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Gleichen Groß Lengdener radelt 9500 Kilometer
Die Region Gleichen Groß Lengdener radelt 9500 Kilometer
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14:47 27.11.2017
Christian Günther ist mit dem Rad durch Europa gefahren - vom Nordkap nach Gibraltar. Begleitet hat ihn Hans Gabriel (r. im Bildschirmfoto). Quelle: Niklas Richter
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Groß Lengden

Von Mai bis Oktober durch radelten die beiden zehn Länder und legten eine Strecke von 9500 Kilometern zurück. Sie haben ihre Tour in zwei Etappen unterteilt: Vom Nordkap bis nach Göttingen und von Göttingen bis nach Gibraltar. In der Heimat pausierten sie für eine Woche, um Kleidung zu wechseln und Räder wieder in Schuss zu setzen. An sechs Tagen in der Woche fuhren sie Rad. Vor der Abfahrt hatten beide kein spezielles Training, erläutert Günther. „Wenn man Freude am Fahrradfahren hat, kann jeder so eine Tour machen. Die Kondition kommt mit dem Fahren, man muss sich nur aufraffen.“

Bewusst nicht den direkten Weg gewählt

Um mehr von Natur und Kultur mitzubekommen, wählten sie bewusst nicht den direkten Weg. Vom Nordkap aus durchquerten sie Norwegen, fuhren über den westlichen Zipfel Finnlands, durch die Mitte von Schweden, über Dänemark, nach Rostock und über die Mecklenburgische Seenplatte bis nach Göttingen. Auf den letzten 500 Kilometern von Rostock bis nach Göttingen wurden die Radler von ihren Ehefrauen auf dem Fahrrad begleitet. Der zweite Teil der Reise startet in Göttingen. Sie radelten dann am Rhein entlang, über Genf nach Frankreich, an der Atlantikküste bis nach Santiago De Compostela, über Portugal bis Südspanien und anschließend nach Gibraltar.

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„Natur pur“

Im nördlichen Teil erlebten sie „Natur pur, in ihrer rauen Form“, schildert Günther. Im Umkreis von 100 bis 130 Kilometern gab es kaum Möglichkeit einzukehren. „Zwischen den größeren Dörfern gab es – abgesehen von einzelnen Häusern – nichts“, erklärt er. „Vor allem in den nördlichsten Regionen brachte uns der vermehrte Regen, die eisige Kälte und der Gegenwind an unsere körperliche und psychische Grenzen“, verdeutlicht Günther. Die ersten Nächte hätten sie daher in kleinen Hütten verbracht, in der restlichen Zeit haben sie im Zelt geschlafen. „Wir haben jeden Tag selber gekocht und immer frisch eingekauft“, erzählt Günther. „Ich war sehr erstaunt über die Güte und Verpflegung im Norden, es gab zwar keine riesige Auswahl, aber es gab alles, was man brauchte.“

Blitz schlug 100 Meter neben den Radfahrern ein

In Schweden, auf dem Weg von Sveg nach Orsa (130 Kilometer) erlebten Günther und Gabriel die gefährlichste und unangenehmste Situation ihrer Fahrradtour: Urplötzlich wurden sie von einem Gewitter überrascht, der Blitz schlug etwa 100 Meter neben ihnen ein. Zwei Stunden und eimerweise Regen später brach Gabriel die Felge und auf dem weiteren Weg bis nach Orsa kamen sie nur langsam voran. Im zweiten Teil stand dann weniger das Radfahren, sondern mehr die Kultur und Landschaft im Vordergrund. Nach etwa einem Monat bemerkte Günther eine Veränderung: „Wenn Sie, so wie wir zu 99 Prozent des Tages draußen sind, müssen sie sich durchschlagen, die Basisinstinkte werden geschärft. Das Bauchgefühl sagt Dir, ob es gut ist dieses oder jenes zu tun, es bedarf keiner rationalen Filterung.“

Atemberaubende Klippen

Eine besonders schöne Zeit hätten sie in Frankreich im Canal Du Midi und an der spanischen Nordküste erlebt. Die Landschaft sei von atemberaubenden Klippen gezeichnet. „Wir hatten eine stetige Steigung von acht bis 15 Prozent“, erinnert sich Günther. In Portugal haben Günther und Gabriel einen längeren Aufenthalt eingeplant, da dort ein großer Teil des Weltkulturerbes zu finden sei. Für Günther war Portugal ein Highlight, da er über portugiesische Sprachkenntnisse verfügt. „Es gab nie eine Situation, in der wir als Ausländer komisch behandelt wurden, alle Menschen waren in allen Ländern immer offen und hilfsbereit“, staunt Günther. Ab Lissabon bis zum Beginn der Algarve entschieden sie sich, im Hinterland zufahren, um dem Tourismus auszuweichen. Günther und Gabriel seien von der unberührten Natur und vielen phantastischen Ereignissen überwältigt. Im südlichen Teil Spaniens geht es weiter bis nach Tarifa. Gibraltar war anschließend ein Tagesurlaub. Abschließend fast Günther zusammen: „Es gab so viele tolle Ereignisse, dass ich nicht sagen kann, welches das Schönste gewesen ist.“

Von Fionn Klawunn

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