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Göttingen 125 Tonnen Gerüst wachsen am Jacobi-Kirchturm empor
Die Region Göttingen 125 Tonnen Gerüst wachsen am Jacobi-Kirchturm empor
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18:04 16.07.2009
Bis 2014 renoviert: St.Jacobi.
Bis 2014 renoviert: St.Jacobi. Quelle: Hinzmann
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Ungefähr 4000 Quadratmeter Gerüst würden um den Turm aufgebaut, sagt Uwe Eckstein, Geschäftsführer der Firma Gerüstbau Menke. Es ist damit ein kleines Vermögen, das rund um die Kirche steht. Das Gerüst wächst noch immer in die Höhe, die Spitze ist nicht ganz erreicht. Die Gerüstteile werden in einen Aufzug geladen und damit nach oben transportiert.

Etwa fünf Minuten ist der Aufzug bis zur derzeitigen Höhe, dem Fachwerk unter dem Turmhelm unterwegs. Genug Zeit für eine Zigarettenpause, die von den rauchenden Gerüstbauern auch genutzt wird.

Gemeinsam mit Eckstein und Gerüstmeister Maik Herzberg sind gerade Michael Albrecht, Benjamin Winz und Norbert Mallon auf dem Weg nach oben. Der Aufzug fährt in einem gemütlichen Tempo hoch, und allmählich geht der Blick über die Stadt in die Ferne. Wir kommen an Wasserspeiern und einem Nest mit Taubeneiern vorbei, ehe der Aufzug mit einem kleinen Ruck oben hält.

Routiniert tragen und montieren die Gerüstbauer die sperrigen Stangen und Bohlen. An den Rändern, an denen das Gerüst noch offen ist, hängen sie die Haken ihrer Gurte an den schon befestigten Stangen ein und sind so angeseilt.

Bei Windstärke sechs ist Schluss

Die Aussicht über die Stadt ist herrlich, aber die Monteure müssen auf ihren Stand achten, während auf der einen Seite des Gerüstes St. Johannis und auf der anderen St. Albani zu sehen ist. Die Monteure sind in knapp 70 Meter Höhe dem Wetter ziemlich ausgeliefert, besonders wenn, wie noch vor einigen Tagen, ein Schauer auf den anderen folgte. Oben gibt es keine Zuflucht vor dem Regen, und bis unten sind es fünf Minuten.

Ab Windstärke sechs ist Schluss mit der Arbeit, erklärt Herzberg: „Die Sicherheit geht vor.“ Als Faustregel gilt: Wenn die Gerüstbauer bei Windstößen Schwierigkeiten haben, auf der Stelle zu stehen, wird die Arbeit eingestellt.

Im Jahr rüste seine Firma etwa 30 bis 40 Kirchen ein, erklärt Eckstein. Dies geschehe in einem Umkreis von rund 100 Kilometer um Göttingen herum. Herzberg schätzt, dass er bisher mehr als 100 Kirchen mit eingerüstet hat. Kirchengerüste machen einen Hauptteil seiner Tätigkeit aus. Die Arbeit sei anspruchsvoller als ein einfaches Fassadengerüst, da es Vor- und Rücksprünge gebe.

Der Gerüstbau ist der Auftakt für die Sanierung des Jacobikirchturmes. Diese soll rund 6,4 Millionen Euro kosten und bis 2014 dauern. Der 1427 bis 1433 errichtete gotische Turm ist mit 72 Metern das höchste Bauwerk der Göttinger Innenstadt.

Von Jörn Barke