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Gleichen Welche Schulen in Gleichen überleben?
Die Region Gleichen Welche Schulen in Gleichen überleben?
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07:00 22.05.2019
Schülerrückgang und Marode Gebäude: Gibt es bald eine weitere leere Schulen in der Gemeinde Gleichen? Quelle: Foto: dpa / Symbolbild
Gleichen

Gibt es in der Gemeinde Gleichen bald nur noch drei Grundschulen? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, denn sinkende Schülerzahlen und einen Investitionsstau in den zurzeit vier Schulgebäuden zwingen die Kommunalpolitik zum handeln. Im Juni könnte der Rat eine Art Vorentscheidung treffen. Dann sollen voraussichtlich erst einmal zwei Schulen benannt werden, deren Standort gesichert ist.

Darauf haben sich am Montagabend die Mitglieder des Schulausschusses des Rates verständigt – nach vielen internen Gesprächsrunden vorab. Und noch etwas haben sie sich zum Ziel gesetzt: Wenn dann nach weiteren Debatten tatsächlich eine Gleichener Grundschule aufgegeben wird, wollen möglichst alle Fraktionen im Rat mit einer eindeutigen Mehrheitsentscheidung an einem Strang ziehen – anders als vor neun Jahren. Als der Rat damals beschloss, nur noch vier statt fünf Standorte zu halten und die Schule in Reinhausen 2013 endgültig zu schließen, durchzog ein tiefer Riss Politik, Dörfer, Freundschaften und Familien.

Hoher Investitionsstau

Dass die Gemeinde jetzt erneut handeln muss, belegen Zahlen: Nach Geburtenstatistik und daraus abgeleiteten Prognosen der Verwaltung wird es vor allem in Bremke in den kommenden Jahren immer weniger Anmeldungen geben. Schon jetzt hat die Schule jahrgangsübergreifende Kombiklassen einrichten müssen. Die Schülerzahlen in Groß Lengden bleiben zwar konstant –allerdings bei „nur„ 12 bis 19 Erstklässlern. Besser sieht es hingegen in Diemarden und Kerstlingerode aus – hier steigen die Zahlen.

Die zweite Sorge sind die Kosten für Gebäude und Ausstattung der zum Teil recht alten Schulen, für die die Gemeinde als Schulträger aufkommen muss. Um die bestehenden vier Schulgebäude auf einen aktuellen Stand zu bringen – auch energetisch – müsste die Gemeinde mehr als 4,1 Millionen Euro investieren, berichtet Gemeindebürgermeister Manfred Kuhlmann (SPD) im Ausschuss. Ein zweizügiger Neubau – zum Beispiel im Bereich der sehr beengten Diemardener Schule – würde alleine 6,75 Millionen Euro kosten.

Arbeitskreis diskutiert

Errechnet hat die Zahlen ein Architekt im Auftrag der Gemeinde. Die Daten sollten eine Entscheidung erleichtern. An der arbeitet ein extra eingerichteter Arbeitskreis nämlich bereits seit zwei Jahren. Ihm gehören neben Politikern aus dem Rat Vertreter der vier Grundschulen und Elternvertreter aus der Gemeinde an.

Der Arbeitskreis sollte eigentlich innerhalb eines Jahres Vorschläge für die künftige Schulentwicklung in Gleichen entwerfen, bilanzierte Kuhlmann. Dabei ließ er sich auch die Konzepte der Schulen vorstellen und kam zu dem Ergebnis, „dass an allen vier Schulen eine gute pädagogische Arbeit geleistet wird und es eine hohe Elternpräferenz für die jeweilige Schule gibt“. Letztgenanntes bedeutet im Klartext: Bei jeder Entscheidung gegen eine Schule ist mit heftigen Protesten zu rechnen.

Anschließend hat der Arbeitskreis Kriterien entwickelt, die eine Entscheidung weiter untermauern sollen. Zu den Kriterien mit unterschiedlicher Priorität gehören unter anderem Qualität von Lehre und Pädagogik, Raumangebot und Erreichbarkeit des Schulstandorten mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Weitere Prüfaufträge

Auf dieser Basis soll die Politik jetzt langsam entscheiden, wie es mit den Schulen in Gleichen weiter geht. Am Montag blieb das noch aus. Spätestens in der Juni-Sitzung des Rates aber soll beschlossen werden, welche zwei Grundschulen auf jeden Fall langfristig bestehen bleiben.

Darüber hinaus soll die Verwaltung nach Angaben mehrere Ausschussmitglieder noch offene Fragen zu den anderen Standort und möglichen Varianten beantworten beziehungsweise prüfen – um dann eine langfristige Entscheidung zur Schulentwicklung zu finden. Vom Tisch ist vorerst die Idee, nur noch zwei Standorte zu halten und dabei drei Schulen an einem westlichen Standort zu konzentrieren.

Von Ulrich Schubert

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