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Gleichen Nach Überfall: Verkäuferinnen haben immer noch Angstzustände
Die Region Gleichen Nach Überfall: Verkäuferinnen haben immer noch Angstzustände
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18:40 17.09.2019
Vor Gericht müssen sich zurzeit zwei Männer verantworten, die unter anderem einen Edeka-Markt in Rittmarshausen überfallen haben. Quelle: dpa
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Göttingen/Rittmarshausen

Im Prozess um zwei bewaffnete Raubüberfälle haben am Dienstag die beiden Mitarbeiterinnen des Edeka-Marktes in Rittmarshausen in der Gemeinde Gleichen ausgesagt. Der Markt war Anfang Februar überfallen worden. Für die Angestellten war es ein traumatisches Erlebnis: Beide Frauen waren danach mehrere Wochen krankgeschrieben und leiden bis heute unter Angstzuständen, Schlafstörungen und anderen psychischen Beeinträchtigungen. „Ich habe ständig diese Bilder“, sagte eine Zeugin vor dem Landgericht Göttingen.

In dem Prozess müssen sich vier Männer und zwei Frauen aus den Landkreisen Northeim und Göttingen unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, schweren Raubes und versuchter räuberischer Erpressung verantworten. Sowohl bei dem Überfall in Rittmarshausen als auch bei dem zweiten Raubüberfall auf einen 78-jährigen Rentner im Kalefelder Ortsteil Oldershausen soll der 29-jährige Angeklagte der Anstifter gewesen sein.

Mit Pistole in den Laden gestürmt

Der Supermarkt-Überfall fand kurz vor Ladenschluss statt. Eine der beiden Mitarbeiterinnen wollte gerade die Tür abschließen, als plötzlich drei vermummte Gestalten hereinstürmten. „Einer ist gleich vor mir stehengeblieben, er hatte eine Pistole“, berichtete die Zeugin.

Die zweite Mitarbeiterin hatte gerade die Kasse vom Backwaren-Stand an sich genommen und begonnen, die Jalousien vorzuziehen. Plötzlich habe ihre Kollegin ganz laut ihren Namen gerufen, berichtete sie. Als sie sich umdrehte, „stand der erste mit dem Messer hinter mir.“ Die Täter hätten sie dann ins Büro gedrängt. Einer von ihnen habe eine Pistole gehabt und immer „Tresor“ gesagt. „Wir haben aber gar keinen Tresor“, sagte die Zeugin. Als sie die Kasse vom Backwaren-Stand auf den Tisch stellte und dabei in den Lauf der Pistole blickte, habe sie voller Angst an ihr Kind gedacht: „Wieso wir, was passiert hier jetzt?“, habe sie sich gefragt.

Frauen stehen immer noch unter Schock

Die drei Vermummten hätten dann mit dem Geld aus der Kasse das Büro verlassen und die Tür hinter sich zugezogen. Die Frauen konnten durch die Scheibe beobachten, wie sie noch zahlreiche Zigaretten entwendeten und verschwanden. Erst danach wagten sie sich aus dem Büro heraus und riefen die Polizei.

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Beide Frauen stehen immer noch unter Schock. „Ich habe vorher nie geglaubt, dass ich mal psychologisch betreut werden müsste“, sagte eine Zeugin. Dank der psychologischen Betreuung gehe es ihr zwar inzwischen besser, aber sie könne ohne Tabletten nicht schlafen und habe Angst im Dunkeln. Beide Frauen hatten vorher Teilzeit gearbeitet. Dazu sind sie bislang noch nicht wieder in der Lage.

Die Täter erbeuteten 540 Euro Bargeld und Zigaretten im Wert von rund 280 Euro. Die Hauptkasse des Supermarktes hatten sie übersehen.

Von Heidi Niemann

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