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Gleichen Huub Dutch Duo fasziniert in der Kulturscheune am Schloss Rittmarshausen
Die Region Gleichen Huub Dutch Duo fasziniert in der Kulturscheune am Schloss Rittmarshausen
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09:57 23.09.2019
Das Huub Dutch Duo faszinierte in der Kulturscheune am Schloss Rittmarshausen mit verjazzten Eigenkompositionen rund um die Streiche von Max und Moritz Quelle: Linnhoff
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Rittmarshausen

Was in Lehrer Lämpels Namen haben Max und Moritz mit Jazz zu tun? Die Antwort gab mit viel Schwung und Humor in der Kulturscheune am Schloss Rittmarshausen das Huub Dutch Duo im Rahmen von Kultur im Kreis und Kultur Ohne Gleichen. „Swinging Busch“, nomen est omen, nennt das Duo sein Programm. Und swingen tat es gewaltig.

„Heaven, I’m in heaven...“, mit dem alten Klassiker „Cheek to cheek“ stimmt Huub Dutch das Publikum in der Kulturscheune unter Einsatz eines Wäscheleinofons ein, das aus einem Besenstil, einer Wäscheleine und einem Zementkübel besteht und einem Kontrabass ähnlich ist. Dafür gibt es dann auch gleich donnernden Applaus, bevor er „Herrn Oettinger aus Baden Württemberg“ vorstellt, der fortan stoisch mit Brillanz und cooler Sonnenbrille das Piano bedient und auch für die Kompositionen zuständig sei, so Dutch.

Der herrlich kauzige Humor kommt an

Mit Paolo Conte und einem herrlich spaßigen „Zement Mixer“ Blues swingen sie sich warm, bevor sie zur deutschen Hochkultur der Literatur und Wilhelm Busch kommen. Als er vor 20 Jahren eingewandert sei, habe ihm seine Frau eine Kulturtasche geschenkt, erzählt Dutch humorig. Und weil sie sich ja nun schon eine Weile kennen würden, wendet er sich ans Publikum, würde er sie ab jetzt duzen! Der herrlich kauzige Humor kommt an.

„Max und Moritz machten beide, als sie lebten, keinem Freude ...“, so steht es zu Beginn bei Wilhelm Busch geschrieben. Das Publikum folgt dem Duo fortan mit großem Vergnügen durch die sieben Streiche der beiden Lausbuben. Mit einem faszinierenden Gespür für den Sprachwitz um Gestalten wie die Witwe Bolte, Schneider Böck oder Bauer Mecke erwecken die beiden Musiker in erfrischend ideenreichen Eigenkompositionen die Protagonisten zu neuem Leben.

Jeder Streich ist dabei ein Erlebnis für sich

Dabei glänzt Dutch mit schauspielerischem Talent, variablem Minenspiel und großer Bluesstimme. Mit feinsinnigem Humor blättern sie in den Geschichten, halten sich dabei textlich an die Buchvorlage und garnieren diese mit Blues-, Swing-, und Jazzelementen. Neben dem Wäscheleinofon bringt Dutch noch diverse Perkussionutensilien wie eine Fuß-Maracas ins Spiel und brilliert auf der Trompete. Jeder Streich ist dabei ein Erlebnis für sich.

Im ersten Streich wird gleich gegackert was die Hühner hergeben, bis es heißt: „Jedes legt noch schnell ein Ei und dann kommt der Tod herbei ...“. Wenn im vierten Streich dem Lehrer Lämpel Pulver in den Pfeifenkopf gesteckt wird, legt Dutch zwischendrin mit seinem ins Gesicht gezogenen Hut, Sonnenbrille und täuschend echt geschürzten Lippen eine zum Brüllen gute, waschechte Lindenberg Parodie hin. Und weil die sterbenden Hühner in dem Streich seinem Partner, der Vegetarier sei, so zugesetzt hätten, hängen sie noch ein herrlich schräges Lied für die Hühner mit an.

Aber wehe, wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe

„Jeder denkt: Sie sind perdü! Aber nein –noch leben sie...“ heißt es dann im sechsten Streich und Dutch bereitet die Zuschauer auf den letzten Streich vor, denn jetzt gehe es an die Substanz. Mit höllischen Tempo fahren sie das „Rickeracke! Rickeracke!“ in Meister Müllers Mühle musikalisch an, um dann in südamerikanische Rhythmen zu verfallen. „Aber wehe, wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe!! Ach, das war ein schlimmes Ding wie es Max und Moritz ging.“ Was das Duo aus den unverwüstlichen Geschichten machte, war kein schlimmes, sondern ein mitreißend geniales Ding.

Nach einigen Zugaben und anschließendem, stehenden Applaus gingen die „unersättlichen“ Besucher, wie Dutch sie bezeichnete, mit der Melodie von Barbaras „Göttingen“ und einem Lächeln nach Hause.

Weitere Veranstaltungen

Zwei weitere Veranstaltungen bietet Kultur im Kreis in diesem Jahr noch an:

Sonnabend, 28. September, 19 Uhr

Tangomit Cuarteto Rotterdam im Hofcafé Gieboldehausen. Nach dem Konzert ist ein Tangotanzabend geplant. Zu der Veranstaltung gibt es am Donnerstag, 26. Septemberm ab 18 Uhr in der Waldorfschule in Göttingen einen Einführungskurs „Tango Argentino“. Informationen zur Anmeldung unter: https://www.kulturimkreis.de/index.php/ueberblick-2019/sa-28-september-19-uhr

Sonnabend, 12. Oktober, 19 Uhr

Alte Musik trifft Orient mit Musica Alta Ripa in der St.-Blasius-Kirche in Hann. Münden. Beim Zusammenspiel von Orient und Okzident mit Instrumenten aus dem arabischen Raum verspricht das Konzert außergewöhnliche Hörerlebnisse. Den „Sommer“ aus Vivaldis Jahreszeiten hat man wohl bisher noch nicht auf der Busuk, einer arabischen Laute, gehört, so die Information der Veranstalter.

Von Jörg Linnhoff

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