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Gleichen Initiative baut ein Storchennest
Die Region Gleichen Initiative baut ein Storchennest
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18:28 11.07.2019
Ein Nest hat die Storcheninitiative für den Rittmarshäuser Storch gebaut. Quelle: r
Rittmarshausen

Die Mitglieder einer extra gegründeten Storcheninitiative haben in Rittmarshausen ein Nest für einen Storch gebaut. Am Wochenende haben die fünf Mitglieder um Hannelore Burmester es auf dem rund 20 Meter hohen Schornstein der ehemaligen Brennerei platziert. Dort hat der Storch sich, in unmittelbarer Nähe zum Rittmarshäuser Thie, seit sechs Wochen niedergelassen. Zum Transport des Nestes nach oben hatten sie einen Steiger organisiert.

„Wir haben den Storch auf dem Schornstein gesehen und auch im Dorf wurde darüber gesprochen erklärt Burmester wie es zur Gründung der Initiative gekommen ist. Vereinzelnd sei auch berichtet worden, dass der Storch mit Stöcken im Schnabel auf den Schornstein geflogen sei. „Ich habe mich dann im Dorf erkundigt, wer eine Drohne hat, mit der wir gucken können, wie weit der Storch mit seinem Nestbau ist“, sagt Burmester. Bei der Begutachtung des Nests mit der Drohne habe man erkennen können, dass der Bau zu diesem Zeitpunkt nur wenig vorangeschritten war. „Die Metallplatte, die unser Metaller Bernd Lesser vor etwa vier Jahren angebracht hat, war noch nahezu vollständig zu sehen“, sagt Burmester. Die Metallplatte sei damals bei Arbeiten am Schornstein auf diesem angebracht worden. Dies sei zwar schon gut, doch habe sich die Gruppe überlegt, dass dies kein richtiges Nest sei.

Der Storch in seinem Nest. Quelle: r

Durchmesser von 1,30 Metern

„Ich habe mich dann im Internet erkundigt, wie man ein Nest für einen Storch bauen kann“, sagt Burmester. Außerdem habe die Gruppe Kontrakt zu Ludwig Pape aufgenommen, der in Seeburg seit mehreren Jahren Störche betreut. „Bei meinen Recherchen im Internet habe ich herausgefunden, dass ein Nest mindestens einen Durchmesser von einem Meter haben sollte“, berichtet Burmester. Das Nest, das Franz Wittekind für den Rittmarshäuser Storch gebaut habe, habe jetzt einen Durchmesser von 1,30 Metern. Das Holz für die Außenbegrenzung haben die Rittmarshäuser kostenlos von einer Holzfirma aus Bremke erhalten. „Es handelt sich um Lärchenholz“, sagt sie. Sie selbst habe sich um das Füllmaterial für das Nest wie beispielsweise Stroh gekümmert. Der Nestbau an sich habe etwa dreieinhalb Stunden gedauert.

Das fertige Nest . Quelle: r

Kinder gucken sich das Netz an

Um auf den Storch aufmerksam zu machen, hatte Burmester im Supermarkt des Dorfes und im Kindergarten Zettel angebracht, die auf das besondere Ereignis hinwiesen. „Vom Kindergarten aus gab es Ausflüge zum Nest. Die Kinder konnten sich, als das Nest noch nicht auf dem Schornstein war hineinsetzen und so das Füllmaterial platt sitzen“, erklärt Burmester. Eigentlich hatte die Initiative auch ein Fest zum Anbringen des Nestes auf dem Schornstein geplant, doch wegen auftretender Bedenken habe sie sich kurzfristig dagegen entschieden. „Wir waren uns auch nicht sicher, ob wir das Nest überhaupt auf den Schornstein bringen sollen“, so Burmester. Grund hierfür sei gewesen, dass der Storchenbeauftragte Niedersachsens davon abgeraten habe. „Nach Rücksprache mit Ludwig Pape haben wir dann entschieden, das Nest doch hochzubringen“, sagt Burmester.

Das Nest wird auf dem Schornstein angebracht. Quelle: r

Fest im Frühjahr

Den Steiger für die Aktion habe eine Göttinger Abbruchfirma zur Verfügung gestellt. Wittekind hätte gemeinsam mit einem Feuerwehrmann das Nest auf dem Schornstein angebracht. „Kaum, dass der Steiger zur Hälfte wieder unten war, ist der Storch gekommen, und hat das neue Nest bezogen“, ist Burmester glücklich, dass der Storch es angenommen hat. Das jetzt ausgefallene Fest, soll im Frühjahr, wenn der Storch zurückkehrt nach geholt werden. „Vielleicht kommt er dann auch mit einer Partnerin. Mir wurde schon berichtet, dass er bereits jetzt öfter in Begleitung ist“, sagt Burmester.

Zahlreiche Störche in der Region

Der Rittmarshäuser Storchist nicht der Einzige in der Region. Unter anderem gibt es in Seeburg ein Storchenpaar, das in diesem Jahr drei Jungstörche bekommen hat. Zudem gibt es auch in Seulingen dreifachen Storchennachwuchs. In Obernfeld konnte ein Jungtier beringt werden. In Wollershausen werden drei Junge großgezogen. In Pöhlde gab es dieses Jahr zweimal Nachwuchs. Auf dem Turm der Molkerei in Gieboldehausen lebt ebenfalls ein Storchenpaar. Und auch in Westerode haben wie in den Vorjahren Störche das Netz bezogen.

Von Vera Wölk

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