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Gleichen 21-Jährige fährt 5000 Kilometer Fahrrad, um Notleidenden zu helfen
Die Region Gleichen 21-Jährige fährt 5000 Kilometer Fahrrad, um Notleidenden zu helfen
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17:00 03.05.2019
Die Satteltaschen sind gepackt, das Fahrrad ist eingestellt und Svea Venus ist startklar: Etwa 5000 Kilometer will die 21-Jährige bis nach Portugal und zurück radeln und so die Initiative "Ärzte ohne Grenzen" unterstützen. Quelle: Ulrich Schubert
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Benniehausen

Wenn Svea Venus erzählt, dann sprüht sie nur so vor Energie – egal, ob es um ihre Tour nach Rom, ihr Arbeitsjahr in einem Jerusalemer Krankenhaus oder die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ geht. Am Sonntag steigt die 21-Jährige wieder aufs Fahrrad. 5000 Kilometer will die angehende Medizinstudentin radeln: Von Benniehausen bei Göttingen nach Lissabon und zurück. Damit will sie die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ unterstützen und um Spenden werben.

Es ist alles vorbereitet: Das neue Tourenrad ist eingefahren. Reparaturset, Schlafsack, Zelt, Kultursachen, wenig Kleidung und Persönliches sind in den Satteltaschen verstaut. „Nur das Nötigste“, sagt Venus, „wenn’s bergauf geht, ist jedes Gramm mehr schon zu viel“. Im Gepäck ist auch ein Stapel klassischer Straßenkarten auf Papier: Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal. Ja, Venus fährt lieber nach Karte statt nach Navi. „Da bekommt man einen ganz anderen Bezug zur Region und zum Ort, an den man reist“, sagt sie.

Das Video-Interview – Darum fährt Venus für „Ärzte ohne Grenzen“:

Denn der Bezug zu den Menschen während ihrer Reise, der direkte Kontakt auf Campingplätzen, in Hostels, Cafés, Läden und auf der Straße ist das, was sie sucht. „Die Menschen sind überall so freundlich, offen und vor allem Interessiert, wenn ich alleine angeradelt komme“, hat sie immer wieder erfahren. Und jede Begegnung sei für sie selbst wieder eine neue Erfahrung und Bereicherung.

Dass sie dabei unausweichliche Strapazen wie Dauerregen, Hitze und endlose Bergsteigungen physisch und auch psychisch verkraften kann, hat sie bereits bewiesen. Die einstige Schülerin vom Göttinger Hainberg-Gymnasium ist im Sommer 2017 4000 Kilometer über Venedig nach Rom geradelt. Sie war im Schüleraustausch im Iran. Und sie hat ein Jahr lang in einem Krankenhaus in Israel Kinder mit progressiven Muskelerkrankungen gepflegt.

„Das schafft Lebstvertrauen“

Wenn es besonders anstrengend wird, „werde ich von einer inneren Kraft getrieben weiter zu machen“, hat die 21-Jährige erfahren. Das schaffe Selbstvertrauen und „man lernt, sich auch in ungewohnten, schwierigen Situationen zu überwinden“. Gerade diese Selbsterfahrung mit Grenzsituationen treibe sie weiter an. Und das Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit dabei.

Jetzt also Portugal – einmal mit dem Fahrrad über die Pyrenäen nach Lissabon und zurück. Die Freiheit dafür hat Venus, weil sie nach einem halben Jahr Praktikum in der Intensivpflege des Weender Krankenhauses zurzeit noch auf einen Studienplatz für Medizin warten muss.

„Humanitäre Hilfe braucht Menschen, die hinschauen“

Die Triebfeder für diese Reise aber hat sie mit ihren Erlebnissen in Israel gespannt. Dort hat sie mittelbar und unmittelbar „so viel Leid, Hunger, Krankheit und Not“ erlebt. Und sie hat die Arbeit von „Ärzte ohne Grenzen näher kennengelernt. „Humanitäre Hilfe braucht Menschen, die hinschauen und helfen, wo es oft am Nötigsten mangelt“, sagt Venus. Die Organisation tue genau dies weltweit, indem sie medizinische Nothilfe dort leistet, wo Menschen durch Hunger, Krankheit oder Gewalt bedroht sind.

Svea Venus während ihrer Tour nach Rom 2017. Quelle: R

 

Mit ihrer Tour will sie auf die Initiative aufmerksam machen und in Gesprächen auch für Spenden werben. Sie selbst erfahre dadurch keine finanziellen Vorteile, versichert Venus. Bei „Ärzte ohne Grenzen“ sei ihre Aktion lediglich gemeldet und registriert.

Am Sonntag will Venus am frühen Morgen starten. 100 bis 150 Kilometer pro Tag will sie zurücklegen. Wie lange sie unterwegs sein wird, ist offen. „Das hängt von vielen Faktoren ab: vom Wetter, von der persönlichen Tagesform, von den Menschen, die man trifft, und der Schönheit eines Ortes. Wenn es dann doch mal zu anstrengend wird, geht auch die Bahn? „Nein, kein Zug. Um Gottes willen! Das kommt nicht infrage.“

Reiseblog und Spendenkonto

Venus will regelmäßig in ihrem Reiseblog von ihrer Ride4humanity-Tour berichten: online unter sweavenus.de. Unter dieser Adresse hat sie auch ihre bisherigen Reisen dokumentiert. Wer in ihrem Sinn „Ärzte ohne Grenzen“ unterstützen möchte, kann Spendenbeträge unter Angabe des Verwendungszweckes auf das unten genannte Konto überweisen.

Ärzte ohne Grenzen ist nach eigenen Angaben ein humanitärer Hilfsverein. Die deutsche Sektion des international aufgestellten Vereins „Médecines Sans Frontières“ gibt es seit 1993. Die Organisation hilft Menschen in Not ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft, religiösen oder politischen Überzeugung medizinisch macht zugleich immer wieder öffentlich auf ihre Lage aufmerksam. Das Netzwerk von Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen setzt sich aus 24 Mitgliedsverbänden zusammen und leitet in rund 70 Ländern weltweit humanitäre Hilfe.

Spendenkonto:

Ärzte ohne Grenzen / IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00 / BIC: BFSWDE33XXX / Verwendungszweck: 3735929, Spendenaktion, Svea Venus

Spendenkonto:

Ärzte ohne Grenzen

IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00

BIC: BFSWDE33XXX

Verwendungszweck: 3735929, Spendenaktion, Svea Venus

Von Ulrich Schubert

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