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Göttingen 142 Prostituierte schaffen in Göttingen an
Die Region Göttingen 142 Prostituierte schaffen in Göttingen an
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00:20 07.10.2018
Offiziell nur noch mit Anmeldung – aber weiterhin mit hoher Dunkelziffer. Quelle: dpa
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Göttingen/Northeim

Der Landkreis Göttingen hat 34 Anmeldebescheinigungen herausgegeben. Im Landkreis Northeim sind es 18 Bescheinigungen.

Die Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass die angemeldeten Personen auch alle in den jeweiligen Kommunen arbeiten. Die Anmeldebescheinigungen gelten für das gesamte Bundesgebiet. „Viele von den Frauen, sagt Nina Winter, Sprecherin für die Stadt Göttingen, „haben ihren Wohnsitz allerdings nicht in Göttingen und sind überregional tätig“.

Hohe Dunkelziffern

Auch aus anderen Gründen sind die Zahlen keine verlässliche Grundlage für eine Beschreibung des Prostitutionsgeschehens in der Region. Zum einen gibt es in der Branche traditionsgemäß eine hohe Dunkelziffer. Viele Frauen schrecken davor zurück, dass ihre Namen und Daten behördlich registriert werden und Eingang in Akten der öffentlichen Verwaltung finden.

Das macht es den Kommunen auch schwer, ihre im Prostituiertenschutzgesetz vorgesehene Kontrollpflicht effektiv umzusetzen. Versuche dazu gibt es allerdings: „Bei einer gemeinsamen Kontrolle mit der Polizei und dem Zoll im vergangenen Jahr“, erklärt Sprecherin Winter, „wurden keine unangemeldeten Prostituierten angetroffen. Seitens der Polizei und des Zolls, die von Zeit zu Zeit Kontrollen in Prostitutionsstätten durchführen, wurden uns keine Verstöße gegen die Anmeldepflicht gemeldet. Weitergehende Ermittlungen finden derzeit nicht statt.“

Probleme bei der Kontrolle

Auch der Landkreis Göttingen sieht Schwierigkeiten, der gesetzlichen Kontrollpflicht nachzukommen. Verwaltungssprecherin Andrea Riedel-Elsner: „Eine Dunkelziffer lässt sich derzeit verlässlich nicht ermitteln, da sich die Personen in der Regel nur kurzzeitig im Verantwortungsbereich des Landkreises Göttingen aufhalten.“ Üblicherweise ist das Gewerbe so organisiert, dass die Frauen von einer „Wirkungsstätte“ zur anderen geschickt werden und an einem Ort nur wochen- oder monatsweise arbeiten.

„Zur Einhaltung der Bestimmungen des Prostituiertenschutzgesetz und zum Schutz der bereits angemeldeten Prostituierten“ nimmt die Göttinger Kreisverwaltung dennoch in unregelmäßigen Abständen Kontrollen vor, erklärt Sprecherin Riedel-Elsner. Die bezögen sich sowohl auf die Anmeldepflichten der im Prostitutionsgewerbe tätigen Personen als auch auf die Betreiber der Etablissements „hinsichtlich deren Anmelde- und Schutzverpflichtungen gegenüber den Prostituierten“. Die Einhaltung der Verpflichtungen werde „konsequent geprüft und geahndet“.

Bescheinigung mit Alias-Namen

Mit dem Anfang Juli vergangenen Jahres in Kraft getretenen Prostituiertenschutzgesetz sollen Prostituierte besser geschützt und Kriminalität in diesem Umfeld bekämpft werden. Unter anderem sieht das Gesetz eine Kondompflicht vor. Zwingend vorgeschrieben sind auch ein Informations- und Aufklärungsgespräch zum Thema Gesundheit, nicht aber eine medizinische Untersuchung. Auf Wunsch können sich Prostituierte eine Bescheinigung mit einem Alias-Namen ausstellen lassen, um ihre Identität zu schützen.

Verstöße gegen die Regelungen des Gesetzes können mit einem Bußgeld in Höhe von von 1000 bis 10000 Euro geahndet werden. Bei Verstößen gegen die Kondompflicht können Kunden mit bis zu 50000 Euro Bußgeld werden. Gegen das Gesetz ist eine Verfassungsbeschwerde anhängig, eingelegt von dem Verein Donna Carmen aus Frankfurt. Die Klage richtet sich in erster Linie gegen die Anmeldungs- und Beratungspflicht, die der Verein als grundgesetzwidrig ansieht. Alle Prostituierten würden unter Generalverdacht gestellt.

Von Matthias Heinzel

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