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Gleichen Kinder aus Reinhausen und Diemarden legen blühende Bienenwiese an
Die Region Gleichen Kinder aus Reinhausen und Diemarden legen blühende Bienenwiese an
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17:00 28.05.2019
Begeistert bereiten die Kinder die Mischung aus Samen und Tonerde vor. Quelle: Ulrich Schubert
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Diemarden

Eine ganz besondere Samen-Mischung haben knapp 40 Kinder aus Diemarden und Reinhausen am Dienstag auf einem Feld bei Diemarden gesät. Wenn das Wetter mitspielt, sollen auf der 2000 Quadratmeter großen Fläche in etwa drei Monaten die Blüten von 82 verschiedene Blumensorten und einigen Gräser blühen. Sie sollen vor allem als Bienenwiese dienen und so die Artenvielfalt im Gartetal verbessern.

Sie wissen schon recht gut Bescheid, die Vorschulkinder aus dem Kindergarten und die Erst- und Zweitklässler der Diemardener Grundschule: „Bienen bestäuben Blüten und machen Honig“, erklärt Linus (*Name geändert). „Aber auch andere Insekten sind ganz wichtig für die Natur“, ergänzt Marli (*) ein wenig außer Atem. Gerade sind die Kinder wie Insekten und Vögel über die idyllische Wiese gleich neben einer Ziegenherde „geflogen“. Wer von einem Vogel gefangen wurde, musste bis zur Ablösung in die Hocke gehen.

Für die Artenvielfalt im Gartetal

Das Spiel ist Teil des Blühwiesen-Projektes, an dem die Kinder an diesem Dienstag teilnehmen. Organisiert wird es von der Diemardener „Initiative für Naturpädagogik“ des Naturpädagogen, Yogalehrers, Imkers und Projektkünstlers Nils Sunil Kolibri. Er betreibt gleich neben der Wiese eine Schul-Imkerei.

Es wird gemischt. Quelle: Ulrich Schubert

Das Projekt „blühende Bienenwiese“ soll die Lebensräume für Insekten und Vögel verbessern, damit einen Beitrag zur Artenvielfalt im Gartetal leisten, vor allem aber den Kindern vermitteln, wie wichtig das Zusammenspiel von Pflanze, Tier und Mensch ist, erklärt Sunil Kolibri. Finanziell unterstützt werde das Projekt von der niedersächsischen Bingo Lotto Umweltstiftung.

Nur heimische Samen kommen in den Boden

Inzwischen bereiten die Kinder ihre Blumensaat-Mischung vor. Neugierig untersuchen sie die verschiedenen Samenformen: „Da gibt es runde und lange, große und kleine und ganz schwarze“, stellt einer der Zweitklässler fest. Und es sind ganz besondere Samen, betont Sunil Kolibri: Die Mischung mit dem Namen Schmetterlings-Wildbienensaum bestehe ausschließlich aus Samen von Blumen und Gräsern, die in dieser Region heimisch sind. Damit seien sie besonders geeignet für die Insekten im Gartetal.

Bevor die Kinder die Samen aussäen, mischen sie sie mit roter Tonerde. „So lassen sie sich gleichmäßiger auf einer größeren Fläche aussäen“, erklärt die Projektmitarbeiterin Britta Mahlke. Schnell merken die Kinder, wie einfach das geht. Fast professionell streuen sie die Samen auf dem vorbereiteten Acker aus. Abschließend müssen sie noch ein wenig festgedrückt werden – mit ganz schön schweren Handwalzen, die die Kinder über das Feld ziehen.

Es wird gesät. Quelle: Ulrich Schubert

Die Blühwiesen-Aktion füge sich perfekt in die Unterrichtseinheiten und Projekte der Schule ein, sagt die Lehrerin Verena Mayer. Als Umweltschule befasse sich die Grundschule Diemarden vielfach mit dem Thema Natur.

Wer kennt Ehrenpreis und Gundermann?

Das passt es umso mehr, dass Sunil Kolibri und seine Begleiter mit den Kindern auch die schon blühenden Pflanzen auf der Wiese nebenan genauer betrachten. Löwenzahn und Gänseblümchen kennen fast alle, manche sogar das Hirtentäschel. Schwieriger wird es schon beim Ehrenpreis und Gundermann mit ihren kleinen lilafarbenen Blüten. Es ist ein kleiner Vorgeschmack auf ihre eigene Bienenwiese, auf der bald 82 verschiedene Sorten blühen sollen.

Kleine Blumenkunde mit Nils Sunil Kolibri. Quelle: Ulrich Schubert

Sunil Kolibri will mit seiner Gartetal-Imkerei und seinen Blühwiesen-Projekten nach eigenen Angaben Lernorte schaffen, in denen sich Menschen – vor allem Kinder – intensiv mit der Natur und besonders mit Bienen und Insekten auseinandersetzen können. Dazu entwickelt er auch Anschauungsmaterial wie einen transportablen Bienen-Schaukasten, den Schulen und andere interessierte Mieten können. Weitere Infos gibt es online unter beelistening.net.

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