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Gleichen Marlene Rauch produziert Hörbücher
Die Region Gleichen Marlene Rauch produziert Hörbücher
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00:22 30.05.2019
Marlene Rauch in ihrer Sprecherkabine. Quelle: Christina Hinzmann
Benniehausen

Draußen im Garten stehen einige Spaßmobile für die beiden Söhne, drei und fünf Jahre alt, die an diesem Vormittag im Kindergarten sind. „Das sind zwei Torpedos“, sagt sie über den Nachwuchs. Rauch, Jahrgang 1985, hat also Zeit für ein Gespräch. Die Mutterrolle käme inzwischen zu kurz, sagt die Unternehmerin. Bis 10 Uhr am Abend und an den Wochenenden arbeite sie meistens. „Und ständig klingelt mein Telefon.“ Ihr Job: „Ich produziere Hörbücher.“

„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Rauch. Sie sei schon immer ein Buchjunkie gewesen. Schon während ihres geisteswissenschaftlichen Studiums habe sie angefangen, Hörbücher einzulesen und auf Youtube zu veröffentlichen. Sie habe Hörbücher konsumiert und gemeint: „Du traust dir zu, das besser zu machen“.

Die erste, die auf sie aufmerksam geworden sei, sei die Schweizerin C. M. Spoerri gewesen. Sie habe per Telefon nachgefragt, ob sie nicht ihr Buch einlesen wolle, weil sie eine schöne Stimme habe. Später gründete Spoerri ihren eigenen Verlag, Rauch ist unter den Mitarbeitern des Hauses als Hörbuchsprecherin aufgeführt.

Netzwerk für Sprecher

„Als Sprecherin hast du viel Konkurrenz“, sagt Rauch. Ihre Lösung des Problems: Sie akquirierte in der Szene der Autoren, die ihre Bücher selbst publizieren. So habe sie beispielsweise Anne Freytag angeschrieben und gefragt, ob sie nicht Lust habe ein Buch von Rauch einlesen zu lassen – die Autorin hatte Lust. „434 Tage“ heißt der Roman, den Rauch für Hörer umsetzte.

Neben dem Verlag und den eigenen Sprecherprojekten hat Rauch auch ein Netzwerk für Sprecher aufgebaut. Etwa 35 meist Quereinsteiger finden sich in ihrer Kartei. Die Gage, die er dafür bekommen wolle, lege jeder Sprecher selbst fest. Alle Sprecher arbeiten zu Hause, sagt sie. Interessierte Autoren bekommen von ihr eine Liste der Sprecher und Soundfiles, damit sie sich selbst unabhängig entscheiden könnten.

Eigener Shop für Hörbücher

Sind die Texte aufgenommen, würden sie geschnitten, an den Distributor weitergeleitet, der sie in den Vertrieb bringt, in die einschlägigen Shops. Streamingdienste habe sie auch ausprobiert, gelohnt habe es sich, nicht, meint Rauch. Doch sie will einen weiteren Vorstoß wagen. Ihr Distributor habe ihr dringend dazu geraten, dass sein die Zukunft. Zudem würden sich die Gruppen der Käufer und Abonnenten nicht überschneiden. Inzwischen betreibt sie ihren eigenen Shop für Hörbücher. (0 Prozent der Einnahmen gingen dabei an die Autoren, deutlich mehr als auf anderen Hörbuchplattformen. Ihre Idee für die Zukunft: Ihr Shop soll „eine gute Alternative zu dem Streamingdienst audible“ werden.

Hauptzielgruppe seien immer noch Autoren, die ihre Bücher selbst publizierten, erklärt Rauch. Doch inzwischen riefen auch erste Verlage an, die mit ihre kooperieren wollten. Selbstbewusst sagt sie, dass ihre Produkte qualitativ mithalten könnten. Einige der Autoren verdienten viel Geld mit ihren Büchern, meist erotische Romanen. Die allerdings will Rauch nicht mehr einlesen. „Zu langweilig“, sagt die junge Frau über eher flache Erotikromane. „Ich wünschte mir, dass Fantasy- und andere Romane erfolgreicher wären“, meint Rauch.

Ihre Sprecherkabine sieht ein wenig improvisiert aus. Schaumstoff mit Eierkartonprofil an der Wand, im Rücken Decken, die von ober herabhängen. Im Inneren ein Sprechermikrofon, einen Ständer mit einem iPad, von dessen Bildschirm sie den Text abliest und eine Ablage für das Notebook, auf dem sie die Aufnahmen speichert. Ein Stuhl steht dort auch, doch sie liest im Stehen. „Sonst bekomme ich Rückenschmerzen“, erklärt die Autodidaktin. 500 Euro habe ihre Ausrüstung gekostet. Wie sie damit Hörbücher aufnimmt, will sie im Oktober Interessierten vermitteln. Dann gibt sie ihren ersten Workshop rund um das Geschäft mit den Hörbüchern.

Der Internetauftritt von Marlene Rauch

Von Peter Krüger-Lenz

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