Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Göttingen 2011 startet mit viel Arbeit für Polizei und Wehr
Die Region Göttingen 2011 startet mit viel Arbeit für Polizei und Wehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:08 02.01.2011
Zwischen Böller und Raketen: Während in der Innenstadt das neue Jahrzehnt begrüßt wurde, hatten Helfer jede Menge zu tun.
Zwischen Böller und Raketen: Während in der Innenstadt das neue Jahrzehnt begrüßt wurde, hatten Helfer jede Menge zu tun. Quelle: CH
Anzeige

Gewohnt laut mit reichlich Knallern und Raketen und feucht-fröhlich haben die Göttinger das neue Jahrzehnt begrüßt. Zentrum der Feierei: der Göttinger Marktplatz. Schon weit vor Mitternacht versammelten sich die Feiernden und zündeten ihr Feuerwerk.

Auch für die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr verlief die Silvesternacht alles andere als ruhig. So registrierte etwa die Göttinger Polizei zwischen 20 Uhr am Freitag und 6 Uhr am Sonnabend 236 Notrufe, aus denen sich 105 Einsätze in Stadt und Landkreis ergaben – davon 90 bereits im neuen Jahr.

Als häufigsten Einsatzgrund nennt die Polizei Schlägereien und Körperverletzungen. Allein 24 Mal musste sie deshalb tätig werden. Hinzu kamen sieben kleinere Feuer, zu denen die Polizei gerufen wurde. Sie vermutet als Brandursache „unsachgemäße Handhabung von Silvesterfeuerwerk“. Papier-, Altkleider- und Abfallcontainer gingen dadurch ebenso in Flammen auf wie abgelagerte Gegenstände auf Balkonen. Betroffen waren nach Auskunft der Feuerwehr auch zwei Balkone in der Sollingstraße und im Ostlandweg, auf denen innerhalb weniger Minuten Feuer ausbrachen.

Zwischen 1 und 6.55 Uhr kam es nach Polizeiangaben zu dem zu fünf Verkehrsunfällen, bei denen die Fahrzeugführer jeweils unter Alkoholeinfluss standen. Die nach Blutentnahmen gemessenen Alkoholwerte lagen zwischen 0,4 und zwei Promille. Darunter war auch ein 24-jähriger Pkw-Fahrer aus Adelebsen, der zwischen Knutbühren und Barterode nach links von der Fahrbahn abkam und gegen einen Baum prallte. Der Fahrer, dessen Alkoholwert bei 1,39 Promille lag, blieb unverletzt. An seinem zwei Jahre alten Auto entstand allerdings Totalschaden.

Auch bei der Feuerwehr musste der Rettungsdienst in der Silvesternacht zu deutlich mehr Einsätzen anrücken als in normalen Nächten. 49 Mal waren die Retter zwischen 19.30 und 7.30 Uhr im Einsatz. „Die Nacht war sehr unruhig. Es war alles dabei“, sagt Frank Gloth von der Göttinger Berufsfeuerwehr. Handverletzungen durch Silvesterknaller, Einsätze wegen übermäßigem Alkoholkonsums oder wegen Stürzen auf den zum Teil vereisten Straßen und Gehwegen. „Typische Silvestersachen“, so Gloth, die aber „zum Glück alle glimpflich abgelaufen“ seien.

Streitigkeiten, Sachbeschädigungen und Alkoholfahrten auch in Northeim: So zog die Polizei etwa am frühen Sonnabendmorgen einen 21-Jährigen aus dem Verkehr, der durch seine langsame Fahrweise den Beamten in der Matthias-Grünewald-Straße aufgefallen war. Ein Alcotest ergab einen Atemalkoholwert von 2,02 Promille. Sein Führerschein wurde sichergestellt.

Gegen 1 Uhr am Sonnabend wurden nach Polizeiangaben in der Breiten Straße ein 32 und ein 25 Jahre alter Northeimer durch Schläge ins Gesicht verletzt. In der Breiten Straße trafen die beiden auf eine Gruppe von fünf bis sechs Personen. Dann soll es zu einem Streit mit einer etwa 16 Jahre alten männlichen Person, bekleidet im einer blauen Jeans, einer schwarzen Jacke und einem Baseballcap und einer etwa 30 Jahre alten männlichen Person, Ziegenbart, blaue Jeans und einer schwarzen Bomberjacke, gekommen sein. Die Täter flüchteten unerkannt.

Einen Schaden von 2500 Euro haben bislang Unbekannte durch Knaller in einer Umkleidekabine der Schuhwallhalle angerichtet. Sie seien, so die Polizei, am Blitzableiter auf das Hallendach geklettert, öffneten eine Metalltür, sodass weitere Personen auf das Dach gelangen konnten. Dort schlugen sie die Scheibe eines Lichtschachtes ein und warfen Böller hinunter.

Von Michael Brakemeier