14:00 - 18:00 Uhr gibt es: - Maibock! - Bier - Wildbratwurst - Brotzeit mit "Melles's nichtlebriger Leberwurst" (vegan) - Blechkuchen mit und ohne Sahne - Limos und Schorle Auch als Katerfrühstück nach dem Tanz in den Mai geeignet!

Gepostet von Besenwirtschaft Bischhausen am Dienstag, 30. April 2019

Am Maifeiertag war die Premiere für die Besenwirtschaft der fünfköpfigen Familie Melle. „Ich habe nicht lange überlegt und gesagt: Wir machen das jetzt einfach“, schildert Daniel Melle seine Ungeduld. Seit Dezember wohnt er mit seiner Familie auf dem 1779 gebauten Hof. „Das ist so geil hier, andere Leute sollen auch was davon haben“, sagt Melle. Und was bietet sich da besser an, als ein Café und Kneipe im Hof einzurichten? Und: „Wir brauchen wieder eine Ortsmitte“, meint Melle. Eine Dorfkneipe gebe es schließlich nicht mehr.

Besenwirtschaft in Bischhausen. Quelle: Brakemeier

Vor sechs Jahren hatte Renée-Marie Dutschke die süddeutsche Tradition der Besenwirtschaft in den Ort gebracht. Sie kannte sie aus ihrer Kindheit: Steht der Besen draußen, ist geöffnet. Dann schenkt der Winzer seine Weine aus, es kommt auf den Tisch, was die Hausfrau gebacken oder gekocht hat, und Nachbarn kommen zum Klönen. Ihren Hof in Bischhausen hatte Dutschke dafür hergerichtet. Im vergangenen Jahr verkaufte sie ihn an die Melles.

Lesungen und Konzerte

An dem Grundprinzip der Besenwirtschaft wollen die Melles nicht rütteln. Einzig der Wein fehlt noch, wie auch Besucherin Uschi Vollbrecht, die selbst aus Süddeutschland stammt, anmerkt. Der sei inzwischen bestellt, vermeldete Melle tags drauf auf Facebook.

Melle schweben zudem Veranstaltungen vor: Lesungen, Konzerte soll es geben. „Warum nicht auch mal einen DJ auflegen lassen“, fragt er. Beim Essen und Trinken setzt er auf regionale Produkte. Bei der Premiere am Mittwoch gab es Brötchen und Würstchen vom Brothof in Waake, der Mai-Bock stammte aus Einbeck. Das Angebot soll ausgeweitet werden. Den Kuchen hatte seine Frau Anke gebacken.

Bislang ist geplant, an Wochenenden und Feiertagen – bei schönem Wetter – die Besenwirtschaft zwischen 14 und 18 Uhr zu öffnen. Dann soll die Besenwirtschaft nicht nur für die Bischhäuser Anlaufpunkt sein. Biker und Radfahrer seien ebenso Zielgruppe.

„Supergut“ gelaufen

Familie Melle ist mit ihrer sehr kurzfristig angesetzten Premiere am Mittwoch sehr zufrieden. „Wir freuen uns auf mehr“, sagt Anke Melle am Tag danach. Mit rund 100 Gästen sei der Tag „supergut“ gelaufen und Spaß gemacht habe er auch noch. So habe nicht nur das Dorf das neue Angebot angenommen, auch Gäste aus der Umgebung und Göttingen hätten den Weg gefunden.

Wann das nächste Mal geöffnet sein wird, ist noch ungewiss. „Unser virtueller Besen steht auf Facebook“, sagte Anke Melle. Auf der Seite Besenwirtschaft Bischhausen sollen die künftigen Öffnungstage veröffentlicht werden.

Von Michael Brakemeier

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