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Göttingen „2010 kein leichtes Jahr für die Kirchen“
Die Region Göttingen „2010 kein leichtes Jahr für die Kirchen“
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20:50 09.01.2011
Von Matthias Heinzel
In der Kirche St. Heinrich und Kunigunde in Grone: volles Haus beim Neujahrsempfang der Göttinger Katholiken.
In der Kirche St. Heinrich und Kunigunde in Grone: volles Haus beim Neujahrsempfang der Göttinger Katholiken. Quelle: Heller
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2010 sei wegen der Missbrauchs-Diskussion für die Kirchen „kein leichtes Jahr“ gewesen, leitete Corinna Morys-Wortmann den Empfang ein. „Nach vielen Jahren des Schweigens“, sagte die Vorsitzende des Dekanatspastoralrats, stehe nun das Leid der Opfer im Mittelpunkt.

„Beklemmende Bilder“, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD), hätten die Bürger zum Jahresbeginn erreicht – Bilder des Anschlags auf koptische Christen im ägyptischen Alexandria, bei dem in der Neujahrsnacht mehr als 20 Menschen starben. Während in Göttingen Menschen verschiedenen Glaubens friedlich miteinander lebten, würden Christen dort „alleingelassen von einer tatenlosen Regierung“.

Jacqueline Jürgenliemk, Chefin der jüdischen Gemeinde, sprach auf andere Weise die Bedeutung der Zusammengehörigkeit der Gläubigen an. Zur Einbringung der Tora-Rollen sei aus Israel ein sehr konservativer Rabbiner angereist, der der liberalen Religionsausübung der Göttinger Gemeinde sehr kritisch gegenübergestanden habe. Zum Schluss habe er trotz aller Zweifel anerkannt, welch wichtige Rolle jüdische Gemeinden in Deutschland spielten: Sie bewiesen heute, Hitler habe nicht gesiegt.

Superintendent Friedrich Selter erinnerte an die Explosion der amerikanischen Fliegerbombe auf dem Schützenplatz, die drei Menschenleben gekostet hatte. Das Unglück habe „die ganze Stadt erschüttert“ – tatsächlich wie auch seelisch. Im Gottesdienst hatte zuvor der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle die Predigt gehalten. Thema: die Taufe und ihre Bedeutung.