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Gleichen Uneinigkeit zwischen Interessengruppen
Die Region Gleichen Uneinigkeit zwischen Interessengruppen
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11:15 24.05.2017
Von Rüdiger Franke
Vertreter des Landkreises informieren zum geplanten Landschaftsschutzgebiet "Reinhäuser Wald".    Quelle: Franke
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Reinhausen

Das geplante Landschaftsschutzgebiet „Reinha¨user Wald“ diene der Sicherung des FFH-Gebiets 110, erklärte Hermann Schütte, Fachbereichsleiter Umwelt beim Landkreis. FFH-Gebiete sind spezielle Naturschutzgebiete in Europa, die Fauna, Flora und Habitate (Tiere, Pflanzen und Lebensräume) unter besonderen Schutz stellen.

Zeitplan

Zur Umsetzung des öffentlichen Beteiligungsverfahrens für die Landschaftsschutzgebiets-Verordnung "Reinhäuser Wald" werden Gemeinden, Träger öffentlicher Belange sowie Naturschutzvereinigungen bis zum 17. Juli angehört. Vom 12. Juni bis 12. Juli wird die Verordnung in den Gemeinden öffentlich ausgelegt. Die Beratung im Umweltausschuss soll am 18. Oktober erfolgen, die Beschlussfassung im Kreistag am 8. November.

Wie Bertram Preuschhof, Sachbearbeiter für Artenschutz im Fachbereich Umwelt, erläuterte, beherberge das geplante Schutzgebiet das größte Vorkommen an Silikatfelsen, also Sandsteinfelsen, im niedersächsischen Teil des Weser-Leineberglandes. Auch gebe es eine der größten Ansammlungen von Felsüberhängen, sogenannten Abris, in Mitteleuropa. Darüber hinaus habe sich am Buntsandstein der Prächtige Hautfarn angesiedelt. Verschiedene Moose und Flechten seien niedersachsenweit erstmals an den Felsen im Reinhäuser Wald entdeckt worden.

Kletterfelsen: Freigabe oder Sperrung? 

Im Mittelpunkt der Diskussion standen unter anderem die Interessen der Kletterer, die nun an verschiedenen Felsen nicht mehr ihrem Hobby nachgehen dürfen. Manche wegen der neu entdeckten Pflanzen, andere weil sie aus archäologischen Gründen als Bodendenkmal gesperrt wurden. Zahlreiche Nachfragen der Kletterer änderten nichts an der Situation. Wie Kreisrätin Christel Wemheuer erklärte, sei die jetzt gefundene Lösung ein Kompromiss. Ein Kompromiss, mit dem aber die Waldbesitzer, sowohl aus den Realgemeinden als auch private, nicht glücklich sind. Ebenso wie Ralf Mederake aus dem Vorstand des BUND Göttingen, der anmahnte, dass auch die freigegebenen Felsen potenzielle Lebensräume für die gefundenen seltenen Arten seien.