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Gleichen Schwierige Entscheidung für Waldfriedhof
Die Region Gleichen Schwierige Entscheidung für Waldfriedhof
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19:16 22.03.2017
Von Ulrich Schubert
"Ruheforst" im Coburger Land bei Weitramsdorf (Bayern). (Symbolbild)
"Ruheforst" im Coburger Land bei Weitramsdorf (Bayern). (Symbolbild) Quelle: dpa
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Gleichen

In der Diskussion um hohe Bestattungskosten, schlechte Wirtschaftszahlen für die gemeindeeigenen Friedhöfe und moderne Bestattungsformen hatte die CDU vor gut einem Jahr die Idee aufgebracht, eine Art Waldfriedhof in Gleichen anzulegen. Im Ratsausschuss für öffentliche Einrichtungen hat die Gemeindeverwaltung jetzt Fakten dazu geliefert. Die Grundannahme dabei: „Wir selber werden als Betreiber nicht aktiv werden“, betonte Gemeindebürgermeister Manfred Kuhlmann (SPD).

Es gebe Initiativen wie die Ruheforsten GmbH, sie berate aber nur, stellte Bauamtsleiter Rainer Barwing Rechercheergebnisse der Verwaltung vor. Das Unternehmen „FriedWald“ mit einem Friedhof in einem Landesforst an der Plesse bei Bofenden habe abgewunken. Gleichen sei zu nah, wirtschaftlich tragbar sei ein Waldfriedhof nur mit einem alleinigen Einzugsgebiet von etwa 40 Kilometern und mindestens 30 Bestattungen jährlich. Auch die Landesforsten seien nicht interessiert.

Denkbar sei ein Waldfriedhof in einer Realgemeinde. Diese müsse dann aber die erforderliche Infrastruktur schaffen: Parkplätze, eine Unterstellmöglichkeit für Trauergemeinden und eine Friedhofsverwaltung. Damit sinke die Wahrscheinlichkeit, einen Anbieter zu finden. „Günstig“ seien Waldbestattungen nicht, ergänzte Barwing. Die Grabstätte koste im Schnitt 770 Euro, hinzu kämen Bestattungskosten und ein Namensschild.

Aus Sicht der Verwaltung sind das keine guten Voraussetzungen, um so ein Projekt zu realisieren. „Wir müssen es ja auch nicht auf Biegen und Brechen tun“, sagte Tobias Rümenapf (CDU) und plädierte erneut dafür die Bürger zu fragen, ob sie einen Waldfriedhof wollen. Für Klaus-Werner Hanelt (WFG-PsP) ist der Bürgerwunsch bereits da - „aber so eine Anlage darf auch nicht in Konkurrenz zu unseren Friedhöfen stehen“. Die Bürger „wollen vor allem günstige Grabstätten ohne viel Aufwand und Folgekosten für die Hinterbliebenen“, ist Dirk Otter (SPD) sicher.

Diesem Wunsch komme die Gemeinde bereits mit ersten Stelen-Grabstellen für anonyme Bestattungen auf den Friedhöfen Benniehausen und Klein Lengden nach. Darüber hinaus gebe es auf den Gleichener Friedhöfen sogenannte Rasengräber. Eine Entscheidung gab es im Ratsausschuss nicht. Das Thema soll weiter im Arbeitskreis Friedhöfe und in allen Ortsräten, in deren Bereich es einen Gemeindefriedhof gibt, beraten werden. us