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Gleichen Staatsanwalt fordert achteinhalb Jahre Haft nach Überfällen auf Supermarkt und Rentner
Die Region Gleichen Staatsanwalt fordert achteinhalb Jahre Haft nach Überfällen auf Supermarkt und Rentner
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17:59 11.12.2019
Symbolbild Quelle: Thorben Wengert
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Rittmarshausen / Göttingen

In dem seit Ende August laufenden Prozess um zwei Raubüberfälle auf einen Edeka-Markt in Rittmarshausen und einen 78-jährigen Rentner im Kalefelder Ortsteil Oldershausen sind am Mittwoch vor dem Landgericht Göttingen die Plädoyers gehalten worden. Die Staatsanwaltschaft forderte für den bereits mehrfach vorbestraften Hauptangeklagten eine Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren. Der 29-Jährige, der bis zu seiner Inhaftierung im südniedersächsischen Eichsfeld gelebt hatte, sei die treibende Kraft bei den Überfällen gewesen, sagte der Staatsanwalt. Außerdem sollte seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet werden, damit er seine Alkohol- und Drogenabhängigkeit in den Griff bekomme. 

Die Staatsanwaltschaft sah es als erwiesen an, dass die insgesamt sechs Angeklagten im Februar dieses Jahres in unterschiedlicher Besetzung die beiden Überfälle begangen haben. Der Überfall auf den Supermarkt in Rittmarshausen sei als gemeinschaftlicher schwerer Raub zu werten, der Überfall auf den Rentner in Oldershausen zweieinhalb Wochen später als gemeinschaftliche versuchte schwere räuberische Erpressung, gemeinschaftlicher schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung.

Duderstädter soll Freiheitsstrafe von fünf Jahren erhalten

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war die Initiative dazu jeweils von dem 29-Jährigen ausgegangen. Dieser habe die anderen angestiftet und instruiert. Bei dem Überfall in Rittmarshausen habe ein 45-jähriger aus Duderstadt als Fahrer fungiert, dieser sollte dafür eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren erhalten. Die gleiche Strafe forderte er für eine 41-jährige Mitangeklagte aus Duderstadt, weil diese den Markt ausgekundschaftet und die Mittäter verständigt habe, dass die „Luft rein“ sei.

Angestellte mit einer Schusswaffe und einem Messer bedroht

Den eigentlichen Überfall hätten dann ein damals 16-Jähriger aus dem Altkreis Osterode und ein 18-Jähriger aus Kalefeld verübt. Sie hätten maskiert den Laden betreten und die beiden Angestellten mit einer Schusswaffe und einem Messer bedroht. Da sie die Hauptkasse und die Lottokasse übersahen, hätten sie nur 600 Euro Bargeld und Zigaretten im Wert von rund 280 Euro erbeutet. Nach Ansicht des Staatsanwalts ist bei beiden Angeklagten das Jugendstrafrecht anzuwenden. Der 18-Jährige sollte eine Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten, der 16-Jährige eine Jugendstrafe von einem Jahr erhalten. Beide Strafen sollten jeweils zur Bewährung ausgesetzt werden. Als Bewährungsauflage sollten die Angeklagten sechs Monate lang an einem sozialen Trainingskurs teilnehmen und 100 beziehungsweise 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Der 18-Jährige sei auch bei dem Überfall auf den Rentner in Oldenrode dabei gewesen. Zuvor habe eine mitangeklagte 30-jährige Frau aus Kalefeld bei einem Treffen in ihrer Wohnung erzählt, dass bei dem Rentner viel Geld zu holen sei. Sie habe auch beschrieben, wo sich in dessen Wohnhaus die Tresore befinden, in denen bis zu 40.000 Euro lagern sollten, sagte der Staatsanwalt. Er forderte für die bereits mehrfach vorbestrafte Angeklagte eine Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren. Der 29-jährige Hauptangeklagte sei kurz darauf mit dem 18-Jährigen und einem gesondert verfolgten Gleichaltrigen zu dem Wohnhaus des Rentners gefahren. Während der 29-Jährige im Auto sitzengeblieben sei, hätten die beiden 18-Jährigen dem Rentner, der ihnen die Tür geöffnet hatte, Pfefferspray ins Gesicht gesprüht, ihn zu Boden geschlagen und mit einem Messer bedroht. Trotz vieler Versuche gelang es ihnen nicht, die Tresore zu öffnen. Während des Überfalls schaffte es der 78-Jährige, unbemerkt den Hausnotruf zu betätigen. Als wenig später eine Pflegekraft eintraf, flüchteten die Angeklagten.

Opfer leidet unter den Folgen der Taten

Der Staatsanwalt verwies darauf, dass die betroffenen Opfer bis heute erheblich unter den Folgen der Taten litten. Der 78-Jährige wurde bei dem Überfall so schwer verletzt, dass er eine Woche im Krankenhaus verbringen musste. Die Mitarbeiterinnen aus dem Supermarkt seien in psychologischer Behandlung und litten immer noch unter Angstzuständen.

Die Verteidiger wichen in ihren Plädoyers deutlich von den Anträgen der Staatsanwaltschaft ab. Der Anwalt des 29-Jährigen plädierte auf Freispruch, weil keineswegs erwiesen sei, dass sein Mandant die anderen zu den Taten angestiftet habe oder daran beteiligt gewesen sei. Die anderen Angeklagten hätten gelogen, teilweise seien ihre Aussagen abgesprochen gewesen. Die Verteidiger der damals 16 und 18 Jahre alten Angeklagten plädierten dafür, diesen lediglich Weisungen zu erteilen und keine Jugendstrafe zu verhängen. Die Anwälte der übrigen Angeklagten forderten für ihre Mandanten Bewährungsstrafen.

Von Heidi Niemann

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