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Gleichen Raubüberfälle: Prozess hat begonnen
Die Region Gleichen Raubüberfälle: Prozess hat begonnen
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17:28 27.08.2019
Sieben mutmaßliche Täter konnte die Polizei nach den beiden Raubüberfällen festnehmen, darunter fünf Männer. Drahtzieher soll ein 29-Jähriger aus dem Eichsfeld sein (Symbolfoto). Quelle: r / Pixabay
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Kalefeld / Rittmarshausen

Vor dem Landgericht Göttingen hat am Dienstag ein Prozess um zwei bewaffnete Raubüberfälle begonnen. Die insgesamt sieben Angeklagten – fünf Männer und zwei Frauen aus den Landkreisen Northeim und Göttingen – müssen sich unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, schweren Raubes und versuchter räuberischer Erpressung verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den zwischen 16 und 45 Jahre alten Angeklagten vor, im Februar in unterschiedlicher Besetzung zwei Überfälle begangen zu haben. Erst hätten sie einen Raubüberfall auf einen Edeka-Markt in Rittmarshausen (Kreis Göttingen) verübt, zwei Wochen später dann einen 78-jährigen Rentner in seinem Wohnhaus im Kalefelder Ortsteil Oldershausen überfallen.

Drahtzieher im April festgenommen

Drahtzieher beziehungsweise Anstifter beider Überfälle soll ein bereits vielfach vorbestrafter 29-Jähriger aus dem Eichsfeld gewesen sein. Er wurde im April aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Osterode festgenommen und befindet sich seitdem in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft. Zwei Tage später nahm die Polizei eine ebenfalls mehrfach vorbestrafte 30-jährige Frau aus der Gemeinde Kalefeld fest; auch sie befindet sich in Untersuchungshaft. Laut Anklage soll sie den Tipp für den Raubüberfall auf den Rentner geliefert haben.

An jenem Abend soll es zunächst zu einem Treffen in ihrer Wohnung gekommen sein, bei dem der 29-Jährige und zwei 18-Jährige aus Kalefeld anwesend waren. Dabei hätten sie ihre „schwierigen finanziellen Verhältnisse erörtert“, heißt es in der Anklage. Die 30-Jährige habe dann erzählt, dass der 78-Jährige in einem Tresor zwischen 30 000 und 40 000 Euro aufbewahrt habe. Daraufhin hätten sie den Entschluss gefasst, sich dieses Geld anzueignen.

Beute beim Rentner: 30 Euro und eine Uhr

Der 29-Jährige soll dann mit den beiden 18-Jährigen zu dem Wohnhaus gefahren sein. Während der 29-Jährige im Auto sitzengeblieben sei, habe einer der Mittäter an der Tür geklingelt. Als der Rentner öffnete, habe er diesem Pfefferspray ins Gesicht gesprüht, ihn in die Wohnung gedrückt und ihm mehrfach mit der Faust ins Gesicht und mit dem Kopf auf den Steinboden geschlagen. Die beiden 18-Jährigen hätten den Rentner mit einem Messer bedroht und ihn aufgefordert, Geld und Schmuck herauszugeben. Da es ihnen nicht gelang, die Tresore zu öffnen, hätten sie lediglich 30 Euro aus einer Geldbörse und eine Uhr erbeutet.

Der 78-Jährige wurde durch die Gewaltattacken so schwer verletzt, dass er eine Woche im Krankenhaus verbringen musste. Während des Überfalls war es ihm unbemerkt gelungen, den Hausnotruf zu betätigen. Als wenig später eine Pflegekraft eintraf, rannte einer der Angeklagten sie um und versetzte ihr zwei Faustschläge ins Gesicht. Anschließend flüchteten beide Täter zu der Wohnung der 30-jährigen Hinweisgeberin. Die Pflegerin erlitt unter anderem diverse Hämatome.

Edeka-Markt kurz vor Ladenschluss überfallen

Auch bei dem Überfall auf den Supermarkt in Rittmarshausen soll der 29-Jährige andere Personen vorgeschickt haben, die dann die Tat begehen sollten. Der Anklage zufolge soll der Plan bei einem Treffen in seiner Wohnung ausgeheckt worden sein, bei dem sechs der Angeklagten zugegen waren. Zunächst habe eine mitangeklagte 41-jährige Frau aus Duderstadt kurz vor Geschäftsschluss den Markt ausgekundschaftet und ihre Komplizen verständigt, dass kein anderer Kunde mehr im Laden war. Dann hätten die beiden 18-Jährigen aus Kalefeld und ein 16-Jähriger aus dem Altkreis Osterode maskiert den Laden betreten und die beiden Angestellten mit einer Schusswaffe und einem Messer bedroht. Danach seien sie mit ihrer Beute – 540 Euro Bargeld und Zigaretten im Wert von rund 280 Euro – geflüchtet. Anschließend hätten die sechs Angeklagten das Geld unter sich aufgeteilt.

Der Prozess wurde nach Verlesung der Anklage unterbrochen, er wird Anfang September fortgesetzt. Insgesamt hat das Gericht acht Verhandlungstage vorgesehen.

Weitere Anklagen anhängig

Gegen den 29-Jährigen ist auch noch eine andere Anklage anhängig. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm darin 19 Straftaten vor, darunter Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, gewerbsmäßigen Betrug sowie Erpressung und Körperverletzung. Er soll einen größeren Personenkreis kostenlos mit Drogen versorgt und dafür verlangt haben, dass sie für ihn Einbrüche begehen. Er habe auch die An- und Abfahrten zu den ausbaldowerten Objekten organisiert.

Auch die 30-Jährige muss sich noch wegen weiterer Vorwürfe vor Gericht verantworten. Sie soll sich bereits Monate vor dem Überfall in Oldershausen die EC-Karte des 78-Jährigen verschafft und damit mehrfach Geld abgehoben haben. Ferner soll sie auf dessen Namen und mit seinen Kontodaten Handy-Verträge abgeschlossen, im Internet eingekauft und an Glücksspielen teilgenommen haben.

Von Heidi Niemann

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