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Legendäres Gasthaus „Jütte“ in Bremke schließt

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10:48 15.12.2021
Das Traditionsgasthaus „Jütte“ in Bremke.
Das Traditionsgasthaus „Jütte“ in Bremke. Quelle: Christina Hinzmann/GT
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Bremke

Das Landgasthaus „Jütte“ in Bremke wird es schon bald nicht mehr geben. „Das Gasthaus schließt zum 31. Januar 2022 altersbedingt“, teilt Inhaber Andreas Jütte mit. An weiteren Gesprächen zum Warum und Wieso „haben wir aktuell kein Interesse“, lässt der Wirt wissen. Er bittet um Verständnis, „dass die aktuelle Corona-Situation uns genug auf Trab hält“.

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„Familiengeführt seit 135 Jahren.“ So wirbt das Gasthaus „Jütte“ auf der hauseigenen Homepage für sich. Doch nach so langer Zeit soll bald endgültig Schluss sein. Damit verschwindet in wenigen Wochen eine gastronomische Stätte von der Bildfläche, die schon als legendär zu bezeichnen ist. So erinnern sich Generationen von Studenten eben an dieses Gasthaus, wenn sie an ihre Studienzeit in Göttingen zurückdenken. Ungezählt sind auch die Wanderer, die bei „Jütte“ oder auch „Mutter Jütte“, wie das Gasthaus gemeinhin genannt wird, eine Rast gemacht und eine Stärkung bekommen haben. Nicht zu reden von den vielen Feierlichkeiten im Garten des Anwesens oder unter dem Dach des denkmalgeschützten Fachwerkhauses am Ortseingang von Bremke.

Das Traditionsgasthaus Jütte in Bremke Quelle: Christina Hinzmann/GT

Erste Chefin im Hause war Caroline Jütte

Das Gasthaus Jütte hat im Jahre 1883 die Gaststättenkonzession erhalten. Erste Chefin im Hause war Caroline Jütte. Die erste „Mutter Jütte“ bewirtete in der Stube des Bauernhofes Einheimische und vor allem Reisende auf dem Weg nach Thüringen, ist auf der Homepage vermerkt. Weil das Gasthaus auch als Ausflugsziel beliebt war, konnte Sohn Heinrich Jütte im Jahre 1908 den Gasthof um einen Parkettsaal erweitern und den Gemüse- zum Gästegarten umgestalten. Caroline Jütte starb im Jahr 1924.

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Sogar die Internet-Enzyklopädie Wikipedia widmet sich dem Gasthaus mit einem Eintrag. Seit dem 19. Jahrhundert sei es ein wichtiges Ausflugsziel für Professoren und Studenten der Georg-August-Universität Göttingen gewesen, heißt es dort ebenso wie in anderen Chroniken. Der Saal habe den Studentenverbindungen als „Pauklokal“ gedient, was nichts mit pauken im Sinne von lernen für das Studium zu tun hat, sondern mit der Austragung von Mensuren, also Fechtkämpfen. Jetzt werde das Gasthaus in vierter Generation geführt, heißt es in dem Wikipedia-Eintrag, der erst im Juni dieses Jahres aktualisiert worden ist.

Die Inschrift im Gebälk verweist auf das Baujahr 1849. Quelle: Christina Hinzmann/GT

Bratkartoffeln begeisterten die Gäste

Ein Blick in die jüngere Vergangenheit: Im Jahr 1981 stieg Andreas Jütte als Koch in den Gastbetrieb ein. Unter seiner Ägide ist das Gasthaus um ein Gästehaus mit Fremdenzimmern erweitert worden. Die Homepage verrät an dieser Stelle: Seitdem führt Jütte, mittlerweile zusammen mit seiner Tochter, das Restaurant und bietet neben traditionellen Gerichten auch regionale und saisonale Speisen an. Unter Gästen besonders beliebt sind die Bratkartoffeln bei Jütte, die stets gelobt worden sind.

Von Ulrich Meinhard