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Göttingen 100 Jahre AWO: Festakt in Göttingen mit Frauen-Power
Die Region Göttingen 100 Jahre AWO: Festakt in Göttingen mit Frauen-Power
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09:53 08.07.2019
Ein Bild für die Geschäftsstelle der AWO zu 40 Jahre AWO-Kreisverband: Dagmar Freudenberg und Michael Bonder mit Renate Krenz, stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende in Göttingen (v.l.). Quelle: Ulrich Schubert
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Göttingen

„Die AWO fragt nicht lange, sie handelt – als verlässlicher Partner in der Not in vielen Bereichen.“ Mit diesen knappen Worten fasste Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) zusammen, was viele an diesem Abend in ähnlicher Form gesagt haben. Mit einem Festakt und gut 100 Gästen hat die Arbeiterwohlfahrt am Sonnabend im Alten Rathaus das 100-jährige Bestehen der AWO in Deutschland und 40-Jährige des Göttinger AWO -Kreisverbandes gefeiert.

Mit ihren Kitas, Anlaufstellen für Menschen in Not, vielen Beratungsstellen für Menschen in problematischen Lebenslagen und nicht zuletzt mit ihrem Engagement in der Flüchtlingshilfe sei die Awo zur Stelle, wenn sie gebraucht wird, sagte Köhler. „Dafür müssen wir heute einmal deutlich ’Danke’ sagen“, so der Oberbürgermeister.

Konkrete Hilfe an erster Stelle

Umso mehr, weil die professionelle Arbeit der AWO auch durch viele Ehrenamtliche geleistet werde, ergänzte Maria Gerl-Plein (Grüne) als stellvertretende Landrätin des Landkreises Göttingen. Die AWO habe schon immer erkannt, dass über politische und gesellschaftliche Ideale hinaus das Konkrete – die direkte Hilfe – nicht vernachlässigt werden dürfe. Zugleich sei die AWO mit konkreten Beschlüssen aber auch immer schon politisch, betonte Marco Brunotte, Vorstandsvorsitzender des AWO Bezirksverbandes Hannover: zum Beispiel im Kampf gegen Rechtsextremismus.

Mehrfach betonten Gratulanten, dass die Entstehung und Entwicklung der AWO auch ein Spiegelbild der Entwicklung der Frauen innerhalb der Gesellschaft und ihrer Emanzipationsbewegung sei. Als erste weibliche Abgeordnete der SPD im Reichstag hatte sich Marie Juchacz 1919 für das Frauenwahlrecht stark gemacht – und nur wenig später die AWO als Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt in der SPD gegründet.

Ein Spiegel der Frauenbewegung

Christiane Reckmann, Mitglied im Präsidium des AWO-Bundesverbandes. Quelle: Ulrich Schubert

 

Und immer seien es Frauen gewesen, die die AWO getragen und mit ihrer Bereitschaft, zu helfen, geprägt haben, beschrieb Christiane Reckmann vom AWO-Bundesvorstand die Geschichte des Verbandes. Untertitel: „Frauen verändern die Gesellschaft“. Schon zur Gründungszeit der AWO sei eines ihrer wesentlichen Ziele die Befreiung der Frau aus gesellschaftlichen Fesseln und ihr selbstbestimmtes Leben gewesen. Ein Ziel, das bis heute aktuell sei, auch wenn schon viel erreicht worden sei. In einem Schnelldurchlauf der Parallelen von AWO und Frauenbewegung erinnerte Reckmann unter anderem an das Frauenwahlrecht ab 1919, an die fortschrittliche rechtliche Gleichstellung der Frauen in der DDR und an den Kampf gegen den Abtreibungsparagraphen 218, der aus AWO-Sicht bis heute nicht gewonnen sei.

Zum Abschluss ihres Vortrages scheute Reckmann auch selbstkritische Töne nicht: Erst jetzt gebe es innerhalb er AWO einen ersten Gleichstellungsbericht. Und nach wie vor seien Spitzenpositionen auch bei der AWO überwiegend von Männern besetzt.

Kleine Forscher auf dem Sartorius-Campus

So erreichen Sie den Autor: Tel.: 0551/901731, Mail: u.schubert@goettinger-tageblatt.de; Twitter: @goeschubi, Facebook: Goeschubi GT

Von Ulrich Schubert

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