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Gleichen Fest der essbaren Taglilien
Die Region Gleichen Fest der essbaren Taglilien
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09:18 14.07.2019
Taglilien-Pracht im Rosenpark in Reinhausen. Quelle: Peter Krüger-Lenz
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Reinhausen

Karin Schade ist ein wenig frustriert. 70 Milliliter Regen über Nacht und dann auch noch Pieselwetter am Tag des Festes. Die Blumenpracht der Chefin des Rosenparks hat ein wenig gelitten, und potenzielle Besucher haben sich vielleicht von der Nässe abhalten lassen. 2000 Besucher kämen meist zum Rosenfest, der Taglilie bleibt eine solche Würdigung an diesem Tag wohl verwehrt. Nur wenige Blumenfreunde schlendern über die Wege zwischen den vielen blühenden und einigen edel welkenden Blumen.

Fladen mit Taglilien-Butter

Im hinteren Teil der Anlage treffen sie auf Claudia Herbst. „Heute würde ich gerne Sommer heißen.“ Egal. Sie hat einen Tisch aufgestellt und einen Feuerkorb mit Holz bestückt, das fröhlich lodert. Darauf steht eine Pfanne, darin ein Teigfladen, den sie zu Pfannenbrot backt. Plattes Stockbrot? Natürlich nicht. „Das ist ein total geheimes Rezept“, sagt sie, und der Schalk blitzt in ihren Augen. Die Fladen bestreicht sie mit Butter, aber keinem schlichten Streichfett. Sie hat es verfeinert mit klein geschnittenen Taglilien-Blüten. Wer will, darf probieren.

Essbare Pflanzenschönheiten beim Taglilienfest

Eine süße Taglilien-Variante streicht sie in eine Taglilien-Blüte, darunter ein Blatt Salat. Beides schmeckt, wahrscheinlich ebenso gut wir die langen, schlanken Blütenstempel, die sie knabbert, während sie erzählt. Seit 5000 Jahren würden Taglilien als Gemüsepflanze in Asien angebaut. Die Pflanze sei „sehr anspruchslos“. Eine Blüte welke nach einem Tag, dann aber treibe die Pflanze gleich die nächste hervor. Herbst ist Fachfrau. Sie arbeitet für das Regionale Umweltbildungszentrum (RUZ) in Reinhausen, gibt freiberuflich Seminare und lehrt dabei das Kochen mit Blüten. Beim Taglilienfest ist sie für das Familienzentrum bei dem Taglilienfest.

Leckere Blüten

Mit Rosen fing alles an. Etwa 2100 Sorten hat Chefin Schade in den vergangenen Jahren angepflanzt. Zur Taglilie sei sie „gekommen wie die Jungfrau zum Kinde“. In Foren tummele sie sich im Internet und habe dort eine Taglilienzüchterin kennengelernt. Die musste vor sieben oder acht Jahren ihr Gartengelände in Bad Gandersheim aufgeben, Schade übernahm mehr als 100 ausgewählte Pflanzen, „allerdings nur vorübergehend“, sagt Schade. Die Züchterin konnte sie nicht wieder zurücknehmen, inzwischen wachsen rund 385 Sorten in ihrem Park. Inzwischen sieht sie die Taglilie als Gewinn für ihren Rosenpark, in dem eigentlich ausschließlich Rosen wachsen sollten. Die nämlich machten im Sommer eine Blühpause im Juli bis etwa Mitte August, die von den Taglilienblüten überbrückt würde.

Isst sie auch ihre Blüten? „Das will ich nicht“, sagt Schade, „die sind so schön“. Doch sie mag den Geschmack. Einige schmeckten pfefferig, andere süß, wieder andere wie Erbsen-Zuckerschoten.

Nachwachsende Ware

Sie ist sie nicht, aber sie verkauft sie. Gartenfreunde durchstreifen die Gänge zwischen den Beeten und wählen Blühpflanzen in Töpfen. Wer jetzt nicht fündig wird, kann auch bestellen, die Ware wächst nach.

Begonnen habe übrigens alles mit einem Artikel im Tageblatt. Entgegen den Ratschlägen von Gartenfreunden habe sie vor Jahren einen Tag der offenen Gärten organisiert. Ein Tageblatt-Mitarbeiter habe darüber berichtet und später eine Geschichte nachgeschoben über Rosenstöcke, die sie gerettet und in ihrem Garten gepflanzt hatte. In Eigeninitiative habe der Tageblatt-Kollege ihre Telefonnummer am Ende des Artikels veröffentlicht. Mehr als 70 Bürger hätten ihre Rosenstöcke angeboten, der Beginn des Rosenparks.

Feste im Rosenpark

Dreimal im Jahr organisiert Karin Schade, Chefin des Rosenparks in Reinhausen, mit ihren Mitarbeitern Feste im Rosenpark. Zum Auftakt Mitte Juni steht das Rosenfest auf dem Programm. Dann stehen die Rosenstöcke in einer ersten vollen Blüte. Wenn sie dann eine Blütenpause einlegen, lockt eine andere Blütenpracht in den Rosenpark. Mitte Juli feiert Schade das Taglilienfest. Immer am 3. Oktober wird zwischen den Pflanzen das Herbstfest begangen.

Im Sommer, wenn die Taglilien in voller Blütenpracht stehen, erweitert Schade die Öffnungszeiten ihres Rosenparks, Rosental 12a in Reinhausen. Bis Ende Juli, eventuell auch länger, können Besucher den Park montags und donnerstags von 10 bis 16 Uhr, mittwochs, freitags und sonnabends von 14 bis 17.30 Uhr oder nach Vereinbarung unter blog.staudenundrosen.de besuchen. pek

Von Peter Krüger-Lenz

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