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Die Region Göttingen gleicht am frühen Morgen einer Geisterstadt
Die Region Göttingen gleicht am frühen Morgen einer Geisterstadt
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11:00 12.10.2019
Vollkommen verwaist: Die Kasseler Landstraße in Höhe Bahnhofsbrücke am Morgen der Bombenentschärfung. Quelle: Tobias Christ
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Göttingen

Gespenstische Stimmung auf den Göttinger Straßen: Am Sonnabendmorgen ist so gut wie nichts los. In einem großen Bereich rund um das Evakuierungsgebiet scheinen die Bürger entschieden zu haben, doch lieber Zuhause zu bleiben. Um kurz vor 9 Uhr ist die sonst viel befahrene Kasseler Landstraße so gut wie leer, die Parkhäuser in der Innenstadt haben ebenfalls noch überdurchschnittlich viele Kapazitäten. Auch die Stadtbusse, die vorbeifahren, sind nahezu menschenleer.

Es fehlen nur noch die Steppenläufer, die über die Straße geweht werden, zum Bild einer Geisterstadt. Schaulustige gibt es keine, schließlich ist der Rand der Evakuierungszone einige hundert Meter von dem Ort der Bombenräumung entfernt. Die Polizisten und Feuerwehrleute, die die einzelnen Bereiche absperren, sind entspannt: „Wir haben bislang keinerlei Probleme“, sagt ein Beamter, der am Egelsberg Dienst tut.

Die Atmosphäre in der Stadt ist entspannt, aber unheimlich

Am Bahnhofsvorplatz dagegen gehen noch einige Menschen vorbei, diese werden von den Dienstkräften über die Bombenentschärfung informiert. Die Atmosphäre ist ruhig, entspannt, aber auch ein wenig unheimlich. Denn die Bombe ist Stadtgespräch, und auch die Geschehnisse vor neun Jahren sind noch in vielen Köpfen fest verankert.

Es gibt viele Menschen, die in der Räumungszone leben, die ihre Wohnungen frühzeitig verlassen haben – wie etwa Agnes Frühwald. Die Rentnerin ist zu Bekannten nach Rosdorf gefahren. „Um halb Acht fuhren Polizei und Feuerwehr auf den Egelsberg“, erzählt die Göttingerin aus der Karl-Marx-Straße. Dann wurden „die Leute aus den Häusern gebeten“. „Ich habe vollstes Verständnis für die Evakuierungsmaßnahmen“, sagt sie, denn auch Frühwald erinnert sich noch zu gut an den „verhängnisvollen Tag“, als eine Bombe auf dem Schützenplatz vorzeitig detonierte. „Damals sind die Splitter bis über den Egelsberg geflogen.“

Agnes Frühwald Quelle: r

„Evakuierungsradius ist angemessen“

Auch den weitreichenden Evakuierungsradius hält sie für angemessen. Wann sie wieder in ihre Wohnung zurück kehren darf, vermag sie nicht zu sagen. Sie habe aber volles Vertrauen in die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes. Den ganzen Tag vor dem Bildschirm hängen, um die aktuellen Entwicklungen zu verfolgen, möchte sie nicht. „Ich werde so ab 16 Uhr mal im Internet gucken, ob es neue Informationen gibt.“ Sie rechnet aber damit, abends wieder in ihrer Wohnung zu sein.

Ein weiterer Anwohner aus der Karl-Marx-Straße, der anonym bleiben möchte, kann „die Leute nicht verstehen, die sich in ihren Häusern verstecken, um nicht evakuiert werden zu müssen“. Er selbst kenne Menschen, die dies vor neun Jahren bereits getan hätten. „Und als es dann gerummst hat, sind sie völlig panisch geworden“, sagt er. Auch er hat die Evakuierungszone frühzeitig mit dem eigenen Auto verlassen.

Von Tobias Christ

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